„Ich kenne dich nicht“

Do 07.12.2023

Mt 7:21-27 Vom großen Fall des Hauses bei Wasserfluten

Das Wort Jesu ist so schwer, dass es weggelassen wird.

Die Verse 22–23 sind in der Lesung ausgelassen.

“‭22‭ ‭Es werden viele‭ zu mir‭ sagen‭‭ an‭ jenem‭ Tage‭: HERR‭, HERR‭! haben‭‭ wir nicht‭ in deinem‭ Namen‭ geweissagt‭‭, haben wir nicht in deinem‭ Namen‭ Teufel‭ ausgetrieben‭‭, und‭ haben wir nicht in deinem‭ Namen‭ viele‭ Taten‭ getan‭‭?‭ ‭23‭ ‭Dann‭ werde ich ihnen‭ bekennen‭‭:‭ Ich habe euch‭ noch nie‭ erkannt‭‭; weichet‭‭ alle von‭ mir‭, ihr Übeltäter‭‭‭!‭”

Sie leiten aber die Geschichte vom Haus auf dem Fels, oder Haus auf dem Sand ein.

Was ist das denn konkret, sein Haus auf den Fels bauen.

Ist nicht der, der diesen Text liest, zumeist ein Frommer? Für den es nicht gilt?

Warum steht der Text denn da?

Diejenigen, die das Wort Jesu ablehnen, lesen doch nicht in der Bibel.

Weil es uns Fromme angeht

Zuvor steht, dass man den guten Baum an den Früchten erkennen kann.

Früchte werden nicht gemacht – sie sind das Ergebnis von dem, was der Baum ist.

Der Himmel ist nicht für Menschen, die gute Taten vollbringen, sondern für die, die vom Wesen her so sind, wie es für den Himmel paßt.

Ich nehme ein heikles Thema:

Das Haus des Lebens ist zuerst die Familie.

In einer Zeit, in der es eine Ausnahme ist, eine intakte Familie vorzufinden, werden sich viele vor den Kopf gestoßen fühlen.

In seelsorgerlicher Weise ist es sicher je ein komplexes Einzelerleben.

Das Scheitern aber zur Umdefinition der Worte Jesu zu machen, ist gefährlich. Also zu sagen: da es bei mir nicht gelingt, kann Jesus dies auch nicht als etwas Entscheidendes für das Kennen Jesu festlegen.

Halte ich es aus, dass klar von sehr frommen Menschen die Rede ist?

Menschen, die in Jesu Namen viele Taten getan haben, ja die geweissagt haben und sogar solche, die Dämonen ausgetrieben haben?

Und es hilft auch nichts, keine Dämonen auszutreiben, um nicht in diese Kategorie zu fallen.

Wie kann Jesu sagen: „Ich habe euch nie erkannt“?

Wie nun baue ich mein Haus auf Fels

Ich nenne nur Dinge – es ist keine vollständige Antwort.

a) Hochmut

Demut ist das zentrale Kennzeichen Jesu und die Normalität im Reich Gottes.

Das sicherste Kennzeichen für mangelnde Demut ist die Vermutung, ein anderer habe Schuld an meinem Mangel.

Das große „weil“ und das große „aber“.

Weder Umstände noch Verhalten anderer, noch Begabungen oder etwas außerhalb von mir sind eine Entschuldigung.

Es ist ein geistiger Akt gegen die Vorfindlichkeiten des Alltages. Ein hier und jetzt reifen an den Umständen.

Ein sich etwas sagen lassen, ohne ein „aber“ im Herzen.

Verantwortung für mich selbst kann mir niemand abnehmen.

Auch nicht für meine Gefühle.

„Deinetwegen fühle ich mich schlecht“ – z. B.

Dazu ist viel zu sagen und zu üben. Der Anfang ist die Entscheidung, es zu wollen.

b) Das Öl auffüllen

Es wird der Sturm kommen, das Wasser. In jedem Fall.

Dann kann ich nichts mehr tun.

Menschen verbrauchen den Kredit ihres Lebens, statt ihn zum Gründen ihres Hauses zu investieren.

Freiheit ist da, wo ich noch nicht genötigt bin.

Vor der Zeit.

Jetzt.

Wenn der Bräutigam kommt, ist keine Zeit auf dem Markt noch Öl für die Lampen zu kaufen.

In das Fundament zu investieren, sieht zunächst nach verlorener Zeit aus.

Wie oft erlebe ich, dass Menschen lässig mit ihren Beziehungen umgehen.

Dass sie lässig mit Worten umgehen.

Es brennt doch noch nichts.

Die Frucht ist nicht in meiner Hand, nur das Umgraben um den Baum.

Will ich denn von Jesus erkannt sein?

Jesus weißt niemanden zurück, der Fehler gemacht hat. Genauso wenig wie Er jemanden annimmt, weil der gute Taten vollbracht hat.

Sondern Er fragt mich: Willst du?

Dass ich wirklich will, erkennen ich daran, dass ich keine Ausreden mehr habe.

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