Leiblichkeit Jesu

Sa 09.11.2024

Joh 2:13-22 Die Tempelreinigung, Jesu Leib als Tempel

Reißt den Tempel nieder, und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.

Viele Menschen vergeistigen den Tempel oder halten ihn generell für abgeschafft.

Ist das so?

Jesus redet hier von der leiblichen Auferstehung.

Wozu – wenn Er doch bald in den Himmel auffährt.

Ist Gott nicht Geist und wir werden alle dahin geführt, Ihn im Geist und der Wahrheit anzubeten?

Ja, aber nicht in einem Geist ohne Leib.

Gott hat sich entschieden, den Leib nicht zu überwinden, sondern zu heiligen.

Rebellion

Die Rebellion gegen Gott setzt sich in einer Rebellion gegen den Leib fort. Gegen die Gegebenheit des Leibes, z. B. in seinem Geschlecht.

Aber auch gegen die Realität der Heiligkeit des Leibes, von der Empfängnis bis über den Tod hinaus.

Ja, über den Tod hinaus.

Was motiviert Menschen, sich verbrennen zu lassen und den Staub über dem Meer verstreuen zu lassen?

Mir scheint, es hat viel mit einem Protest gegen diese Leiblichkeit zu tun.

Auch die Bezogenheit innerhalb des Leibes ist Anlass zum Protest. Der Körper, die Seele und der Geist – sie hängen zusammen. Der Geist drückt sich in Seele und Leib aus – es gibt eine Hierarchie. Aber Seele und Körper können Ort der Rebellion sein.

Angefangen bei Piercing und Tattoo. Aber auch bei der Vergötzung der Seele in einer Hingabe an die Emotionalität.

Es ist mehr, als diese kurzen Worte sagen.

Hesekiel 47:12

Die erste Lesung des Tages ist aus dem 47 sten Kapitel des Propheten Hesekiel:

“‭12‭ ‭Und an demselben Strom‭, am Ufer‭ auf beiden Seiten, werden allerlei fruchtbare‭ Bäume‭ wachsen‭‭, und ihre Blätter‭ werden nicht verwelken‭‭ noch ihre Früchte‭ ausgehen‭‭; und sie werden alle Monate‭ neue Früchte‭‭ bringen, denn ihr Wasser‭ fließt‭‭ aus dem Heiligtum‭. Ihre Frucht‭ wird zur Speise‭ dienen und ihre Blätter‭ zur Arznei‭.‭”

(Hesekiel 47:12, Lut)

Und ich erinnere mich an eine andere Stelle: Offenbarung 22,1-2. Dort heißt es:

“Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht vom Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte zwischen ihrer Straße und dem Strom, diesseits und jenseits, war der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und seine Frucht gibt jeden Monat, und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker.”

Ich sehe: Es ist nicht wichtig, wie es mir mit Jesus geht – sondern wie es der Welt mit dem geht, was ich an Frucht für sie habe.

Bin ich eine Speise für die Welt? Bin ich Heilmittel für die Welt?

Wenn nicht oder nur sehr karg – bin ich Baum am Fluss, der aus dem Heiligtum kommt?

In der Offenbarung als Thron Gottes und des Lammes offenbart.

Das Lamm, es ist immer Zeichen meiner Form der Heiligkeit: Geopfert sein – nicht erhoben sein.

Spaziergang durch die Leiblichkeit

Mir scheint, der Geist kann recht eingeschränkt fließen, wenn ich nicht sorgfältig auf meine Leiblichkeit achte.

Einmal zur Heiligung – aber auch in der Form der Hingabe.

Zur Heiligung gehört in vorzüglicher Weise die Teilhabe am Leib Christi, besonders in der Heiligen Eucharistie. Aber auch in der Teilhabe am Leib Christi, der Kirche.

Körperlich muss ich mir immer wieder mein Essen vorhalten – leider kein gelöstes Problem. Ebenso die Beweglichkeit und körperliche und manuelle Arbeit – Ausdruck des Leibes.

Seelisch geht es um Ordnung, Kultur und Schönheit – hier nur angedeutet.

Geistig um Stille, Gebet, Gehorsam.

Weiter spaziere ich dahin, wohin ich mich örtlich begebe. Der Ort meiner Leiblichkeit. Dazu gehören die Gebäude, von denen ich erst durch meinen leiblichen Bruder deren heiligende Wirkung erkannt habe.

Die Form der Handlungen, die Wirkung von Gegenständen.

Dann aber auch das leibliche Zeugnis des Geistes in mir oder durch mich. Z. B. jetzt das öffentliche Zeugnis für das auserwählte Volk Israel.

So wie es jener Engländer in Amsterdam tat, der Schläge erlitt, weil er sich für Juden eingesetzt hat.

Da habe ich weiteres zu lernen.

2 Kommentare zu „Leiblichkeit Jesu

  1. Auch die Digitalisierung praktisch jedes Lebensbereiches sehe ich als Rebelion gegen die Leiblichkeit. Mehr als deutlich ist es dann in der „Transhumanistischen“ Bewegung zu sehen (aber auch in dem „quantified self“ Bewegung).

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