25.10.2022
Lk 13:18 ff Reich Gottes als Senfkorn und als Sauerteig
In Lukas 13:18 ff wird das Reich Gottes als Senfkorn beschrieben und auch als Sauerteig, dass eine Frau unter drei Scheffel Mehl versteckt. Das scheint sie einfach zu sein. Man streut ganz einfach Senfkorn in den Garten und schon wächst das Reich Gottes. Oder man kümmert sich gar nicht weiter um den Sauerteig, sondern er durchsäuert von allein das Mehl.
In anderen Bibelstellen ist zum Beispiel von der engen Pforte und dem schmalen Weg die Rede (Mt 7:13). Oder von den törichten Jungfrauen und viele andere Stellen, wo es heißt: Ringet darum, dass ihre hineinkommt, den viele sind berufen, aber nur wenige sind auserwählt.
Die Bibel ist kein Puzzle, das ich irgendwie zusammensetzen kann, sie ist keine wissenschaftliche Anweisung für Glauben. Die Unterschiedlichkeit im Reich Gottes und mit Gott und den Menschen kann durch ein stringentes Buch nicht abgebildet werden. Zwar können wir etwas zu Gott sagen, und die Bibel sagt etwas zu Gott. Aber umfassend ist es nicht.
Entscheidend ist, dass Gott etwas zu uns sagt. Wir bohren in Kommentaren und dem Urtext und meinen, Gott damit etwas abringen zu können. Das tue ich auch. Ich glaube, dass Gott sich freut, wenn wir um Ihn und Sein Wort, Seine Offenbarung eifern. Aber ich möchte immer wieder erinnert werden und lernen loszulassen zu meinen, ich hätte es. Du bist du souverän und führst, wen Du willst, wann Du willst und welchen Weg Du willst.
Nur noch zum Thema Ungleichheit, soweit ich es verstehe.
- Der Platz, den wir im Reich Gottes haben, ist nicht ein gemütlicher Ort neben anderen gemütlichen Orten von anderen Leuten. Es ist der Ort meiner persönlichen Berufung und meines einzigartigen Ringens um das, was mir aufgetragen ist.
- Meine Aufgabe ist es nicht andere zu retten oder zu bekehren. Ich bin Zeuge dessen, was ich bin. So ist mein Auftrag, der zu sein, der ich nach Gottes Idee und Schöpfungswillen für mich sein soll und sein muss. Das Reich Gottes wächst über Wirklichkeiten, nicht über Programme. Die Wirklichkeiten sind die Menschen, die ganz in der Begegnung mit Gott, diejenigen sind, die sie wirklich sein sollen.
- Die Würde, die der Vater jedem einzelnen zumißt, ist die Sohnschaft. Das meint immer den ganzen, vollen Menschen ohne einen Kompromiss. Und das ist für jeden Einzelnen ein Kampf um Sein oder Nichtsein. Ein vollständiger Kampf, der sich nicht vergleichen lässt mit den Kämpfen anderer.
Der Text heute offenbart meine eigene Theologie, die eben keine Theologie ist, sondern eine Sehnsucht den Vater zu hören und Ihm da zu folgen, wo ich meine zu verstehen und niemals fertig zu sein mit dem, was ich denke.
Zu den beiden Themen „wie ich die Bibel lese“ und „Hierarchie in Reich Gottes“ gibt es schon einige Texte, die gerne nachgelesen werden können.
Wie ich die Bibel lese (02.08.2022)
Hierarchie im Reich Gottes (15.07.2022)