So 12.05.2024 Loccum, Konvent des Brüderlichen Kreises.
Joh 17:6a,11b-19 Das Hohenpriesterliche Gebet Jesu
Teile diese Gebetes Jesu sprechen von dem Thema des diesjährigen Konventes. Als Christ und Soldat in dieser Zeit.
Ich habe schon an anderer Stelle über den Krieg geschrieben. Dort sage ich, der Krieg ist in gewisser Weise der Normalzustand der Welt.
Es ist keine moralische Größe, sondern gehört zum Leben, wie auch Krankheit und Tod dazu gehören. Von dem Krieg als etwas Böses zu reden ist ein verkennen der Struktur der Welt. Wir gehören zur Natur und die Natur tötet, um zu leben, ja um sich zu entwickeln.
Wie Kriege geführt werden sollen, ist dabei eine andere Frage.
Nicht aus dieser Welt – aber zu ihr hin
Ein Christ hat Christus als König. Und dieser sendet ihn in die Welt. Dabei hat der Christ keine zwei Reiche. Sein Reich ist immer Christus. Wenn ich von Ihm unter eine Obrigkeit gerufen bin, ist der Gehorsam ein heiliger Dienst im Reich Gottes in dieser Welt. Ich bin dann Salz der Erde.
Wie eine Elitetruppe, die in einer Spezialoperation für einen Auftrag unterwegs ist. Der Kommandeur ist der Auftraggeber, ich bin aber wegen eines anderen hier. Meinem Herrn Jesus Christus.
Der Soldat unterliegt genauso seinem Gewissen wie jeder Mensch.
Der Christ hört sein Gewissen aber nicht als Option, sondern als die Stimme seines Vaters.
Reich Gottes eins
Das ist Israel. In Israel ist das politische Reich ganz Gott zugeordnet. Auch wenn dies in der aktuellen Praxis noch nicht so ist. Israel ist Gottes Eigentum. In jeder Hinsicht.
Reich Gottes zwei
Ich nenne es einmal das Suppenreich.
Es setzt sich zusammen aus der Welt mit ihren Mechanismen und den Christen. Die Christen sind Bestandteil der Suppe, nichts Getrenntes.
Wenn ihre Substanz auch von woanders her ist.
Sie verändern die Suppe. Und wenn sie Salzen, wie es ihre Aufgabe ist, machen sie die Suppe der Welt zu einer Suppe, die für Menschen genießbar ist, und die Gott Erbarmen abringt. Es ist wie in der Geschichte von Sodom.
Sind zu wenig Gerechte da, wird die Suppe verworfen.
Reich Gottes drei
Das Salz verändert aber nicht, dass dies alles eine schmerzhaft Vorläufigkeit hat.
Das Salz hat nicht den Auftrag, die gesamte Suppe zu retten.
Denn dies wird erst bei der Wiederkunft Jesu geschehen.
Die Mechanismen der Welt sind ein Raum, in dem etwa geschieht, dass eine Bereitung für etwas Drittes ist.
Das himmlische Jerusalem.
Sich als Salz anzumaßen, den Himmel ohne eine Wiederkunft Jesu auf Erden aufzubauen, ist ein Rückfall in die Selbsterlösung Adams.
Wenn ich nur weiß, was gut und böse ist, kann ich selbst gut sein und Jesus braucht garnicht wiederzukommen.
Ein Christ tut das Rechte, das Gute, weil er vom Wesen Gottes ist.
Nicht zuerst zielorientiert, sondern im Vollzug des Seins.
Er masst sich nichts an, was allein Gottes ist: die Heilung, die Erlösung der Welt.
Aber er steht auch nicht neben der Welt, als wenn er nicht dazu gehört.
Aus Christen werden keine Juden.
Juden haben einen anderen Auftrag. Die Heiligung des Volkes Israel.
Wir haben den Auftrag, für die Welt geopfert zu werden.
Der Vater sieht uns an, wie Er Christus angesehen hat.
Christi Opfer bewegt den Vater – weniger die Welt.