Sa 27.04.2024 Shabbat im Pessach
Joh 14:7-14 Jesus spricht von sich als Ausdruck des Vaters
„Wenn ihr mich erkannt habt, habt ihr den Vater erkannt.“
Der leibliche Gott – dieses Thema umfasst mein Spüren und Denken.
Der jüdische Theologe Michael Wyschogrod ist mir eine tiefe Inspiration.
Viele Christen fügen ihrem Gebet ein „im Namen Jesu“ hinzu.
Aber nur wenige tun die Werke, die Jesus tat und größere – was damit im Zusammenhang steht.
Einen tonnenschweren Stein zu bewegen, ist schwer.
Auch im Namen Jesu.
Wenn dieser Stein aber an einem Ort liegt, von wo er leicht einen Hang hinabrollen kann, dann ist es leicht.
Ich gebe ihm einen Schubs und das eigentliche machen die Naturgesetze. Hier die Schwerkraft.
Wenn ich im Willen Jesu bin, bin ich Teil des göttlichen Naturgesetzes. Es ist leicht – weil es dran ist, weil Gott es gerade tun will und nur noch auf mich gewartet hat.
Ein Fisch, der auf dem Trockenen ist, kann nicht viel tun. Er ist nicht in seiner Welt, in seiner Ordnung.
Vielleicht meint jemand, er wäre endlich frei vom schwimmen im Wasser – aber eigentlich ist seine Freiheit im Wasser. Es ist seine Natur.
Welches ist meine Natur?
Sohn Gottes zu sein.
Nicht weniger.
Als Sohn Gottes wirkt mein Tun von außen wie „göttliche Vollmacht“. Aber es ist einfach nur meine Natur als Sohn des Vaters.
Leiblich
Ein Wesensmerkmal des Leibes ist, dass in ihm keine Sprünge sind. Alles geschieht in der Zeit und in angemessenem Maß.
Z. B. verändert eine gesunde Ernährung den Leib nicht von heute auf morgen.
Und sie geschieht dauerhaft auch nur in Übereinstimmung mit dem Leib.
Von meiner Vorfindlichkeit als Sohn der Welt (Jesus redet härter) zum Sohn Gottes verwandelt zu werden ist ein Weg (Johannes Justus würde es wohl Prozess nennen).
Jesus ist dieser Weg.
Jesu Merkmal ist z. B. das bleiben in Seiner Berufung.
Er bleibt in Israel, Er stirbt in Jerusalem.
Er ist und bleibt Jude.
Er redet mit den Jüngern – die Ihn nicht verstehen.
Er stirbt zunächst für Israel. Erst in einem späteren Sinn auch für die Nationen.
Gedanken aus meinen Israelbetrachtungen
Es bewegt mich auch in der stillen Zeit.
Israel ist der „Rosenstock“. Die Wurzel.
Wir sind aufgepfropfte Rosen.
Ist es vielleicht so, dass wir wie abgeschnittene Rosen in der Vase leben?
Unsere Blüten sind vergänglich, solange wir dauerhaft von Israel getrennt sind.
Der Rosenstock wiederum, hat in sich selbst nur insofern das Heil, als der Trieb Jesus aus ihm ist.
Aber Jesus ist aus ihm und bleibt aus ihm seiend.
Zwar gibt es für Israel kein Heil außerhalb von Jesus – aber für die Kirche gibt es keinen Bestand getrennt von Israel.
Erst als der „verlorene Sohn“ zum Vater zurückkommt, merkt der erste Sohn, dass er im Hause des Vaters garnicht richtig gelebt hat – nur gearbeitet.
Der Vater wird nicht ins Haus zurückkehren ohne seine beiden Söhne.
So gilt es im Großen.
Und für uns auch im Kleinen: der Familie.
Das „Wasser“, indem wir allein leben können, ist die Ordnung Gottes.
Diese ist zunächst die Familie.
Die Zerstörung der Familie ist sicheres Indiz für törichte Selbstverwirklichung.
Vielleicht können wir mit dem vorzeitig angeeigneten „Erbe“ eine Weile fröhlich sein. Aber am Ende warten die Schweine auf uns – und der Hunger.
Ist etwas zerbrochen, gilt es, vor der Tür zu warten. Vielleicht glaubt Gott mir nach einer Weile, dass ich nun in Seine Ordnung zurückwill – und Er öffnet die Tür.
Die Party der Welt schreit laut und buhlt um mich. Siehe die Bewohner von Sodom, wie sie von Lot die „Männer“ verlangen, für ihre Themen. Die Männer, die doch Engel sind.
Wenn ich nicht mehr will wie ich will, wird Er mir Wege zeigen, die „im Namen Jesu“ sind.