Diesseits oder jenseits?

Do 05.12.2024

Mt 7:21-27 Vom Tun des göttlichen Willens und vom Hausbau

Der Text

Es werden nicht alle, die zu mir sagen, Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.

Dann: vom Bauen des Hauses auf Fels oder Sand und von schlimmen Unwettern.

Der Text bildet das Finale der Bergpredigt.

Was ist „Tun des göttlichen Willens.“

Viele sagen, die Bergpredigt ist nur ein Ziel, das Orientierung gibt, aber im Einzelnen nicht machbar ist. Und viele singen Halleluja auf die Gnade, nichts als Gnade.

Es ist wie eine Ohrfeige ins Angesicht Jesu.

Sind denn Seine Worte hier das Gerede eines Menschen? Eine „Meinung“?

Der Anfang von allem ist, sich der Wahrheit Jesu als Anspruch an mich zu stellen – egal wo ich stehe und wo ich meine hinkommen zu können oder eben nicht hinzukommen.

Die enge Pforte ist erst als enge Pforte erkennbar, wenn ich ihr nicht mehr den Rücken zukehre.

Der Wille Gottes ist ein reines Herz, ein verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen, ein Ende des Zornes, das Ausreißen des Auges, wenn es mich in Eheangelegenheiten verführen will, Wahrhaftigkeit bis ins Mark, das Geben des Mantels und das Lieben des Feindes, der Verzicht auf Sorge und der Schatz im Himmel, das Ziehen des Balkens aus dem eigenen Auge – das Tun des Guten am Anderen.

Dies ist nur ein Überflug über die Bergpredigt.

Was daran pikst mich? Was meine ich „nicht zu können“? Was halte ich nur für ein theoretisches fernes Ziel oder nur für jemand anderes machbar?

Mein Erleben

Mir scheint, die enge Pforte steht eine Weile offen. Ich gehe hindurch – und komme für manches wieder zurück.

Wo ist nun mein Schatz – vor der Pforte oder hinter der Pforte.

Die Pforte stellt sich als Verlust von Plänen, Eigenwillen und Erfolgen dar.

Ich selbst kann nicht durchgehen – der Herr führt mich hindurch. Er tut es, indem er meine Selbstsucht verletzt und schaut, wie ich reagiere.

Kämpfe ich um mich – oder lasse ich es zu.

Kämpfe ich um meinen Schatz des Selbst in dieser Welt – oder werfe ich mich in die Arme, die sich wie Leiden anfühlen, aber die mir einen Schatz jenseits der Pforte begründen.

Gestern war mein Tagesplan mit Terminen gefüllt. Ich freute mich auf die Pause, die ich am Mittag eingeplant hatte – da kam ein Ruf meiner Frau dazwischen. Sie half spontan einer Tochter von uns, dort gab es einen Notfall.

Innere Ablehnung wollte aufflammen – es passte gar nicht.

Dann aber: Was wollte ich, dass man mir tut, in solch einer Not?

Das Gute, das ich plane, ist immer auch eitel. Nur der Gehorsam von Gott her führt mich durch das Tor. Nur das Vertrauen, dass es besser ist, einen Schatz bei Ihm zu haben, als tausend Schätze hier.

Der Fels

Der Fels ist offenbar Jesu Gebot. Ebendiese Bergpredigt.

Wer sich für fromm hält oder gar demütig, der baut auf den Sand seiner eigenen Gedanken.

Wer gehorcht, wird erweisen, was er glaubt. Nur der erwiesene Glaube ist biblischer Glaube.

Nicht das Werk als meine Tat – der Gehorsam allein.

Der Gehorsam drückt den Glauben aus – nicht Worte, nicht Weissagungen, nicht das Austreiben von bösen Geistern, nicht das Tun von Wundern im Namen Jesu (V 22).

Mahnung

Sie geht an mich.

Mir scheint, ich parke immer noch Dinge diesseits (auf der Seite der Selbstsorge, des Misstrauens). Ich gehe aus und ein – aber baue ich mein Haus bei Dir und ehre Dich damit? Oder streunere ich nicht doch zu viel in der Fremde umher.

Fürchte ich Dein Licht auf dies oder das, das ich noch nicht lassen mag?

Ach, hilf mir mit Deiner Geduld, mit der Du mich mahnst und erziehst, dass ich abbaue die Zelte in der Welt.

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