Mi 15.05.2024
Joh 17:6a,11b-19 Aus dem hohepriesterlichen Gebet
„In der Welt werden ihr gehasst“.
„Ihr seid nicht von dieser Welt“.
Der Unterscheid zu unserem westlichen Christenleben springt ins Auge.
Wer wird gehasst, weil er Gott liebt?
Also: Sind wir auch von dieser Welt? Denn die Welt liebt das ihre.
Anerkennung
Die „Meinung“ die jemand über mich hat, ist wichtig. Selbst Gott fragt danach, wie ich gestern beschrieben habe. Meinung ist Doxa und Doxa ist Herrlichkeit.
Aber eine Meinung über mich, die nicht meiner Wirklichkeit entspricht, dient mir nicht, sondern sie schadet mir.
Und alles, was ich tue, um die Meinung über mich zu verbessern, erhört die Distanz zwischen dem, was die Leute sehen, und dem, der ich wirklich bin.
Wenn ich nicht verfolgt werde, bin ich womöglich Kind der Welt und nicht Kind des Vaters.
Was sollte ich tun, um Kind des Vaters zu sein?
NICHTS kann ich tun.
Denn des Vaters Wahl ist souverän.
Er wählt, wen Er will – was ich an Israel sehen kann.
Nicht etwas erreichen, sondern etwas vollziehen
Aber ich kann doch etwas tun.
Ich kann das vollziehen, was ich schon bin.
Ich habe nicht mehr, weil ich dass, was ich habe, nicht hinreichend vollziehe.
Das wiederum liegt daran, dass ich zu viel Energie mit dem „mehr“ verbrauche.
Ich hätte gern mehr.
Mehr Vollmacht, mehr Leser, mehr Zeit.
Beispiel Vollmacht
Ich schaue ein Beispiel an:
Vollmacht ist die Reinheit meiner Gott-bezogenheit.
Wenn ich rede, von wem her rede ich?
Rede ich, weil ich auch mal was dazu sagen will?
Rede ich, weil ich etwas weiß, ohne aber einen Auftrag zu haben?
Rede ich, um vorzukommen?
Weil Schweigen mich einsam macht.
Und wenn ich zu Recht rede: Rede ich nur von dem, was gesagt werden soll? Was ganz und gar wahr ist? Oder mische ich kleine Verschönerungen, Übertreibungen oder Zusätze, die ich nicht genau weiß hinein?
Die Wahrheit, nicht als die Wahrheit, die ganze Wahrheit.
Oder auch: Nichts, wenn der Kairos es so sagt.
Zur Wahrheit gehört auch das „Amen, Amen, ich sage euch“.
Jesus sagt Amen, zu dem, was Er gehört hat, bevor Er angefangen hat zu reden.
Er redet die Worte des Vaters.
Das ist Vollmacht.
Positives Beispiel
Ich lerne seit Januar Hebräisch.
Ohne Sorgen, ohne nennenswerten Erfolg, ohne klares Ziel.
Ganz gegen das, was Motivationsforscher sagen.
„Habe ein Ziel, ein klares, messbares Ziel.“
Hab ich nicht.
Ich vollziehe, was ich höre, weil ich den Liebe der es mir sagt.
Und Ihm Vertraue.
Anderweitig intendierte Frucht
Ein Satz, den ich von Barbara Gerl-Falkowitz gehört habe.
Kinder sind ein Ergebnis einer anderweitig intendierte Tat (Sexualakt).
Oder: Gesundheit entsteht im respektvollen Umgang mit meinem Körper. Weil ich ihn von Dir habe.
Ich werde anerkannt und gesehen werden, Gott wird eine gute Meinung von mir haben, wenn ich genau der bin, den Er gemeint hat.
Auf diesem Wege vergesse ich, mich um Anerkennung zu bemühen. Ich lasse es hinter mir.
Stattdessen bemühe ich mich, der zu sein, den Gott in mich gelegt hat.
Das „Kleine“ zu benutzen, was ich habe – und nichts weiter.
Den Raum, die Zeit, das Geld.
Ich strebe nach Vollzug – nicht nach Empfang.
Ich habe genug – nun beginne ich, dieses zu entfalten, zu vollziehen.
Gott fragt nicht nach meinem Werk, sondern nach meiner Treue zu dem, was Er mir gab und gibt.