Der Mensch von Gerasa

Mo 29.01.2024 Nes Amim, Israel

Mk 5:1-20 Jesus bei dem Gerasener

Für 2000 Schweine ist es zuviel – der Mensch aber lebt schon lange damit.

Was ist der Mensch?

Du nennst Dich Menschensohn. Immer wieder.

Du bist von einer Frau, Maria, einem Menschen geboren.

Was ist der Mensch?

Tausend Dämonen – oder ein Gott.

„Du hast ihn wenig geringer gemacht als Gott, und mit Herrlichkeit und Glanz hast Du ihn gekrönt“ (Ps 8:5).

Wir aber sind uns nicht zu schade uns selbst zu verschwenden.

Wie sehr schmerzt allein das Deine Hände, Vater, die uns gebildet haben.

Wie lockt es Dich vom Himmel auf die Erde, über die stürmische See der dunklen Nacht, hin zu diesem einen Mann.

Menschen sehen die tausenden Säue sterben – Du aber siehst denn Mann leben.

Ich kann nicht genug bei Dir abschauen, groß vom Menschen zu denken.

Groß, weil Du ihn selbst schufst – nicht nur durch ein Wort allein, mit Deinen Händen, ja am Ende mit Deinem Blut.

Die Rückseite des Teppichs

Bevor die blutflüssige Frau, Symbol der sich selbst verlierenden Menschheit, geheilt werden kann, muss dies hier geschehen.

Bevor die zwölfjährige Tochter Israels erweckt wird, muss dies hier geschehen.

Und es geschieht. Eine entscheidende Schlacht in der unsichtbaren Welt.

Es geschieht, weil Jesus nicht aus dem Boot aussteigt (siehe die Andacht von Samstag).

Das Unbedeutende ist der Ort der Fügung, des Gehorsams.

Weniger der große Business-Plan mit Gantt Ablaufdiagramm.

Damit mir der Mensch groß werde, darf mir nichts zu klein werden. Das Maß der Sorgfalt im Hören auf Gott bestimmt das Mass der Spur, in die Du mich hineinführen kannst.

Dazu werde mein Herz rein.

Es suche nicht das Grosse, sondern die Sorgfalt hier, im Staub des Alltages.

Der zweite Schlüssel

Ich denke nicht, dass ich den Text von heute erschließe. Es fehlt mir, so scheint mir, der zweite Schlüssel.

Darum deute ich nicht herum, sondern betrachte die kleinen Dinge, die sich mir erschließen. Und ein wenig die leise Ahnung des Großen dahinter.

Nicht um Wunder bitte ich, auch nicht um die ganz große Erkenntnis. Sondern um ein sorgfältiges, gehorsames Herz.

Ein kurzer Text im Respekt vor dem Geheimnis, heute, an meinem ersten Morgen in Israel, dem Heiligen Land.

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