Was will ich von Gott?

Sa 16.11.2024

Lk 18:1-8 Von der bittenden Witwe

Was spricht das Bild Jesu in mir an?

Spricht es in mir das Beten um Dinge an? Um etwas für mich?

Zunächst passte mir das Bild nicht, weil ich Gott nicht so kenne. Ich kenne Ihn doch als jemanden, der selbst mehr gibt als ich erbitte.

Spricht das Bild vielleicht mein altes Ego an, das etwas für sich will?

Und bin ich nicht auch noch in diesem alten Ego, wenn ich darauf verzichte zu bitten, weil ich bescheiden nichts mehr für mich will?

Worum ist es recht, mit Eifer und Ausdauer zu bitten?

Selbsterkenntnis

Evangelium Tag für Tag hilft mir mit einem Text von Bernhard von Clairvaux. Sich selbst erkennen, um Gott zu erkennen. Bitte lesen.

Mein Blick auf Gott ist getrübt von meinem unterbewussten Reflex, mich um mich selbst zu sorgen. Nach einem Nutzen für mich zu fragen.

So wie ich oben das Bitten spontan auf mich bezogen habe.

Mein Verstand ist ein dienstbarer Knecht. Zumeist denkt er das, von dem er glaubt, es dient mir. Weil er mich kennt und das der unausgesprochene Normalzustand ist.

So suche ich nun meinen Willen (nicht meinen Verstand) und wähle die Bitte, mich in diesem vom Geist Gottes überführen zu lassen.

Das Reich Gottes besteht nicht aus Gott und mir.

Es besteht aus Christus und Seinem Leib. Wie beschämend, in diesem Leib etwas für sich zu erbitten – oder stolz zu sein, die Möglichkeit des Bittens eitel abzuschlagen.

Schon allein die Reinigung des Werkzeugs braucht dringend Deine Gnade, Deinen Geist und Dein Wirken an mir.
Bitte, Vater, reinige mich. So wie Du mich jetzt in diesem überführt hast.

Wer meint, er sei nur von Bagatelle-Sünden belästigt, der kennt sich nicht.

Und wenn das so ist – warum drängle ich nicht mehr nach einem Termin bei Gott, als einem Termin beim Arzt?

Leib Christi

Gestern sprach ich mit meinem Beichtvater über den Leib Christi. Über die Taufe, die nicht zumeist den Menschen als Person erlöst, sondern ihn in den Leib einfügt.

Der Leib wird Braut – nicht der Einzelne.

Gehöre ich nicht zum Leib, bin ich nicht Braut.

Die Kirche schwankt in dieser Zeit. Wer will in sie eintreten, um in ihr Gerechter zu sein, wie ich gestern schrieb? Ich meine in, nicht nur für. In bedeutet: Mit gefangen, mit gehangen.

Ich bin nie gerecht, weil ich gerecht bin, sondern wenn und soweit ich für andere einstehe. Der Gerechte ist der Gnade schaffende. Der es Gott erlaubt, dem Ungerechten seine Schuld nicht anzurechnen.

Ich selbst sehe meine Gerechtigkeit darin, für die Versprengten aus dem Leib Christi vor Gott einzustehen.

Das sind konkret die Christen der Freikirchen. Ich sehe sie als solche, die den Leib nicht kennen und Gott sie aber doch „von den Zäunen und Hecken“ einsammeln will.

Die Grundlage ist, nicht länger nach dem eigenen Heil zu fragen – sondern nach dem des Bruders in Christus.

Nicht länger Nutzen aus dem Glauben zu suchen, sondern sich selbst als auf Gedeih und Verderb mit dem Leib verbunden wissen.

So wie Jesus sich ganz mit denen verbunden hat, die Ihn zunächst gehasst haben. Der Weg ist der, der nach unten geht.

Ganz unten steht der Vater. Er allein erhebt.

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