Mi 27.12.2023 Gedenktag des Hl. Johannes (Evangelist)
Joh 20:2-8 Wettlauf des Johannes und Petrus zum Grab
Weisheit des Liturgischen Jahres.
Vergiss die Heiligen nicht.
Die Kirche hat in weiser Pädagogik das Liturgische Jahr (Kirchenjahr) bestimmt. Und so freut sich der Geist Gottes, und kommt mir in der Befolgung des Kirchenjahres näher, als wenn ich meine Texte selbst wählen würde.
Nach der Geburt Jesu (Gott kommt uns nahe) folgt die erste Wirkung auf Menschen: das Zeuge-sein, mit den möglichen, ja wahrscheinlichen Folgen.
Danach zeigt der Geist auf die Heiligen.
Angst, Heilige zu beachten
Auch hier wirkt sich meine evangelische Prägung aus. Obwohl ich schon viel gelernt habe, spüre ich immer noch Widerstände.
Z. B.: Brauche ich für die Heiligen nicht eine Art zusätzlicher Glaubenskraft?
So viele Leute glauben etwas (Juden, Moslems, Sozialisten, etc.). Oft sehr plausibel.
Meine Apologetik (Begründung der Details meines Glaubens) möchte sich auf Jesus Christus konzentrieren. Das ist schon viel mehr als auf Gott.
An Gott zu glauben ist leicht – ich kenne nur törichten Widerstand (sorry).
An Jesus Christus zu glauben ist viel mehr. So habe ich hohen Respekt vor den Juden und auch den Moslems und ihre Gründe das nicht zu tun (womit sie falsch liegen).
Warum jetzt noch Maria und dann auch noch die Heiligen.
Ach ja – ich kann sie einfach direkt fragen. Ich frage Johannes.
„Der Umgang mit den Heiligen wird dir für den Glauben an Jesus Christus dienen“.
Ok, also kein Glaubensabfluss, sondern ein Zufluss. Klingt gut.
Und wie sieht das heute konkret aus?
a) Sieh den Eifer der beiden Jünger. Sie meinen Eifer (Johannes ist ja Autor und Inhalt). Sieh, dass mir etwas Besonderes geholfen hat, so dass ich bezeugen kann:
„Ich sah und glaubte“.
b) Reliquien. Es ist vom Schweißtuch die Rede.
Wer sich mit dem Grabtuch und dem Schweißtuch beschäftigt hat, weiß wie Glaubensstärkend das ist. So hilft mir der Heilige gleich für meinen weiteren Vorbehalt aus evangelischer Zeit: die Reliquien.
Bruder
Gerade in Zeiten der Anfechtung glaubt mein Bruder für mich mit.
Die Kirche betet: Sieh nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben Deiner Kirche.
Auch bei der Eucharistie, die oft meinen kleinen Glauben anfragt, sehe ich auf andere, die nach vorn gehen. Ich gehe mit all denen, deren Glauben allein vielleicht auch schwach ist.
Wenn ich bete, brauche ich das Zeugnis der Heiligen!
Unbedingt.
Zunächst und zumeist ihr Zeugnis in den Evangelien.
Wie einsam bin ich, bis ich die Bibel aufschlage und dort ihr Zeugnis finde.
Wie Papst Benedikt sagt, sage ich auch: Ich finde dort nicht „das Wort Gottes“, sonders das Zeugnis vom Wort Gottes.
Ich erweitere: Das Zeugnis der Heiligen.
Ich finde dort die Heiligen.
Der Himmel
Und mehr noch.
Habe ich keine Vorstellung vom Himmel, habe ich nur Informationen, was nicht ist.
Was ich hinter mir lassen soll, was ich nicht tun soll, was keinen ewigen Bestand hat.
Und vieler Christen Blick in den Himmel beinhaltet nur Attribute. Nichts Eigentliches.
Ich weiß aber, dass wir im Himmel wirken werden (ich nenne es gern arbeiten, denn ich mag schöne Arbeit).
Wirken für Menschen.
Das Heil der Welt ist nicht ein Loskommen von allem auf der Welt. Sondern ein Wandeln (wie oft gesagt).
Der Sinn des Lebens ist nicht der Tod – sondern das Leben.
Das Leben hier ist leben im Reich Gottes – oder ich lebe nie im Reich Gottes.
Freundschaft mit Heiligen ist Vermischung der unsichtbaren Welt mit der sichtbaren.
Nicht Vermischung einer weltlichen Welt mit der Himmlischen.
Es ist das schon gemeinsame Leben (Communio) mit Menschen, die ich sehe und Menschen, die ich nicht sehe.
Schließlich will ich mich im Himmel zu Hause fühlen.
Der Freund des Bräutigams ist auch mein Freund.
Wenn sich Gott die Zeit und die Aufmerksamkeit nimmt – sollte ich es nicht auch tun?
Heilige sind nicht hauptsächlich Perfekt oder Vollkommen – sie sind hauptsächlich bei Gott und bei Menschen.