Die Sonne verfinstert sich

So 17.11.2024

Mk 13:24-32 Das Kommen des Menschensohns und Mahnung zur Wachsamkeit

Nicht vor der Trübsal

Christen erzählen mir von der Entrückung. Warum sollte Gott das Salz vor der Zeit entfernen?

Die, die den Vater lieben, werden bleiben, wo noch Hoffnung ist. Und ein große Trübsal ist ein Anlauf von brennender Hoffnung. Eine Sehnsucht nach denen an „Hecken und Zäunen“. Es ist nötig zu bleiben und die Verbindung zwischen dem Haupt und Seinem Leib zu bewahren.

Vor der Teilhabe an den Freuden Christi steht die Frage, ob ich auch in Seiner Not bei Ihm und Seinem Leib bleiben will.

Die Sonne verfinstert sich

und der Mond verliert seinen Schein.

Die Sonne ist Jesus und der Mond ist Seine Kirche.

Am 14.11.2024 habe ich über Verborgenheit gesprochen. Jetzt baue ich darauf auf.

Es bezog sich auf Lk 17:22, wo es heißt, die Menschen werden begehren, einen der Tage (=Sonnentage) des Menschensohns zu sehen und werden ihn nicht sehen.

Und so wird in der Breite auch der Mangel an Licht auf die Kirche dazu führen, dass ihr widerscheinen erlischt.

Die Sonne verdunkelt sich und die Kirche wird blass und ohne Kraft als Salz der Erde.

Ich rede nicht davon, dass einzelne Menschen nicht noch erweckt werden können – aber die Wirkung der Kirche auf die Gesellschaft und Gläubigen scheint mir schon sehr schwach geworden zu sein.

Die Sonne, die scheint, und die Sonne, die es gibt

In den vergangenen Tagen, ja Wochen, habe ich die Sonne nicht gesehen.

Aber ich weiß, es gibt sie weiterhin.

Ich denke, auch das verfinstern der Sonne in Vers 24 ist kein Verschwinden. Sondern eine Unterbrechung der aktuellen Erkennbarkeit.

Nun gilt es, aus dem Geist zu leben. Aus dem Glauben allein. Auch in finsterer Nacht kann Glaube existieren und ein Licht erzeugen.

Das Schwinden des Lichtes in der Erkenntnis und der Kirche führt zu einer großen Scheidung. Wie im Feuerofen wird noch einmal die Reinheit des Materials geprüft.

Ohne Emotionen, ohne Zufuhr an neuem Erkennen (oîda).

Konkret

In der katholischen Kirche verschwindet die Eucharistie. Zum einen gibt es fast keine Priesteramtskandidaten mehr, sodass immer weniger Konsekration stattfinden kann.

Meine evangelischen Freunde wissen vermutlich nicht, wovon ich rede, und viele Katholiken finden inzwischen eine Wortgottesfeier genauso gut, wenn nicht besser. Die Finsternis ist schon groß.

Viele evangelische Freunde verwechseln den Heiligen Geist mit ihren Gefühlen. Dies ist schon diese Verführung, von der die Rede ist. Denn eine Bedrängnis aus Gottes Sicht ist nicht zwingend eine Art Christenverfolgung.

Vielleicht ist es vielmehr die Bedrängnis des Glaubens durch das „Christus hier und dort“, die den Glauben bedrängen (Vers 21).

Ich erlebe dies in der Seelsorge. Christen suchen Wunder und Gebetserhörungen, Wirksamkeit in der Welt und ein kuscheliges Gefühl bei Gott. Sie erwarten ein schönes Leben, Schutz vor Unglück und Not.

All das, wenn es zum Zentrum wird, ist „Christus hier und dort“.

Himmel und Erde werden vergehen

aber meine Worte werden nicht vergehen.

Alle Kräfte und alles Erkennen sind schwankend und vergänglich. Haben Potenzial zur Verführung, gerade wenn die Sonne, Jesus, sich verfinstert und die Kirche Ihn nicht mehr widerscheint.

Und das ist unvermeidlich.

Das Wort Jesu aber ist Seine bleibende Verbindung. Es hat Kraft, Neues zu schaffen, wie es am Anfang der Welt war.

Am Ende ist es purer Glaube. Glaube, der sagt: Ich gehöre dazu, komme was wolle. Zunächst zu Jesus – und in Ihm zur Kirche, solange Er nicht zurückgekommen ist.

Übrigens: Ich deute das „Wort Jesu“ nicht als die Bibel. Sondern als das Wort im Sinne der Zusage. Er sagt mir etwas zu, und dieses Sagen, dieses Versprechen, bleibt gültig.

Das Wort „Versprechen“ passt nicht gut, denn es ist eine Steigerung. Bei Jesus genügt Sein Wort.

Hinterlasse einen Kommentar