Fr 05.07.2024
Mt 9:9-13 Berufung des Matthäus
Matthäus war säkular.
Er arbeitete, um gutes Geld zu verdienen. Er hatte ein großes Haus und wenn er zum Fest rief, kamen viele Menschen.
Er hatte den Dreh raus, wie man toll lebt.
Wie kommt es, dass er sich berufen ließ?
Konversion
In großer Zahl konvertieren junge Menschen zum Islam. Von der Schweiz lese ich, dass es 2023 etwa 10.000 Menschen waren (Quelle: NZZ).
Wie viel haben sich derweil zum Christentum bekehrt?
Drei Möglichkeiten
„Der Mensch ist unrettbar religiös.“ (vergl. Nikolai A. Berdjajew).
Oder, mir vertrauter: Rudolf Otto in seinem zentralen Werk: „Das Heilige“.
Wir haben drei Möglichkeiten.
(1) Gott zu wählen, (2) „Nicht-Gott“ zu wählen (also z. B. den Islam, den Kommunismus, etc.) oder (3) das Nicht-Wählen zu wählen.
Der Materialismus hat das letztere getan (gewählt). Die Flucht in die Vorläufigkeit, die Illusion der Zeitlosigkeit der Gegenwart.
Die Bibel nennt es „Wahn“.
Wir nennen es „rational“.
Natur des Religiösen
Aber das Religiöse in uns ist wie das Leben selbst, denn es gehört dazu: Auf Dauer erwacht es immer wieder neu und bricht sich Bahn.
Es bricht sich Bahn in die Gefäße, die bereitstehen.
Das Christentum steht weitestgehend nicht bereit – aber der Islam.
Warum sage ich, es steht nicht bereit?
Matthäus und Jesus
Ich schaue auf Matthäus. Er ist im dritten Weg, ganz in der Welt.
Er spürt jedoch das tiefe leben wollen dessen, was in ihm angelegt ist.
Er spürt, dass dieses bunte, reiche Leben nicht seinem tiefsten Wesen entspricht.
Das ist alles schon da, als Jesus ihn anspricht.
Jesus stellt ihm den Weg zur Verfügung, auf dem Matthäus sein innerstes Leben kann. Es ist in Ihm – aber es braucht den je Dritten.
Aber das Leben in der Welt ist viel.
Wenn ich dieses loslasse, muss es wahrhaftig das je Wertvollere sein, auf das ich mich einlasse.
Mehr als alles Glück der Welt!
Und genau das bietet das Christentum kaum noch.
Vergleich
Als Weltmensch habe ich immer ein Handy bei mir.
Es hilft mir so oft, dass ich es nicht missen möchte. Navigieren, Einkaufen, Bezahlen, Kommunizieren, Merken, Übersetzen, EM Spielplan nachschauen … .
So kann ich auch Jesus immer bei mir haben.
Und es wäre schon sehr viel, wenn Er auch nur annähernd so präsent in meinem Leben wäre, wie mein Handy.
Aber es ist dann noch immer MEIN Leben. Jesus ist Hilfe und Coach, Versicherung und emotionale Freude MEINES Lebens.
Matthäus aber verlässt SEIN Leben.
Veränderung
Der Sinn des Lebens ist nicht ein gutes und schon garnicht ein glückliches Leben. Sondern das verwandelt werden in die „Gott-tauglichkeit“.
Ich wähle hier einmal ein neues Wort um einen Aspekt zu betonen.
Niemand kann so bei Gott sein, wie er hier auf Erden vorfindlich lebt. Da nützt auch keine Gnade etwas.
Die Gnade öffnet die Tür – sie trägt mich nicht hindurch.
Sie ist ein Weg, der selbst nicht das Ziel und der Sinn ist. Sondern zu etwas hin. Eben zur Wandlung in die Gottesähnlichkeit.
Und dieser Sinn ist eine eigene Kraft. Sie verschafft sich Raum, gerade wenn sie lange gedeckelt wurde.
Ich habe heute Morgen ein Video gesehen, auf dem 50 junge Dänen zu sehen sind, die zum Islam konvertieren.
Im christliche Dänemark haben die Kirchen sie so lange mit geistlichem Junk-Food gefüttert, bis ihnen jemand etwas Besseres gezeigt hat.
Aber so ist es auch hier.
Und ich – wie steht es mit mir?