Sammelt die übrigen Brocken

So 28.07.2024

Joh 6:1-15 Speisung der 5.000

Eine Frucht meiner Konversion zur katholischen Kirche ist das ganz neue Verstehen des Kapitels 6 des Johannes. Und das Staunen über meine vorherige Blindheit.

Sehr deutlich ist hier von der Eucharistie die Rede.

Wenn ich also Blind war, wie sollte ich nicht davon ausgehen, auch heute noch in vielem Blind zu sein.

Ein paar Details, die ich neu sehe:

Philippus und Andreas

Inwiefern prüft Jesus Philippus mit der Frage: „Wo kaufen wir Brot, damit diese zu essen haben?“

Und was hat Andreas damit zu tun?

Offenbar ahnt keiner von beiden, was nun geschehen wird. Niemand hat schon Glauben für dies hier.

Zumeist handelt Jesus in starker Verbindung mit Glauben.

Hier aber ist der Glaube wahrlich ein Senfkorn.

Philippus erweiset sich als jemand, der rechnet. Vielleicht denkt er an eine Spendensammlung von mindestens 200 Silbergroschen.

Andreas schaut, was da ist. Er ist verbunden mit den Menschen (ich mag Andreas sehr). Er sieht und kennt den kleinen Jungen.

Er benennt, was ist, ohne den Mangel zu übersehen.

Der kleine Junge

Wie kommen die Brote und der Fisch von dem Jungen zu Jesus? Haben die Jünger ihm das abgekauft?

Ich denke nicht.

Dieses Kind ist ganz „kleines Kind“. Es schaut hoch und gibt, was es hat. Diese Art von Kind, die Jesus uns vor Augen stellt. Es gibt seinen ganzen Besitz. Es teilt nicht – es gibt selbstverständlich alles. Es braucht nicht geprüft zu werden – es ist hier unter den ganzen Erwachsenen Jesus näher als sonst jemand.

Jesus geht in Vorleistung

Jesus setzt hier die Eucharistie ein und niemand versteht es, niemand glaubt es. Das wird im Verlauf des Kapitels sechs sehr deutlich. Und bis heute tun sich viele Christen damit schwer.

Mein Glaube ist Antwort.

Zuerst ist da die Annahme. Alle setzen sich ins Gras und warten. Sie drängen nicht zu Jesus – Jesus kommt und gibt (vermutlich durch die Jünger, wie Lukas es berichtet).
Ich nehme mir nicht, ich empfange. Ich empfange durch die Kirche.

Auch wenn es durch hundert Hände geht – es geht doch von Jesus aus durch die Kirche zu mir. Hier z. B. durch den Heiligen Apostel Johannes in Seinem Evangelium. Ohne ihn könnte ich Jesus nicht so empfangen. Es gäbe das Kapitel sechs nicht.

Sammelt die übrigen Bocken

Sammelt sie, damit nichts umkommt.

So ist es bei der Heiligen Eucharistie. Der konsekrierte Leib wird gebrochen und dabei wird die Patene darunter gehalten. Kein Krümel soll gering geachtet werden. Mit äußerster Sorgfalt wird der Leib Christi behandelt.

Unser Weg führt von der Lässigkeit der Welt zur heiligen Sorgfalt des Himmels. Dort wird jede Träne gezählt und jeder Krümel gesammelt.

Jesu Leib ist Himmel.

Auch meine kleinen Brocken des Glaubens dürfen nicht verschwendet werden. Habe ich einen Krümel Glaube, will ich ihn vollziehen. Er ist ein Saatkorn, das vielen Menschen Segen und Heil bringen kann und soll.

Nur das gebrochene Brot

Der Satz spricht für sich selbst. Nur das in Jesu Hand gebrochene Brot. So wie Jesus selbst gebrochen wurde. Es bleiben Brocken – sie stillen den Hunger von Tausenden.

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