Gemeinschaft

Sa 18.02.2023 Celle

Mk 9:2-13 Die Verklärung Jesu

Gestern war ich Teil eines Konfliktes, der mich an meine Grenze geführt und in gewisser Weise überfordert hat. Im Traum der Nacht ging er weiter und lastet heute Morgen weiter auf mir.

Nun lese ich diesen Text.

Zum ersten Mal fällt mir auf, dass es hier besonders um Gemeinschaft geht. Vielleicht auch um Trost.

Gott sendet zwei Propheten zu Jesus, damit sie bei Ihm seien.

All Seine Herrlichkeit, Sein göttlicher Glanz ist schon da. Und doch kommen Menschen hinzu. Jesus ist sich selbst nicht genug.

Gott, Vater, Du weißt, dass ich meine akute Einsamkeit als die größte Last empfinde. Und Du siehst mich.

Der Konflikt mit Petrus („geh hinter mich, Satan“) ist sechs Tage her. Kurz nach einem Höhepunkt, nämlich dem Messiaszeugnis ebendieses Petrus.

Und genau diesen Petrus nimmt Er mit in Seine tiefste Intimität mit dem Vater. Das heiligste, was Jesus in der Intimität mit dem Vater vollzieht, Seine Gebet auf dem hohen Berg, verbindet Er mit diesen drei Aposteln.

Du bezeugst damit, dass wir wissen sollen, dass Gemeinschaft eine Verheißung ist. Das in allem der Vater und Jesus ebenso, sich um genau dies kümmern werden.

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Genauso wie Gott nicht allein ist, sondern trinitarisch. Aber in gewisser Weise mehr noch: Der Ewige, nie einsame, offenbart hier, dass Er Menschen bei sich haben will.

Nicht nur, dass Du mich damit tröstest. Sondern sogar, dass Du mich um meine Gemeinschaft mit Dir bittest. Die Heiligen aller Zeiten sind bei Dir in Deiner Einsamkeit. Und Du lädst mich dazu. Komm mit mir hinauf auf den Berg. Meine Herrlichkeit wird noch überstrahlt von meiner Sehnsucht nach euch Menschen.

Dort, wo ich in dem Konflikt Unrecht habe, suche ich Dich und Deine Korrektur und Vergebung.

Dort, wo der andere Unrecht tut, wartest Du auf mich, denn Du bist immer Leidtragender allen Unrechtes. Dort gehe ich zu Dir und tröste Dich in Deinem Kreuz an solchem Unrecht.

Niemals allein.

Unrecht zu tragen ist allezeit das, woran es fehlt. Weder sich durchsetzen noch der Rückzug sind Ordnungen des Reiches Gottes. Allein das „dennoch“ gibt Dir die Ehre, gibt Dir recht, der Du diesen Weg vorgegangen bist.

Praktisch:

Mir scheint es geht zunächst darum, akute Einsamkeit zu tragen und die Zeit suchen für einen „hohen Berg“. In der Situation selbst meine Ohnmacht akzeptieren. Das Kleine suchen, was dennoch getan werden kann. Treu sein, ohne mich durchzusetzen oder zu fliehen. Der Leidenschaft den Raum beschneiden durch viel Zurückhaltung. Falls ich noch rede, das je kleinere Wort suchen. Den Glauben suchen und beleben, dass hinter dem Sperrfeuer des Anderen auch ein Herz, vielleicht ein einsames Herz verborgen ist.

Und in allem, eigene Fehler suchen und lernen, was ich zu lernen habe.

Meine Wirksamkeit wird in der unsichtbaren Welt entschieden und vollzogen. Eine „gute“ Demütigung verlagert meine Existenz (meinen Schatz) in den Himmel. Es geht nicht um Siege, sondern um Treue.

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