So 11.08.2024
Joh 6:41-51 Jesu Fleisch für das Leben der Welt.
Ärgernis
Das Jesu Leib eine Speise zur Teilnahme am Reich Gottes ist, war von Anfang an ein Ärgernis. Nach der Speisung der 5.000, also der Zeit des Segens, spricht Jesus davon und am Ende wenden sich fast alle von Ihm ab und gehen nicht mehr mit Ihm.
Ebenso in der Kirche. Der Streit ums Abendmahl, um die Kommunion, ist ein tief sitzender Streit.
Und auch bei mir. Der selige Carlos Acutis hat täglich an der Kommunion teilgenommen und dies als wichtigstes Heilmittel bezeichnet.
Ist es mir so wichtig? Schaue ich nicht mit einer gewissen Skepsis auf die Frucht? Nehmen nicht viele teil und ihr Leben bleibt weltlich und ichbezogen.
Geht es denn nicht eher um ein gehorsames Leben?
Nein, es geht um mehr, viel mehr:
1. Unbedingt Jesus
Nirgends wird so deutlich, dass es um Jesus geht.
Schnell sind wir bei einem Messias, bei einem Christus – vielleicht zu schnell.
Jesus ist Gott im Fleisch.
Ein Skandal sondergleichen – entweder man glaubt es nicht, oder man räumt es ins Regal, ohne es auszupacken. Was soll ich schon mit solch einer Aussage machen?
Wenn es Jesus ist – dann bin ich ganz gemeint. Ein Mensch aus Fleisch und Blut – so wie Er.
Keine Ethik, keine Lehre, kein Idol, keine Idee. Noch nicht einmal ein Vorbild.
Jesus offenbart die Thora als Vorschattung seiner selbst. Die heilige Thora. Bevor mir ganz schwindelig wird, schaue ich weg.
2. Leiblichkeit
Entweder ich spüre meinen Leib kaum (wie jetzt) – oder er wird schnell zum Problem.
Entweder zur Versuchung – oder zum Schmerz.
Am besten, man lebt in einem Avatar – dann geht es mich nicht so unmittelbar etwas an.
Mir scheint es ebenso ein Skandal, dass Gott in Jesus den Leib irgendwie unauflöslich mit Gott verbindet. Den Leib.
Der Leib ist also kein Objekt, kein Sprungbrett, kein Provisorium.
Wie viele Menschen halten das nicht aus und meinen ihr Selbst sei über dem Leib und sie können so den Leib als wandelbares Objekt für sich benutzen.
Leiblichkeit an sich geht noch – aber nicht in eins zu eins Verbindung mit Gott.
Mein Leib ist mein Keller – niemand geht an, was ich da tue. Am Ende will ich leibfrei in Herrlichkeit leben. Aber solche Empfindungen sind keine Wünsche – sondern Ängste.
Denn der Operator (oder Driver) des Avatars zieht sich selbst aus dem Geschehen zurück und lebt ein unechtes Leben in seinem Pilotensitz.
In dem Film Avatar wird es erst richtig kritisch, als der Driver des Avatars direkt aufgesucht und angegriffen wird.
3. Mehr
Mehr als alles, was ich in der Hand haben kann. Mehr als alle meine Macht. Mehr als Ethik oder irgendetwas. Eben etwas, was nicht in meiner Macht steht.
Eine offene Tür der Wahl zwischen Autonomie und Liebe.
Das angewiesen sein auf etwas, was ich garnicht machen kann, ist merkwürdig. Möchte ich nicht auch (wie Eva) das Gute erkennen und dann auch tun?
Hier lasse ich mich auf etwas ein, dass ich nicht tun kann und nicht verstehen kann und nicht beurteilen kann …
Ich kann es nur glaubend annehmen.
4. Unbedingte Verbundenheit
Auch bei Paulus (1.Kor. 10:16) betont.
Der Leib Jesu ist der Leib Jesu – und der Leib der Kirche.
Denn die Kirche ist der Leib Jesu – nicht autonom vom Haupt – Christus, aber auch nicht autonom vom Bruder.
Wer meint an Christus zu hängen und hängt nicht im Fleisch des Bruders, irrt sehr.
Kein Heil ohne das Heil des Bruders.
Angefangen in der Ehe.
Christus wird nicht fragen: Wie ging es dir mit deiner Frau. Er wird fragen, wie ging es deiner Frau mit dir?
Er fragt nicht: wie geht es dir mit deiner Kirche. Sondern er fragt die Brüder: Wie ging es euch mit ihm?
Denn wir sind ein Leib und eine Hand wäscht sich nicht selbst und der Splitter in der linken Hand wird von der rechten Hand herausgezogen.
Will ich heil werden, brauche ich den Bruder. Der Sinn des Christ-seins ist es nicht gerettet zu werden, und fertig. Sondern Leib zu werden.
Ich unterwerfe mich der Heiligen Kommunion ebenso wie dem Bruder.