Di 24.01.2023
Mk 3:31-35 Wer ist meine Mutter, wer sind meine Brüder?
Es ist wichtig, die Vorgeschichte im Blick zu behalten. Jesus spricht direkt davor davon, dass nur ein Haus (wir sprechen heute von Familie), das mit sich selbst eins ist bestehen kann.
Ein Haus beinhaltet die Familie, wie wir sie kennen, und die weiteren Menschen, die im Hause leben, seinen es Sklaven oder Knechte.
Eben die, die den Willen des Hausherren tun!
Jesus erklärt also die, die den Willen des Vaters tun, zum Bestandteil des Hauses (zu dem natürlich Maria und die anderen ohnehin gehören).
Nicht die, die Gott kennen, gehören dazu. Nicht die, die von Ihm schwärmen oder Ihn respektieren. Nicht die, die schon immer christlich waren. Nicht die, die Geld dafür bekommen oder geben; oder auf Ihn hoffen in Leid und Not, oder im Sterben.
Nicht wer „glaubt“ das Gott ist, gehört zur Familie. Ich glaube auch, dass mein Nachbar existiert – aber ich gehöre nicht zu seiner Familie.
Allein wer den Willen Gottes tut, gehört dazu.
Tun: Etwas hervorbringen, etwas mit der Hand machen (handeln), arbeiten, sich betätigen,..
Die Gefährdung des „Hauses“ ist das Teilen. Ein Begriff, der sehr populär ist, wenn es um darum geht Gutes zu tun.
Wie im Deutschen auch, kommt Teilen vom Auseinanderbrechen (μερίζω merízo teilen, etwas in Stücke zerteilen, genauer gesagt vom Ganzen abtrennen).
Der Gehorsame teilt nicht, sondern lebt ganz für „die Familie’“.
Ich möchte präzisieren: Es geht um den Hausherren. Ich diene nicht in sozialistischer Weise dem Ganzen und damit indirekt mir. Ich suche nicht Gerechtigkeit oder Gleichheit.
Ich suche allein den Herren.
Es geht nicht um ein soziales Konstrukt, um ein besseres Leben.
Es geht um den Ausdruck des Glaubens, der sagt: GOTT ist gut. Ihn zu ehren und Ihm alles zu geben ist gerecht.
Es ist eine Gerechtigkeit, die nicht auf Gleichheit zielt, sondern auf die richtige Richtung (sind die Worte zufällig so ähnlich?).
Zu wissen, was Gut und Böse ist, ist nicht die Lösung. Denn die Welt ist nicht für sich, sondern auf Gott hin.
Das Ziel, die Welt zu verbessern, ist ein Irrtum. Auch wenn es normal ist, Gutes zu tun, ist es nicht der Sinn des Seins. Der Sinn ist in der Bezogenheit zu Gott und der Fruchtbarkeit mit Gott.
Wo bleibt da die Person, so könnte man fragen.
Es gibt diesen geheimnisvollen Satz (V 33+34) das der Gehorsame Jesus auch Mutter ist (nicht nur Bruder und Schwester).
Die Mutter ist die, auf die man von Herzen achtet und hört. Die, die die Ursache des Da-Seins ist – auch von Jesu Da-Sein.
Die aus Liebe Ja gesagt hat. Frei (personal).
Der Gehorsam löscht die Personalität nicht aus, sondern entfaltet sie.
Alle Personalität, alle Freiheit hat ihren Sinn zur Liebe hin (nicht zum selbst).
Wer sich selbst liebt, wer sich selbst sucht, ißt gewissermaßen die Saatkartoffeln auf. Für einen Moment mag es befriedigen – wenn ich dann später die Kinder hungern sehe, werde ich mich verfluchen.