Herrschaft der Kinder Gottes

Mi. 02.10.2024, Gedenktag der Hl. Schutzengel

Mt 18:1-5,10 Wer ist der Größte im Himmelreich?

Verweile bei diesem Thema

So klingt es in meinem Herzen. Mehrere Male war es nun Thema des Morgens.

Offenbar will der Vater mir etwas sagen, etwas, was ich immer noch nicht recht verstanden, verinnerlicht habe.

Ich schaue zunächst auf die Dissonanzen in dem Text.

Wie fügt es sich zusammen?

Zuerst ist davon die Rede, dass ich so klein werden soll wie in Kind. Niemand hat dieses Thema wohl besser beschrieben als Heinrich Spaemann in „Orientierung am Kinde“.

Siehe auch „Muster“ vom 17.08.2024.

Aber zudem und zugleich steht dort etwas von der Aufnahme solch eines Kindes. Wie passt das dazu?

Und dann auch noch von einer Art direkter Beziehung des Kindes zu Gott über seinen Engel. Wegen dieses Engels ist der Text wohl am Tage der Hl. Schutzengel gewählt.

Aber besonders auch der Text aus 2. Mose 23:20-23a aus der heutigen Lesung.

“‭Siehe, ich sende‭‭ einen Engel‭ vor‭ dir her, der dich behüte‭‭ auf dem Wege‭ und bringe‭‭ dich an den Ort‭, den ich bereitet‭‭ habe.‭ ‭Darum hüte‭‭ dich vor‭ seinem Angesicht und gehorche‭‭ seiner Stimme‭ und erbittere‭‭ ihn nicht; denn er wird euer Übertreten‭ nicht vergeben‭‭, und mein Name‭ ist in ihm‭.‭”

Dort, wo im Deutschen „in“ steht, steht im Hebräischen:

‭ברק‭ qereb ‭keh’- reb‭ ‭Innereien, Eingeweide, in der Mitte.

In ihm ist der Name Gottes ganz gegenwärtig. Mit aller Leidenschaft und aller Substanz.

Offenbar haben wir es in diesem Kind auch mit diesem Engel zu tun.

Wer Ohren hat zu hören

Mir scheint, es ist eine Art Lückenbild.

Wer es sehen will, sieht es – andere sehen nur die Lücken in der Logik.

Es ist ein geheimnisvoller Übergang zu dem Kind, von dem die Mutter sagt: „Was er euch sagt, das tut“.

Damals schon ein junger Mann – aber noch ein ganz unbeschriebenes Blatt. Jedoch: ganz Sohn des Vaters.

Kind und Sohn

Es scheint mir offenbar, dass hier von Jesus selbst die Rede ist.

Das Wort „Kind“ irritiert zunächst – aber wenn ich ein zugleich in meinen Blick lege, sieht es ganz passend aus.

Und: es ist Bild für jeden, der Ihm nachfolgt.

Von mir aus werde ich Kind – nicht Sohn.

Mein Eifer ist es, ganz Kind zu sein.

Dann aber wird der Engel Gottes in mir aus mir einen Sohn machen.

Das kann er nur mit jemandem, der dem Vater ganz Kind ist.

Dem Vater!

Denn am Kind erkennt man den Vater.

Geistliche Väter

Väter, die ganz Kinder Gottes sind.

Die ein einfältiges, reines Herzen haben.

Die genau dem Engel folgen. Genau seiner Stimme gehorchen – und damit Deiner Stimme.

Dann wird geschehen, was in Vers 23 und 24 steht – Gott selbst handelt an dem, was Feind ist.

Wie finde ich solche Väter?

Väter, die nicht mit Macht über mich herrschen, sondern wie Boten Gottes, ganz Kinder Gottes sind und mir damit Vater?

Und wie kann ich selbst meinem Bruder Vater sein in der Weise dieses Kindes?

Dieser unmittelbaren Verwandtschaft mit dem Vater – so, dass man sagen wird: in ihm wirkte der Engel Gottes.

Der Text des Tages macht deutlich, dass ich mich nicht zurücklegen kann und sagen: „Jesus wird es schon machen“.

Denn dieser Jesus sagt mir: Werde wie ein Kind DIESES Vaters.

Denn wenn du es wirst, wird dein Engel allezeit das Antlitz des Vaters sehen.

Und ebenso: Wo mir ein Vater im Geiste begegnet, der wie ein Kind Gottes daherkommt, da will ich ihn aufnehmen wie ein Kind, dessen Engel allezeit das Antlitz des Vaters sieht.

Denn in ihm begegnest Du mir.

Ich selbst aber will nichts wissen als den Vater selbst, als Dich, Vater.

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