Aufbruch nur aus der Ordnung

Mo 24.06.2024 Houstrup, Dänemark

Lk 1:57-60,80 Geburt Johannes des Täufers

Nicht zufällig ist das Fest des Hl. Johannes am 24.06. des Jahres. Denn Johannes ist sechs Monate älter als Jesus.

Ordnung

Das Erste ist nicht die Freiheit. Das Erste ist Ordnung.

Meine Zeit sieht Freiheit als Ziel selbst. So ist es nicht. Freiheit ohne dem rechten Inhalt ist nichts. Und im Inhalt ist die Freiheit erfüllt und sie verschwindet.

Frei war Luzifer auch. Sein frei-sein-wollen von Gott war sein Fall.

Freiheit ist von Gott gegeben und muss nicht erkämpft werden. So kämpfe ich nicht für Freiheit, sondern für den rechten Umgang mit ihr.

Vermutlich ist es ähnlich wie mit der Sexualität.

Sie ist immer schon da – es geht um das richtige Füllen der Gabe.

Nicht frei werden, sondern rechte Nutzung ist meine Aufgabe.

Ordnungen hier

Zacharias war Priester im auserwählten Volk Israel. Der Tempel war der Ort seines Dienstes. Er führte seinen Dienst genau nach der Ordnung der Priester aus.

So will ich in der Ordnung der Kirche nach ihren Angaben leben – nicht in Freiheit.

Ich suche die Freiheit nicht, ich suche die Wahrheit, die Liebe, Gottes Ordnung.

Beschneidung und Name

Der Name des Kindes ist nicht Geschmacksache, also in der Freiheit der Eltern.

Die Offenbarung der Besonderheit von Johannes ist wesentlich in der besonderen Namensgebung. Gäbe es die Tradition nicht, wäre Johannes nicht ein Name, der alle erstaunt und in wunderbare Erwartung versetzt.

Die Beschneidung (Brit Mila) erfolgt am 8. Tag nach der Geburt. „Bund der Beschneidung“ bedeutet der Name. Damit gehört das unmündige Kind zum Volk Gottes. Das ist Israel. Die Ordnung der Familie hat die Kraft, dies gültig sein zu lassen.

Der Name ist Teil dieses Vorganges. Er bestimmt den Sinn des Lebens, ja sein Sein.

Kein Etikett, eher ein Icon, ein Symbol, dass den Inhalt erschließt, zugänglich macht.

Vergleiche die Ikonen der Orth. Kirche.

Der eigentliche Akt der Namensgebung erfolgt unmittelbar nach der Beschneidung. Nur in meiner Zugehörigkeit zu Bund und Volk kann mein Leben einen Sinn (also einen Namen) haben!

Israel

Der achte Tag ist nur mit der Ordnung der sieben Tage möglich. Kein Ostern (8. Tag) ohne die sieben Tage.

Johannes lebte in der Wüste, bis zu dem Tag, an dem er seinen Auftrag für Israel erhielt.

Der Sinn ist nicht Johannes, es ist Israel.

Er hat einen Auftrag für Israel.

Dazu soll und muss er lange in der Wüste sein.

Ein Leben, das sich wie Wüste anfühlt, ist Nährboden für den Empfang eines Auftrages.

Die Thora kann nur in der Wüste empfangen werden, so habe ich es vor Kurzem gelernt. Nur in der eigenen Leere. Nur dort, wo nicht alles schon voll eigenem Leben ist. Dort, wo ich auf die Würde meines Lebens warte, und nicht aktiv an meiner „Selbstverwirklichung“ arbeite.

Meine Aufgabe ist es, meiner eigenen Bereitung nicht im Wege zu stehen. Sondern meine immer schon vorhandene Freiheit dazu zu benutzen, dieser Bereitung zuzustimmen.

Wüste anzunehmen, nicht die schillernde Lust.

Nicht um der Wüste willen.

Sondern um des Volkes Gottes willen.

Gott bindet sich selbst, das sagt der Brit Mila. Beschneidung, um der Frucht willen.

Ich bin gespannt, was mein Auftrag sein wird.

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