Näher zu Gott gleich: größere Verantwortung

Do 17.10.2024 Hooksiel

Lk 11:47-54 Die Last der Geschichte der Verantwortung für das Volk

Kein süsslicher Jesus

An einer Stelle ist von der umfassenden Vergebung die Rede. Z. B. bei dem Mann, der seinem Herrn 100.000 Zentner schuldet und diesSchuld ihm einfach erlassen wird.

Hier aber ein großes, hartes „wehe“.

Wir haben uns daran gewöhnt, das wehe für die Pharisäer, ja für die Juden aufzuheben. Sie nahmen Jesus nicht an und verloren in zwei verheerenden Kriegen einen Großteil der Menschen und ihr Land.

Wie bequem für uns.

Ist es so? Schreibt Lukas das für die Juden?

Gewiss.

Wenn wir aber hineingepfropft sind in Israel, doch ebenso für uns.

Ich bin gewiss: je näher wir Gott kommen, desto ernster wird Sein Anspruch an uns. Desto mehr brennt Sein Feuer der Heiligung. Desto mehr legt Er den Finger in unsere Verantwortung für die Brüder, für die Menschen.

Er hat unsere Wunden geheilt – nun legt er eine Last auf. Es ist Sein Joch. Es liegt auf uns, um mit Ihm das Seine zu tragen – denn das Unsere liegt schon hinter uns.

Den Propheten Grabmähler bauen

Das Wort der Propheten ist ein lebendiges Wort. Es galt damals, es gilt heute. Damals haben sie das lebendige Wort totgeschlagen, heute gedenken wir ihrer als Tote – nicht als lebendige, die denselben Anspruch an uns auch heute haben. Nämlich Buße zu tun und uns Dir zuzuwenden.

Sie rufen den Anspruch eines lebendigen Gottes heraus. Nicht einer Ethik, sondern des lebendigen Gottes.

Gottes Reden ist nicht das ohnehin schon gewusste. Das von mir beherrschbare und kontrollierbare. Auch wenn das auch vorkommt – es ist immer auch ein aktueller Ruf in unbekanntes Land, auf einen Weg, den ich nicht kenne.

Verantwortung

Diese Lebendigkeit ist besonders in der Verantwortung für Menschen offenbar. Zwar gibt es gewachsenes und bewährtes – aber ohne ein lebendiges Hören werde ich meiner Verantwortung nicht gerecht. Das Wort sagt es: Ich antworte. Das gilt immer einem Beauftragenden. Und ich antworte mit meinem Wirken am Anderen vor Gott.

Je näher ich Gott bin, desto eher wird Er mich in Sein Wirken einbinden. Angefangen in meinem Leben. Dann aber auch in der Gemeinschaft, in der ich bin.

Als Vater wird Gott mich nach meiner Familie fragen. Mich!

Gibt er mir Menschen, die auf mich hören, wird er mich nach diesen Menschen fragen.

Viel strenger, als ich zu denken gewohnt bin.

Die Verantwortung kommt ohne unmittelbare Macht. So wenig wie Gott uns mit Macht führt. Sondern die substanzielle Verbundenheit (= Liebe) bewirkt Gnade bei Gott.

Und ebenso: als Vorbild. Vorbild um des anderen Willen, nicht um meiner Ehre willen.

Jeder Tropfen Ehre verpflichtet zu 100 Tropfen Verantwortung.

Drei Räume

  • Jesus wird von dem Pharisäer zum Essen zu sich nach Hause eingeladen.
  • Nikodemus besucht Jesus in Seinem Haus – ganz privat.
  • Zachäus empfängt Jesus mit Jubel – Jesus hatte sich selbst bei ihm eingeladen.
  • Der Pharisäer lädt ein und denkt über Jesus nach.
  • Nikodemus redet mit Jesus.
  • Zachäus aber erkennt sich selbst im Lichte Jesu.

Und ich erkenne den Unterschied in Jesu Reaktion.

  • Glühende Kritik und Wehrufe beim Pharisäer.
  • Peinliche, aber angenommene Worte bei Nikodemus.
  • Heilsrufe über das ganze Haus bei Zachäus.

Heiligung ist nicht unmöglich. Nikodemus hilft ein Stück, aber Zachäus macht es ganz vor.

Halleluja.

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