Do 19.01.2023
Mk 3:7-12 Viele wollen von Jesus geheilt werden.
Viele, sehr viele, kamen zu Jesus. Aus vielen Regionen und von weit her. Sie alle haben von Seinen Taten gehört und wollten Ihn berühren.
Direkt vorher ist der Beschluss der Pharisäer, wie sie Ihn umbrächten. Offenbar war ihre Erwartung der Wirkung Jesus ganz berechtigt. Die Pharisäer und die Knechte des Herodes hatten ein Gefühl für das Volk, für die Massen.
Jesus aber hat dies nie im Sinn gehabt. Was Er tut, hat nicht den Zweck, Massen um sich zu sammeln. Im Gegenteil. Er meidet die Massen, wenn möglich, und verbietet den Geheilten und den Geistern das sie Ihn offenbar machen.
Es sind zwei Liegen, zwei Welten, in denen die Dinge geschehen. Jesu Welt ist das verbinden Gottes mit Seiner Welt, Seinen Menschen. Es geht Ihm nicht um sich. Genau genommen auch nicht um den Menschen an sich (für sich selbst).
Die Menschen kommen zu Ihm, weil sie von Seinen Werken gehört haben. Es ist das Zweite, das ihnen das Wichtige ist: körperliche oder seelische Heilung.
Aber sie werden wieder krank werden, die Dämonen werden wiederkommen. Die Menschen, auch die Geheilten, werden sich von Jesus abwenden, wie z. B. in Joh 12:37; Joh 6:66 und an anderen Stellen gesagt. Seine Gefolgschaft wird am Ende nur aus den zwölf Jünger bestehen, zusammen mit einigen Frauen. Am Kreuz dann sind selbst die meisten Jünger weg.
Die Freude an Heilungen ist eine überraschend schnell verblassende Freude. Und es ist eine Demonstration dessen, dass die Menschen mit den Folgen ihres Lebens zwar nicht leben mögen – aber dennoch an ihrer Selbstsucht festhalten wollen. So wie ein Spieler es gern hat, wenn jemand seine Spielschulden bezahlt und ihn dann aber in Ruhe lässt. Sein Leben will er nicht ändern.
Gott hat uns das Leben und diese Welt gegeben. Ist das nicht Wunder genug, nicht Freundlichkeit genug?
Aber was soll uns all das gut gehen? Offenbar juckt den Menschen doch der Übermut. Er ist eben nicht so gebaut, dass ihm Gesundheit und Heil, Versorgung und Sicherheit am Ende genügen.
Denn „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir“ (Augustinus).
Das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist die Seite der Rebellion. Sollte es genug sein, sich ganz in Gott zu bergen? Oder hat der Recht, der ein „mehr“ verspricht? „Du wirst sein wie Gott“. Souverän.
Heilungen helfen für diese Unruhe wenig – vielleicht manchmal für eine Weile.
Am Ende geht es immer um mehr, viel mehr.
Um Leben oder Tod, Sein oder nicht Sein.
Was mit Euphorie und Enthusiasmus kommt, geht nach einer Weile wieder und nimmt die mitgebrachte Kraft mit – ja nimmt mehr mit, als es gebracht hat!
Der Weg in die Erfüllung geht immer durch das „finstere Tal“, es ist immer der „untere Weg“, wie ein Missionar einmal sagte.
Und zudem: Es nützt wenig, Jesu als Gottes Sohn zu erkennen. Die unreinen Geiser erkennen Ihn genau.
Nicht die Erkenntnis Jesu rettet uns, sondern nur der Gehorsam, der aus der Liebe kommt. Es ist der Gehorsam der Braut, der in der Hingabe die Erfüllung erkennt – nicht irgendeine Pflicht, sondern die Herrlichkeit der Teilhabe.