Offenbarte Wirklichkeit

Di 09.01.2024

Mk 1:21-28 Jesu erste Rede in der Synagoge von Kapernaum

Jesus spricht und handelt in Vollmacht. Hat das mit mir zu tun?

Vollmacht ist nicht „viel“ Macht, sondern Macht von woanders her.

Wenn ein Apfel reif ist und vom Baum fällt, hat er die Vollmacht zur Erde zu fallen. Er folgt der Macht der Naturgesetzte.

Jesus redet, was Er jetzt den Vater sagen hört.

Insofern redet Er in der Macht des Vaters.

Bevollmächtigt.

„Geschaute Worte“

Auf dem Acker der Schrift und der Tradition – aber nicht Gelesenes und Rekapituliertes, nicht Meinung oder Wissenschaft – sondern ganz nah am Wesen des Vaters.

Es ist nicht fremdgesteuert – es ist freies Schauen.

Einfühlung in das Wesen des Vaters.

Sehr gern gehorchen und Ihn erfreuen, Ihn ehren.

Das zeigt sich an der Taufe, das zeigt sich an der Prüfung in der Wüste.

Nicht daran vorbei – hindurch.

Hermeneutischer Zirkel

Ich selbst, der ich nicht Jesus bin, gehe den Weg des Übens.

Ob es bei Dir Herr so war?

In der Zeit der Stille vor Deinem Auftreten?

Beim Üben im Tempel?

In der Übung des Gehorsams gegen Maria und Josef, der Unterordnung?

Mit diesem Zirkel (Spirale) meine ich, dass ich vermute geschaut zu haben und den Vollzug des geschauten wage.

Und dann wach sein möchte dafür, was daran geschaut und was Eigenes, mangelhaften war. Mit diesem suche ich erneut klarer zu schauen.

Mein U-Eisen ist mir ein gutes Bild.

Wie oft habe ich Winkel und Metallmassstab verwendet, oder die Schieblehre angelegt. Wenn ich die Bewegung des Feilens so oder so ändere – geht es dann in die richtige Richtung oder habe ich evtl. dann an anderer Stelle eine Verschlechterung?

Die Wirklichkeit ist brutal.

Die Menschen in der Synagoge bezeugen: Jesus schaut die wahren Worte in Klarheit und Vollmacht.

Nicht wie ein Professor, der sein Wissen im Kopf hat und nicht in den Händen.

Unsichtbare Welt

Die Nagelprobe ist die Anwesenheit der unsichtbaren Welt.

Sie ist immer da – aber unsere Nähe zu Gott ist so ungefährlich für sie, dass sie verborgen bleibt.

Mir scheint, ihre Wirkung ist die Einschränkung der Freiheit dessen, den sie „besetzen“. Besetzen beschreibt mir zunächst das Ausfüllen von Freiraum, der dem Menschen nicht mehr zur Verfügung steht.

Das erlebe ich, leicht zu sehen, z. B. bei Angst- oder Zwangsstörungen.

Die unsichtbare Welt hängt mit der sichtbaren zusammen. Insofern hat Handeln an der sichtbaren Welt eine Bedeutung. Wissenschaft und empirische Forschung haben eine Bedeutung.

Aber sie ist kleiner als jene Welt und erreicht nicht, worum es im tiefsten geht.

Bedingung für Heilung in diesem Bereich ist Vollmacht. Vollmacht in obigem Sinn.

Eigene Macht ist nicht hinreichend (wenn auch nicht bedeutungslos).

Mein Augenmerk ist also nicht der Dämon – sondern der Vater.

Der Krieg in Israel und die unheimliche Veränderung der „Straße“ in Deutschland scheint mir besser mit der unsichtbaren Welt verständlich.

Aber mein Weg soll sich nicht darauf konzentrieren, sondern mir zeigen, inwieweit und wo ich an meinem Vater vorbeischaue.

Sie ist mir Rückmeldung meiner eigenen Beziehung zum Vater.

Ein Art „Schieblehre“ meiner Seele.

Es gibt „kriegerischen Schmerz“ und es gibt „friedvollen Schmerz“.

Denn der Krieg der Welt ist nicht lösbar – Frieden ist in der Zustimmung zur Herrlichkeit des Vaters.

Die Phänomenologie des U-Eisens

(Messergebnis der Zielabweichung)

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