Sa 28.09.2024 Niederbösa
Lk 9:43b-45 Die Jünger fassen Jesu Ankündigung nicht.
Rahmen
Petrus, Jakobus und Johannes hatten zuvor die Verklärung Jesu gesehen.
Sie alle hatten die Heilung des besessenen Jungen erlebt.
Nach diesem werden die Jünger über ihren Rang bei Jesus streiten.
Herrlich, herrlich, herrlich
So höre ich des Öfteren, wenn Christen von Jesus sprechen. Und sie haben recht. Jesus tut so viel Gutes und ist solch ein Trost für mich und alle, die Ihn annehmen.
Aber darf Er auch mein Gott sein?
Ist Er nicht zumeist nur dort mein Gott, wo Er so ist, wie ich Ihn gern habe?
So ist unsere Natur
Wir wollen Strom aus der Steckdose, aber nicht unbedingt die Konsequenzen der Energieerzeugung. Sei es CO2, seien es zu viele Windräder.
Wir wollen eine Ehe, solange sie uns dient. Aber maximal bis dahin, wo sie meine Selbstverwirklichung nicht ganz zum Erliegen bringt.
Ich will einen sicheren Ort zum Leben – aber vergesse, das die Welt Krieg beinhaltet, Krieg, der auch mich betreffen kann.
Ich mag es mich in meinem Körper, in meinem Leib wohlzufühlen. Und vergesse, dass Schmerz, Krankheit dazu gehört.
Ich nehme gern das Gute. Aber nicht so gern die Wirklichkeit mit all ihren Konsequenzen.
Die Könige unterdrücken ihr Volk
Wäre der Wunsch der Jünger Wirklichkeit geworden, hätte es ein Königtum Jesu gegeben.
Vermutlich mit einem Krieg gegen die Römer und viel Leid und Tod.
Und wer nicht für Ihn wäre, müsste Ihm trotzdem gehorchen. Wie wird das durchgesetzt?
Die Macht ginge sicher nicht vom Volke aus, den ein Kyrios (Christus) ist kein Demokrat.
Ein Machthaber hat Macht. Andere können wir es uns nicht vorstellen. Auch die Jünger nicht. Sie werden gleich darüber reden, wer wem was zu sagen hat.
Ein ganz anderes Reich
Das Reich Gottes ist ein Reich, in dem ich dem anderen dienen WILL.
Indem ich die Ehre und den Glanz des anderen suche. Indem ich die Last des anderen Trage.
Solche ein Reich kann naturgemäß nicht über Mittel der Macht erreicht werden. Es kann nur durch den Vollzug ebendieses Wesens wirklich werden.
Die Gebote existieren schon.
Aber nur der ist in dem Reich Gottes, der diese Gebote tun will. Der den, der die Gebote gab, damit ehrt und damit zum König macht, indem er sie gern tut.
Wer gehört dazu?
Wer freigekauft ist von der Art des natürlichen, menschlichen Königtums, ist nur dann Bürge des neuen, wenn er als freier lebt.
Das heißt, frei davon, Macht haben zu wollen.
Macht über andere – aber auch Macht für sich selbst.
Viele, die Christus nicht kennen, aber so leben, werden dazu gehören. Viele, die an ihren Glauben glauben, aber nicht. Gerade Pastoren meinen oft, es hänge am „richtigen“ Glauben und glauben fest, dass Jesus lebt.
Wer aber sich selbst lebt, für den hat dieser Glaube keine Heilskraft.
„Let God be God“
So sagte es ein Mann, der unseren Hauskreis als Gast besuchte. Er kam aus der Schweiz und wollte die Erweckung in der Petrikirche sehen (ca. 1986).
Da, wo meine „Toleranz“ für Gott aufhört, fängt Gott erst an, Gott zu sein.
Nicht in Wundern und Träumen, sondern in erschrockenem Staunen und vertrauendem Gehorsam.