Mi 16.10.2024 Hooksiel
Lu 11:42-46 Jesus klagt Pharisäer und Schriftgelehrte an
Der Preis der Wahrheit
Jesus sitzt im Hause des Pharisäers und kritisiert ihn scharf. Selbst der Versuch eines Schriftgelehrten, die Worte Jesu zu begrenzen und vielleicht den Schaden nicht ausufern zu lassen, bewirkt das Gegenteil.
Wer als geistiger Führer nicht für Jesus ist, der ist gegen Ihn.
Und sie werden es Ihm böse vergelten. Sie werden nicht Buße tun, sondern Ihn und seinen Anspruch aus der Welt räumen – auch durch Verleumdung und Aufhetzen zum Töten.
Jesus weiß das. Aber Seine Liebe betrifft auch Seine Feinde.
Koste es das Leben – Er ruft in ihr Gewissen, laut und schallend. Vielleicht wird es in einem oder anderen (Nikodemus u. a.) doch noch wirksam werden.
Die Liebe fragt nicht nur nicht nach meinem Nutzen, sondern bezahlt den Preis für den, der sie nicht hören will.
Wie ist es heute?
Jesus sagt, sowohl die Gerechtigkeit, als auch die Liebe zu Gott sollen sein, sind notwendig.
Nicht mehr Vorbild zu sein, ist keine Lösung. Die geistigen Führer haben uns als Waisen zurückgelassen. Sie wollen selbst nicht wirklich ihr Leben geben und hoffen, wir bleiben mit ihnen in der Welt, in ihrer Welt der Beliebigkeit und des Selbstnutzens.
Dafür haben andere das religiöse Organ im Menschen mit neuen Parolen in Beschlag genommen. Sie definieren, was „gerecht“ ist, besonders tun sie das im Bereich des Geschlechts und nennen es ein Recht auf Selbstbestimmung. Eine Art Recht auf Götzendienst. Wer sich diesem entziehen will, steht in Gefahr der Bannung und des sozialen Todes.
Unsere Schuld
Besonders wir als Christen glauben, nicht zu all dem zu gehören und die letzten wirklich Guten zu sein. Wir kritisieren die Palästinenser – und haben doch nicht wirklich eine auch nur theoretische Lösung für sie.
Das christliche Abendland denkt auch für die Araber in Kategorien unserer eigenen Dekadenz. Die Werte, die wir ihnen anbieten, sind Demokratie, Bildung, wirtschaftlicher Fortschritt.
Keiner dieser Werte ist Antwort auf einen religiösen Hunger, auf die eigentliche tiefe Not im Menschen.
Viktor Frankl sagt: Nur wer etwas in seinem Leben hat, für das er sterben kann und würde, hat einen wirklichen Grund zum Leben.
Das hat uns die Hisbollah voraus. Und nichts unter dem kann dem Menschen wirklich Frieden geben.
Nur ein Christentum, das einem das ganze Leben wert ist, kann eine faire Alternative für einen echten Moslem sein. Nicht Bildung und Wohlstand.
Verantwortung
Vorgestern habe ich geschrieben, dass wir das Erbe unserer Großeltern verbraucht haben und unseren Kindern und Enkeln kein gutes Erbe hinterlassen. Wir erfüllen unsere Generationenverantwortung nicht.
Heute sehe ich dies für die geistig verhungernde Gemeinschaft der Zeitgenossen.
Wir sind niemandem ein Vorbild.
Schon garnicht investieren wir unser Leben in der Weise, wie Jesus es in dem Text heute tut.
Auch und gerade nicht gegenüber dem geistigen Hunger der Moslems. Jesus Christus ist die Antwort. Wir aber halten Ihn im guten Fall wie ein Haustier in der Wohnung und bleiben doch unser eigener Souverän.
Wo stehe ich?
Ohne eigene Schule der Demütigung bin ich niemandem ein Licht.
Reicht meine Liebe für meine Kinder und Enkel und meine Zeitgenossen dafür?
Herr prüfe mich und erkenne, wie ich es meine.
Und führe mich auf rechtem Weg – für Dein Reich.