Do 08.02.2024 Nes Amim, Israel
Mk 7:24-30 Jesus und die Syrophönizierin
Mehr als eine Heilungsgeschichte – nämlich Heilsgeschichte.
Jesus verläßt das Land „der Kinder Gottes“. Er verlässt den Ort, an dem man meinte, schon zu wissen, wie man Gott wohlgefällig lebt.
Dort, wo die Frage im Raum stand: Wie bekommt man ein reines Herz?
Wird mir die Mutter der Tochter mit dem Dämon helfen?
Ja, sie hilft mir.
Sie hat ein reines Herz.
In diesem Herz wohnt nichts als – die Liebe zu ihrer Tochter.
So wie später der Mann aus Mazedonien zu Paulus (im Traum) rufen wird: Komm herüber und hilf uns. So ruft sie – und hat schon gerufen, so, das Jesus bis nach Tyrus gewandert ist.
Ihre Demut ist das reine Herz.
Und es nährt sich von der Liebe.
Von der konkreten Liebe zu dem ihr anvertrauten Menschen – der Tochter.
Viele sagen, Jesus wollte nur ihren Glauben prüfen, als er davon sprach, dass man das Brot nicht den Kindern wegnehmen dürfe, um es den Hunden zu geben.
Jesus ist aber kein moderner Psychologe, der etwas erfindet, um einen Zweck zu erreichen. Jesus ist immer ganz wahrhaftig.
So scheint mir, es geht auch um Heilsgeschichte.
Die Epoche der Heiden.
Sie wird hier eingeleitet – von jener Frau.
Israel wird für eine Weile das Brot weggenommen und uns „Hunden“ vorgeworfen.
Die Frau wird so zur Mutter der Heidenchristen. Ihre Liebe, die sich selbst so klein macht und zugleich darin den Jesus der Juden so groß macht.
Sie bezweifelt nicht, dass es zuerst den Juden zusteht.
Die Geschichte leitet einen Weg durch Dekapolis ein. Ein heidnischer Städtebund. Mit besonderen Heilungen.
Und mit der Speisung der 4000!
Offenbar waren es zumeist diese Heiden aus der Dekapolis. Jeder bekam von ebendiesem Brot, von dem Jesus schon zu der Syrophönizierin sprach.
Indem wir vom Brosamen essen, der vom Tisch Israels fällt, werden die Dämonen meine Kinder verlassen.
Dazu wird Israel leiden – denn ihm ist es genommen für diese Zeit.
Wir sind nicht das Neue Israel, das den Platz der Juden einnimmt.
Wir essen die Brosamen und schon die Brosamen sind uns Heil.
Solange ein Rest von Reinheit in unserem Herzen ist.
Wir aber treiben die Kinder ab, weil wir meinen, es ginge um unser je eigenes Leben.
Israel muss lernen, dass das Gesetz nur eine Vorbereitung ist.
Unserer Zeit aber wird ablaufen, wenn wir unsere Kinder aus unserem Herzen entlassen.
Denn ein reines Herz ist nie um seiner selbst willen rein, sondern nur als Ort, der bereitet ist für den Nächsten.
Wenn schon die Brosamen der Juden solche Herrlichkeit für uns Heiden ist – wie herrlich wird die Vollendung der Speisung der Kinder sein!
Ich schäme mich nicht, um die Brosamen zu bitten.