Praktische Hinweise zu „Wer hat, dem wird gegeben“.

Mo 23.09.2024

Praktische Hinweise haben auch Nachteile. Sie lenken die Gedanken in eingeschränkte Richtungen und verschließen so Türen.

Vielleicht können sie aber helfen, zu eigenen, weiteren Gedanken Anstoß zu geben.

Dem anderen zuhören

Viele Menschen hören von dem Gesprächspartner, was sie meinen, schon zu wissen. Wie oft höre ich als Einleitung „Ich weiß..“

Hören lernen als Wachstum wäre dann:

Erst einmal ganz ausreden lassen.

Eine Weile nachdenken.

Etwas Überraschendes suchen.

Nachfragen.

Vielleicht einfach mitnehmen und darüber nachdenken.

Je öfter ich das tue, desto eher wird der andere nicht nur das sagen, was oben auf liegt. Sondern langsam zu dem feineren, eigentlichen kommen, das er nun, da etwas Vertrauen in die Zuneigung des anderen entstanden ist, zu sagen wagt.

Verweilen

Ein Bibeltext ist nicht zumeist dazu da, nur „verstanden“ zu werden. Sondern viel mehr. Es geht um das Verkosten. Wie einen feinen Wein.

Dazu brauche ich Zeit.

Ich schaue meinen Text etwa 45 Minuten an. Und oft erfahre ich sogar erst danach, was ich erfahren soll – und vergesse, was ich vorher dachte.

Ich schaue den Text an, der mir gegeben ist – nicht den ich mir suche.

Auch wenn ich ihn schon sehr oft angeschaut habe.

Denn ich werde durchs verweilen in liebender, neugieriger Aufmerksamkeit zu einem Freund des Textes und damit zu einem Freund des Texters. Auch des Autoren selbst (heute Lukas) und spüre seine Nähe zu Jesus. Seine Flamme, die er ist, indem er Jesus liebt und mich liebt – seinen Leser.

Wenn ich etwas verstehe

Dann erst habe ich etwas, mit dem ich mein Herz umgrabe, um besser zu verstehen.

Anhand dessen, was ich gehört und verinnerlicht habe, wächst das Nächste. Das Nächste, was ich nicht hören konnte, als ich das Erste noch bedachte und befolgte.

Im Gehorsam, in der Wiederholung erst, spitzen sich die Ohren.

Verstehen ist ein Anfang. Nichts Fertiges, vielleicht sogar nicht ganz richtig – aber bereitend für das je bessere.

Ich vergesse, was ich schon habe und jage dem nach, was er mir geworden ist.

Ich habe das mit dem Bogenschießen versucht zu illustrieren (04.09.2024).

Das heißt praktisch, dass ich wiederholen muss und im Treuen immer neu tun, nicht schon meine ich habe es. Sondern ich bereite mich, es zu empfangen.

Staub zu wischen und die Betten zu machen macht nicht zumeist die Wohnung sauber und ordentlich – sondern mein Herz.

Immer und immer etwas besser – nicht müdes Erledigen.

Soviel für heute

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