Warum fasten?

Fr 16.02.2024 Fastenzeit

Mt 9:14-15 Warum fasten Deine Jünger nicht?

Eine Fortführung zum Thema Form und Leib.

Zu diesem Thema habe ich am 08.07.2023 geschrieben (Form & Formlosigkeit).

Die Betrachtungen heute bauen darauf auf.

Ist denn „denken“ alles?

Reicht es denn nicht, das „richtige Herz“ zu haben? Die richtigen Gedanken?

Vor kurzem sagte jemand zu mir: „Ich denke doch, was ich will“.

Ok. Aber wer bestimmt deinen Willen?

Und: Bin ich mein Wille?

Tue ich, was ich will?

Was ist mit den Hormonen, den Neurotransmittern, den Schmerzen, den Umständen, der Angst, der Wut …

Wie ein Vogel kommt der Geist Gottes vorbeigeflogen und fragt, ob er mir einen Impuls geben darf.

Der Impuls kann von meinem Willen angenommen werden.

Dann fliegt der Vogel davon und ich stehe allein im Regen.

Im Regen meiner Befindlichkeiten.

Form

Wie ich im Text zur Form & Formlosigkeit schrieb, brauche ich ein Gefäß. Eine Form.

Der Geist zerfließt ohne Form.

Der Leib ist wesentlich. Er ist meine Verantwortung.

Der innere Leib (bis zur Hautoberfläche) und der Leib als Raum meiner Wirksamkeit.

Der Geist will sich manifestieren, in der Form.

Ganz brutal: z. B. im Fasten.

Aber Achtung: nicht im selbst gewählten Fasten. Nicht in der Anstrengung des Leibes Gott etwas abzuringen.

Sondern im gehorsamen Fasten.

Und nun ein neuer Aspekt:

Vermählung

An anderer Stelle schrieb ich über das Versprechen.

Ein Versprechen ist ein sich selbst zu Gott machen – aber im positiven Sinn.

Grundsätzlich höre ich auf Gott und am besten nur auf Gott. Alles andere ist Versuchung.

Aber Du bietest mir ein „gespeicherte Hören“ an. Ein Hören, das zu einem Verspreche nführt: Ich verspreche mir oder jemandem etwas.

Nun bin ich MIR treu, indem ich mein Versprechen halte.

Soweit schon betrachtet.

Nun aber: Es ist eine Art Vermählung mit dem Geist Gottes.

Der Geist will den Leib. Er ordnet die Welt auf sich hin. Er entfaltet die Welt, den Leib.

Der Geist ist Logos, der durch einen geistigen Akt Ordnende.

Nun auch mein Wort (Logos).

Mein Versprechen, eigentlich nur mein Wort, erhält die Kraft und Wirkung des Logos des Vaters.

Unsere Würde sprechen zu können, verschleudern wir mit verwehenden Worten.

Was gilt unser Wort?

Ist es Zeuge unseres Seins? Oder Spiel mit der Macht?

Der erste Schritt zur Würdigung des uns gegeben Logos ist das Schweigen, also das Ende des Missbrauches.

So habe es viele Mönche erkannt und benannt – und praktiziert.

Erweise ich meinem Wort den Respekt, der eigentlich in ihm steckt?

Etwas Geistiges, das leiblich wird?

Offenbarung im Tun

Ordne ich, zeigt sich mein Wille.

Achte ich Ordnung gering, ist das auch Ausdruck meines Willens.

Oder genauer: meines Herren.

Das Tun indessen, bewirkt eine Formung.

Das heißt, das Tun des Wortes offenbart meine Verbundenheit mit Gott.

Es ist ein bräutlicher Akt.

Ich werde „Verwalter des Logos“.

Indem es getan ist, vergrößert es den Raum für den Geist.

Gott verbindet sich mit den Treuen, den Ihm Verbundenen.

Erst die Treue des Tuns macht aus Worten den Logos!

Es ist Fastenzeit.

Die Braut Jesu, die Kirche, hat es seit Jahrhunderten so bestimmt.

Ich mache es zum Logos, indem ich dieser Bestimmung gehorche.

In Israel habe ich erlebt, welche Kraft die Einhaltung des Sabbats hat. All das Kleine ist doch nicht kleinkariert (selbst wenn man es, wie alles, missbrauchen kann).

Es ist Ausdruck von Treue, es ist Logos.

Israel bereitet ein solches Gefäß.

Sehnsucht nach Heiligen

Ohne Heilige oder Heiligmäßige gibt es kein Fenster nach außen.

Wir schauen nur auf Bilder oder Projektionen.

So ähnlich las ich es gestern bei https://de.chabad.org/

Für unser Thema blieb mir besonders ein Satz im Herzen:

„Wenn du G-tt nicht in deine Küche, in deinen Schrank oder in dein Schlafzimmer hineinlassen kannst, dann bist du kein spiritueller Führer.“

Der Preis für spirituelles Wachstum

So lasse ich Gott denn in meine Küche.

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