Fr 23.08.2024
Mt 22:34-40 Die Frage nach dem höchsten Gebot.
Das Gebot:
Es steht in Vers 37:
Jesus aber sprach zu ihm: „Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte.”
Ich zitiere aus den Beschreibungen der Strong-Bibel zu den drei Begriffen Herz, Seele und Gemüt – gekürzt, ohne Bibelstellen:
καρδία kardía Herz
Das Zentrum des gesamten inneren Lebens. Nicht nur, wie im Dtsch., v. Gefühlen u. Empfindungen, sondern vor allem auch v. Gedanken u. Entscheidungen!; Der Sitz der menschlichen Energien, des persönlichen Lebens, des Verstandes, der Emotionen u. Begierden, des Entscheidungswillens und der Liebe. Daher das, worin die religiöse und moralische Beschaffenheit des Menschen besteht:
ψυχή psyché Seele
Von Wz. ig.: bhs blasen; der belebende Atem im Menschen als Lebensträger; (w. der Hauch bzw. Atem als Lebensprinzip.
1) Der Atem oder Hauch als Ausdruck von irdischem Leben: Der Lebenshauch, das Leben. Die Lebenskraft, welche den Körper aller Lebewesen belebt und sich darin äußert, dass man atmet (sowohl von Tieren als auch vom Menschen).
2) Seele physisch, die Seele als Trägerin des menschlichen Lebens: das irdische Leben.
3) durch semitischen Einfluss, die Person selbst: Das Lebewesen (das, in dem Leben ist); die lebende Seele im AT von Mensch und Tier; im NT nur vom Menschen.
4) Die Seele als Sitz der Gefühle, Wünsche, Empfindungen, Begierden und Lüste: Das Herz, die „Seele“, das Gemüt, die Gefühle.
5) Die Seele als Sitz des überirdischen Lebens.
6) Die Seele als die unsterbliche menschliche Persönlichkeit, die sowohl vom Geist als auch vom Leib des Menschen unterschieden ist.
διάνοια diá-noia Denkvermögen
diá durch + noéo denken;
1) Der Verstand (als Sitz des Verständnisses, der Gefühle und der Wünsche); die Vernunft.
2) Die Gesinnung, der Sinn, die Geistesgesinnung, die Art und Weise des Denkens und Fühlens; die (guten oder bösen) Gedanken.
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Die Begriffe länger zu betrachten und ausführlicher zu nennen ist eine Vorbereitung und ein Wert an sich.
Lieben wie sich selbst
Die Selbstliebe ist eine Vorfindlichkeit und keinesfalls eine Aufforderung. Das habe ich schon oft erläutert.
Aber: ich kann die schon vorhandene Selbstliebe nehmen und Schritte für Schritt daraus Gottesliebe lernen.
Worin besteht die Selbstliebe?
Es ist ein mich angehen. Ein um mich besorgt sein, auf mich bedacht sein.
Selbst, wenn ich mich mangelhaft finde oder „Hasse“ wie heute schnell gesagt wird, bin ich mir dennoch wichtig.
Wo sind meine Gedanken, mein Fühlen, mein Handeln?
Nicht doch zumeist bei mir, oder im Auftrag des „für mich“, wenn ich zum Beispiel arbeite?
Beispiel:
Ich prüfe, ob ich bequem sitze.
Auch hier: ein Gedanke an mich.
Wie wäre nun solch ein Denken an meinen Vater?
Ist es angenehm für Gott wie ich Sitze?
Für Ihn ist es anderes: Er freut sich, wenn ich vor Ihm sitze.
Dann natürlich gut gekleidet und respektvoll. Aufrecht und in Gedanken an Seine Freundlichkeit bei mir zu sein.
Mir fällt ein, dass Er in meinem Zimmer zu Gast ist. Wie sieht es eigentlich für Ihn darin aus? Was liegt herum, was sieht Er, wen ich ehre, wenn Er anschaut, was da zu sehen ist?
Wie sauber ist es?
Habe ich weggetan, was mich ablenkt von Ihm – von Dir?
Habe ich genug Zeit reserviert, ohne Terminenge danach?
Bin ich fröhlich zu Ihm geeilt wie zu meinem geliebten Bräutigam?
Das sind alles keine zusätzlichen Gedanken. Ich will lernen all die Gedanken um mich, in diese Art von Denken zu tauschen.
Und das ist erst der Anfang
Bisher ging es um Gedanken. Jetzt auch:
Entscheidungen
Entscheidungen sind Zustimmung zu dem, was mein Gewissen mir sagt. Bedingung dafür, dass Gott durch mein Gewissen zu mir spricht, ist Übung, Übung, Übung und: entschlossene Entschlossenheit.
Energien
Wozu nutze ich meine Kraft? Zetere ich herum, weil ich meine sie für mich zu brauchen? Meine Konzentration, mein Unzerstreut sein – gebe ich Ihm mein Bestes?Wie ernst nehme ich, dass Gott mich nach meiner Kraft fragt und ich nicht immer Gott um mehr Kraft anbettele.
Habe ich schon meine ganze Kraft in restloser Weise in Dich investiert. Oder halte ich zurück für persönliche Eventualitäten.
Wie oft klopft jemand an und ich bin doch müde und meine ich habe nicht genug Kraft. Doch. Es gibt noch einen Rest. Den will ich auch noch geben – wenn Du mich nicht aufsammelst, werde ich danach leer sein. Und wie treu hast Du mich aufgesammelt.
Begierden und Emotionen
Auch für Emotionen kann ich mich weitgehend entscheiden. Denn ich schaue hierhin oder dorthin. Ich höre hier hin oder mache die Musik aus. Verlasse den lauten Ort, gehe weg aus dem Raum der Zerstreuung. Meide Genuss zum Selbstzweck.
Weil meine Emotionen für Gott sein sollen. Ich will es so.
Ich unterbreche hier.
Es mag radikal klingen – Jesus sagt es so.
Und bei genauerem Hinschauen lautet die Frage:
Ist Gott gut? Gut genug für alles in meinem Leben?
Gönnt er mir Gutes?
Es ist immer und immer die Behauptung der Schlange: Gott gönnt dir etwas nicht (von jenem Baum).
Jeder Akt für Gott sei nicht Selbstkasteiung, sondern Zustimmung zu dem, was ich doch lerne zu glauben:
Gott ist gut und Er ist nahe.
Ihm in allem zu trauen ist das Beste was ich tun kann.