Zwei Welten

Do 30.03.2023

Joh 8:51-59 Jesus war vor Abraham

Es geht weiter im geheimnisvollen Text des Johannes.

Zunächst fällt auf, dass die „Juden“ (also wir) auf einer ganz anderen Ebene reden und denken als Jesus. Erstaunlicherweise redet Jesus aber weiter mit ihnen, es scheint doch offensichtlich, dass sie Ihn nicht verstehen, ja nicht verstehen können in der Welt, in der sie leben.

Sie argumentieren ja logisch, richtig und sinnvoll.

Es ist also klar, dass Jesu Erscheinen eine Offenbarung ist – nicht etwas Logisches, nicht aus der Welt, sondern aus dem Himmel.

Wie schon oft bedacht, hängt dies an der Wirklichkeit der Vaterschaft (also der Sohnschaft). Ich bin von dem Wesen des Vaters. Ist mein Vater die Welt – und sei es Abraham, bin ich von der Welt.

Ich betrachte heute den Vers 51:

“‭‭Wahrlich‭, wahrlich‭ ich sage‭‭ euch‭: So‭ jemand‭ mein‭ Wort‭ wird halten‭‭, der wird den Tod‭ nicht‭‭‭ sehen‭‭ ewiglich.‭”

τηρέω‭ teréo ‭bewahren‭;

‭‭Von ‭τέρος‭ behütend, beschützend; ‭ig.:‭ wahrnehmen, viell. verw. mit ‭ ‭θεωρέω‭ the-oréo ‭anschauen, bemerken‭. (Strong)

Aber ist es nicht offensichtlich, dass alle Menschen, auch alle Christen, sterben?

In mir sind zwei Möglichkeiten zu hören. Oder: In mir ist die Wahl, welchen Vater mein Leben offenbaren soll.

In meiner Vorfindlichkeit ist mein Vater die Welt. Also das Bemühen, jemand zu sein, zu leben und zu überleben.

Dieser Mensch stirbt und steht auch nicht mehr auf.

Denn mit der Auferstehung ist es nicht so, dass ich auferstehe, wenn ich nur die Fahrkarte „Taufe“ oder „Gläubig“ in der Tasche habe. Nicht ich stehe auf – sondern der, und nur der, der jetzt schon als Sohn jenes Vater Jesu in Erscheinung tritt – der lebt weiter.

Nicht das Werk rettet mich, sondern der Geist, aus dem ich das Werk tue.

Wenn ich meiner Frau ein Glas Wasser bringe, und denke, das ist doch ein gutes Werk, dann ist es nur ein Werk.

Wenn ich den Durst meiner Frau wahrnehme und „uns in ihr“ Wasser bringe, weil wir eins sind, weil wir zusammen gehören, weil mich ihre Erfrischung erfrischt – dann ist das Verwandtschaft mit dem Vater Jesu.

Solche „Typen“ leben ewig.

Menschen, vom Typ: Sohn der Vaters Jesu.

Und diese hören auch die Stimme Jesu als Stimme des Vaters. Sie deuten diese Stimme nicht innerhalb ihrer Welt und stoßen auf all die Unlogik, die darin wäre, wenn sie von der Welt wäre.

Jesus sagt (V4):“ Wenn ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts“.

Weil dies innerhalb des Systems der Welt wäre. Die Welt kann dem Ewigen keine Vaterschaft und kein Zeugnis sein.

Konrad Lorenz hat beschrieben, dass die Graugänse (waren es die?), die nach ihrem schlüpfen zuerst ihn gesehen haben, ihn als Vater (Mutter) erkannt haben. Sie bezeugen, dass Lorenz einer von ihnen ist.

Aber das ist kein Zeugnis für das Mensch-sein. Die große Leistung des Menschen Konrad Lorenz kann nicht durch Graugänse bezeugt werden. Nur ein Mensch kann Konrad Lorenz als Mensch bezeugen. Nur Gott kann Christus als Gottessohn bezeugen.

(Jedes Beispiel zeigt nur etwas auf – nicht alles).

Die Graugänse sind hingegangen, wo Lorenz hingegangen ist. Sie folgten ihm und erwarteten alles von ihm.

Wem folge ich? Von wem erwarte ich alles?

Bei uns ist es anders als bei den Gänsen. Wir sehen zuerst die Welt und ihre Vaterschaft. Nun aber kommt der Vater, der schon in unserer Entstehung von Seinem Geist in uns hineingab. Er ruft uns jetzt bei jenem Namen, der unsere Sohnschaft ausmacht.

Das Beispiel mit dem Glas Wasser sollte weiter ausgeführt werden. Denn es geht um den Vollzug – nicht den Gedanken oder die Erkenntnis allein.

Erst in einem stetigen Vollzug bezeuge ich, ein Hörer des Wortes zu sein. Zunächst als Knecht – dann als Sohn. In meiner Treue (=Glauben) ist der Vater treu.

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