Der Eiferer

Do 25.07.2024 Heiliger Jakobus

Mt 20:20-28 Jakobus und Johannes begehren den ersten Platz

Häufig wird dieser Text unter dem Aspekt der Demut gelesen, die Jesus hier lehrt. Ich betrachte Jakobus.

Eiferer

Jakobus war ein hervorgehobener Jünger. Er wurde zusammen mit seinem Bruder und den Brüdern Petrus und Andreas als erste Jünger berufen. Er war mit auf dem Berg der Verklärung und er war in Gethsemane in Jesu Leid einer der drei bei Ihm. Jakobus war führender Kopf der Jerusalemer Gemeinde. Er war der erste Apostel, der (ca. 44 n. Chr.) Märthyrer wurde.

Außerdem war er offenbar sehr familiär. Seine Mutter tritt für ihn vor Jesus, er wird zumeist mit seinem Bruder genannt und als Sohn des Zebedäus.

Jakobus ist Jakob, Jakob der zum Gottesstreiter wird und dann den Namen Israel erhält. Jakob, der alles tut, um Erstgeborener zu sein, den Segen zu erhalten. Nomen est Omen. Mir scheint, Jakob offenbart viel über Jakobus.

So wie Jakob von seiner Mutter unterstützt wird, so auch Jakobus.

In Jakob wird aus den Erzvätern ein Volk, denn ihm werden 12 Söhne geboren.

Mut

Jakobus wurde von Jesus berufen.

Nun aber, geht er mit Mutter und Bruder zu Jesus und sagt, was erselbst will.

Und er will alles, ohne einen Vorbehalt.

Koste es, was es wolle.

„Kannst du den Kelch trinken, den ich trinke?“ – „Ja, ich kann es“.

Welch unfassbarer Mut, welch Entschlossenheit.

Schon seine Mutter ist so, sie geht zuerst zu Jesus. Mutter und Sohn (Söhne) eifern.

So folgere ich: Es ist eine Charaktereigenschaft, ein Wesensmerkmal der Donnersöhne.

Jakobus wagt es, ganz der zu sein, der er ist und sein soll.

Und Jesus bestätigt ihn. Zwar wandelt er das Verständnis von Leiterschaft – aber Er bestätigt den Eifer. Er sagt: Du wirst.

Am deutlichsten zu sehen in der Einladung zur Nähe in Gethsemane. In Jesu verletzlichster Stunde will Er gerade diesen Jakobus bei sich haben.

Jesus liebt Eiferer. Jakobus, Johannes und Petrus waren Eiferer. Von Andreas wird es weniger berichtet – und er ist in vielem nicht dabei.

Ganz den Namen leben

Wie oben gesagt, ist Jakobus viel Jakob. Und nur im Eifer den eigenen Namen zu leben, reinigt Gott den Menschen. Gott selbst bestätigt Jakob – obwohl er in seinem Eifer seinen Bruder betrogen hat und Laban wohl auch.

Nicht, wer still ist und jede Sünde meidet, ist Gottes Liebling.

Sondern der Mann im Sturm.

Und die anderen?

Die sind sauer.

Und offenbaren damit, dass sie genauso denken wie Jakobus – aber den Mut nicht haben. Sie werden ärgerlich auf Jakobus und Johannes – weil diese verwirklichen, was ihr Herz begehrt – sich aber nicht traut.

Jeder ein Jakobus?

Zwar sehe ich Merkmale, die für jeden gut sind. Mut und Eifer.

Aber nicht jeder ist z. B. eine Führungsperson.

Andreas nicht.

Andreas ist einer, der Menschen verbindet. Der andere ruft und der sieht, was vorgeht.

Für Andreas (und ich bin ein Andreas) gilt wie für Jakobus: Sei ganz der, der du sein solltest und eigentlich auch bist.

Andreas ruft Petrus – den, der später Chef wird.

Nicht ohne Andreas – aber eben nicht selbst der Leiter.

So gibt es andere, die Schriftforscher (Nathanael) sind oder „Erbsenzähler“ im positiven Sinn. Die genau beobachten und für die Welt notieren wie Matthäus.

Zwar ist die Buntheit gewollt – aber dennoch sind manche voraus. Jeder soll von Jakobus lernen, auch wenn er kein Jakobus werden soll.

„Ich bin halt anders“ ist schnell gesagt und enthält Wahrheit.

Aber Matthäus berichtet von Jakobus dem Eiferer, damit wir alle von ihm lernen zu eifern. Vielleicht nicht um Leitung – aber um das, wozu ich berufen bin.

Für alle Männer Gottes gilt: Gott will den ganzen Mann, den ganzen Menschen.

Wer nicht bereit ist zu sagen „Ich kann es“, verleugnet die Gabe in sich.

Menschen können sich hingeben – sie brauchen nur ein wofür – oder besser: für wen. Und dann entschlossene Entschlossenheit.

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