Zweiter Tag

Fr 12.01.2024

Mk 2:1-12 Heilung des Gelähmten, der durch das Dach gebracht wird.

Der Text von vor einem Jahr ergänzt diese Andacht:

Wozu kam der Menschensohn? (13.01.2023)

Warum kommt Jesus wieder zurück?

Heilung ist nicht alles.

Vorgestern ging es darum, warum Jesus überhaupt kommt.

Er heilt und geht dann woanders hin.

Heute zeigt sich, was am „zweiten Tag“ dran ist.

Der zweite Tag ist nicht wie der erste Tag

Viele kommen – aber es ist nicht mehr von Heilung die Rede, wie am ersten Tag. Auch bei der Heilung des Gelähmten geht es nicht um die Heilung als Heilung. Die Heilung ist hier ein Zeichen, Bestandteil des „Wortes“, das Er ihnen sagt.

Viele Christen meinen, es ginge immer um das, was sie am Anfang erlebt, gelernt und empfangen haben.

Aber es ist nur der erste Tag.

Er sagte ihnen das Wort

Heute, der zweite Tag: Das Wort.

Der Logos.

Das Wort gehört zu den typisch menschlichen Dingen.

Jesus betont heute sich selbst als den Menschensohn.

Der Logos verbindet den Geist mit der Materie, der Welt.

Und ordnet.

Uns selbst setzt er in diese so schwer erträgliche Verantwortung.

Denn das Wort ist für mich Mensch auch die Proklamation dessen, was sein soll, aber noch nicht ist.

Der Mensch benennt das Tier, nachdem Gott es geschaffen hat. Das Wort des Menschen ist das Ziel des Tieres.

Der Logos war nicht der Anfang, sondern im Anfang.

Es gibt kein am Anfang.

Weil es das Wort in Gott gibt, wird die Schöpfung zu dem, dass es dem Wort entspricht. Evolution erfüllt das Wort! (Eine Antwort an Nassim Taleb.)

Logos ist gestaltend – nicht fertig. Ordnung ordnet sich – sie ist nicht.

Der Menschensohn

Gestern verbarg Jesus sich. Der Aussätzige sollte Ihn nicht offenbar machen.

Heute jedoch scheint es ganz anders zu sein.

Als Verkünder des Wortes ist Er als Mensch die erste Offenbarung des Wortes.

Der Mensch ist ob des Wortes; wegen, durch das Wort.

Und so ist Jesus da – als fleischgewordenes Wort.

Und als fleischgewordenes Wort hast Du die Vollmacht, Sünden zu vergeben.

Es ist das Größere!

Ich habe oft darüber geschrieben, dass Menschen zumeist nur Heilung und Segen wollen. Das aber ist nicht hinreichend. Der Würde des Menschen nicht entsprechend.

Der Mensch ist durch das Wort Gottes – und damit untrennbar an Gott gebunden. Es gibt die Wahl, nur ein Tier zu sein, nicht wirklich.

Ich habe das gestern zwar gesagt – aber die Konsequenz ist die Nichtung.

Etwas, das nicht seinem Ruf entspricht, ist am Ende nicht existent.

Die Wahl, das Nicht-sein zu wählen, hebt am Ende den Wählenden auf.

Im Leib

Mir scheint, dass Jesus NUR als Menschensohn die Sünde vergeben kann.

Die Sünde wird nämlich nicht gelöscht – sondern Du nimmst sie auf Dich.

Heiliger Tausch.

Die Sünde ist nicht weg – sie wird von Dir IM Fleisch getragen, gesühnt.

Die Abweichung von der Ordnung wird nicht aufgehoben, indem die Ordnung außer Kraft gesetzt wird.

So stellen sich viele einen allmächtigen Gott vor.

Aber Allmacht nenne ich eine sekundäre Eigenschaft Gottes.

Dein Wesen, Vater, ist Liebe.

Person-sein (Frei), liebend, fruchtend.

Vor allem Anderen und über allem Anderen.

Und die Liebe hebt die personale Würde des Menschen, Deines Gegenübers, nicht auf. Denn dann würde sie erlöschen, weil sie kein Gegenüber mehr hätte.

Gelähmt

paralytikos – auflösen

Der Gelähmte ist in sich unverbunden.

Die Freunde aber füllen den Mangel. Sie sind Vorläufer Jesu, denn sie tragen die Last des Freundes an ihrem Leib.

Jesus offenbart Seine Verbindung mit diesen Freunden – Er ist Ihnen Bruder.

Es geht darum, die Lasten anderer zu tragen – und sie damit mit Gott zu verbinden.

In mir.

Ich an dir, Bruder, und Du in mir, Herr Jesus.

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