26.10.2022
Lk 13:22 ff Ein Mensch fragt Jesus: meinst du, dass wenige gerettet werden?
Jesus antwortete ihm mit der Geschichte von der engen Pforte, und dem schweren Kampf, hineinzukommen, und dass viele nicht hineinkommen.
Was hat sich der Mensch bei dieser Frage gedacht, welche Antwort wollte er hören? Vielleicht so etwas wie: Die Gnade ist groß, und, sorge dich nicht?
Was ist mit uns? Können wir die Antwort Jesu hören? Ist nicht mancher unter uns, der sagt: Ich wollte doch nur ein gutes Leben, ich wollte essen und trinken gern auch vor Dir. Oder: Wir haben gedacht, es wäre Deine Aufgabe, uns zu retten.
Aber, welchen Kampf genau sollen wir denn kämpfen?
Sicher ist es ist nicht ein Kampf um ein Ideal, um etwas Vollkommenes oder Perfektes, Fehlerfreies.
Und sicher ist auch: Wir können diesen Kampf kämpfen.
Die Frage, um die es geht, ist die uns allen bekannte tragische Trias: Schuld, Leid und Tod.
Wie nun sollte die Antwort und die Lösung billiger und kleiner sein als die Frage?
Was tut die Menschheit nicht alles, um diese Trias auf ihren eigenen Wegen zu lösen?
Im Persönlichen sind es oft die Dinge, die auch Viktor Frankl genannt hat: eine provisorische Existenz, vorläufige Ziele, Zerstreuung und Ablenkung.
Ich möchte heute wieder mit einem Beispiel antworten, dass ebenfalls sehr kompliziert ist:
Viele Menschen glauben, wenn sie heiraten, könnten sie dieselben bleiben, die sie vorher waren. Aber das ist nicht wahr. Ein verheirateter Mensch ist ein anderer Mensch, als er vorher war. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Ich habe am Anfang unserer Ehe so gelebt, als wenn ich noch das Leben leben könnte, was ich leben wollte. Das alte Leben in seiner Form muss ganz sterben. Nicht nur auf Eis gelegt oder reduziert werden, sondern ganz sterben.
Das mag deprimierend klingen, aber ich bezeuge ebenso, dass das neue Leben, das ich danach erhalten habe, ist ein besseres Leben.
Wir haben die Freiheit, unser Leben selbst zu leben. Obwohl dies eigentlich nur die Wahl für ein Leben in der Knechtschaft zur Welt ist. Und es ist ein wenig ähnlich: Ich kann mir die Frau, die in mein Leben kommt, nicht zimmern. Sie ist sie selbst und sie kommt als sie selbst. Ich kann mir auch die Erlösung, das Durchgehen durch die enge Pforte, nicht allein gestalten, allein erreichen. Wenn da niemand ist, der mich in den Arm nimmt, dann bin ich danach wirklich tot.
Die Wahl ist eigentlich, welches Leben ich nach meinem Tod haben will, ein Leben mit Christus oder kein Leben. Das Besondere ist nun, dass ich diese Wahl im Leben treffen muss, bevor ich physisch tot bin. Wer jetzt sein eigenes Leben leben will, bleibt vor der Pfote und er wird zuschauen müssen, wie andere im Reich Gottes feiern.
Nachtrag: Mein Freund Johannes Paulsen ist mit Initiator eine Ausstellung über Märtyrer des letzten Jahrhunderts es lohnt sich dies anzuschauen. Hier ein Gedicht, dass zu unserem Thema passt: tödlicher Kampf.
„Das letzte Gebet! (von Eurer tieftraurigen Schwester Maria)
Herr, wende mein Herz
ganz ab von der Welt,
und führe Du mich,
wie es Dir gefällt.
Sind rau auch die Wege
und dornenvoll,
ich weiß, Du führest mich
dennoch wohl.
So nimm Herz und Hände
und führe mich!
Wenn ich auch das Ziel
Deiner Wege nicht sehe,
Du führst mich doch wohl, Herr,
Dein Wille geschehe.“
Maria Kreulich, am 17.04.1944, am Tage ihrer Hinrichtung