Fr 06.12.2024 🌷Jessi
Mt 9:27-31 Heilung zweier Blinder
Jes 29:17-24 Die große Wandlung
Der Text
Das Evangelium steht nach der verschlungenen Geschichte von der Auferweckung der Tochter des Jaïrus und der blutflüssigen Frau. Und vor der „großen Ernte“.
Zwei Blinde laufen Jesus nach bis in Sein Haus. Jesus fragt sie, ob sie glauben, dass Er sie heilen kann. Sie sagen Ja.
Es gibt einen Bezug zum Jesaja-Text des Tages. Dort ist prophetisch von der Wandlung des Libanons die Rede und es steht dort: „Zu der Zeit werden die Tauben hören die Worte des Buches und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis sehen.“ Es lohnt, den Text weiterzulesen.
Prophetie und Erfüllung?
Ist das Evangelium die Erfüllung der Jesajaprophetie?
Mir scheint, es ist ähnlich verschlungen wie die oben genannte Geschichte mit der Frau und der Tochter des Jaïrus.
Wie die Schalen einer Zwiebel entfalten sich Wirklichkeiten Gottes.
Jesaja sieht den Wald des Libanon, das Sehen der Blinden im Dunkel und die Fröhlichkeit im Heiligen Israels in eins.
Eindeutig ist der Heilige, also der Messias, gemeint.
Dass zwei Blinde genannt werden, deutet darauf hin, dass es nicht allgemein um Heilung geht. Wofür stehe die Zwei?
Ist es Erfüllung?
Die Zeit der Heiden ist jedoch nicht erfüllt. Nicht alle Wege Israels sind vollendet.
Der Messias kommt als der verborgene Messias – Jesus verbietet den Geheilten die Verkündigung.
Mir scheint das Evangelium hier, ist nicht die eine Erfüllung. Es ist eine weitere Schale der Offenbarung Gottes.
Es bleibt die Spannung des „jetzt schon“ und des „noch nicht“.
Der Buchstabe ist zwar heilig – aber der Verstand nicht. Ich kann den Text nicht verstehen, er ist nur ein Stift und ein Blatt, mit dem mein Herr Jesus schreiben wird, wenn es an der Zeit ist.
Glaubt ihr, dass ich das tun kann?
Jesus fragt sie nicht einzeln.
Mir scheint, dass Du uns entwickeln willst zu einem Glauben als Brüder, als Kirche, als Volk. Der prophetische Aspekt hängt an diesem: Zwei.
Es ist nicht genug, das jemand geheilt werde – es geht um die zwei. Vielleicht sogar: Juden und Heiden. So wie auch mein Eindruck von der Geschichte davor ist. Die Heilung Israels (Synagogenvorsteher) wird unterbrochen von der Heilung einer Frau, deren Leiden 12 Jahre währte (symbolische Zahl). Nichts kann uns Heiden heilen von unserem blutenden Leiden als der Messias der Juden.
Um unseretwillen ist das Heil Israels so lange verzögert worden. Und Jesus jammert sein Volk, wie es in Vers 35 heißt. Aber alles, was zu der Zeit geschieht, ist unter der Decke der Verborgenheit. Jesus wird nicht als Messias, als König erkannt, weil auf uns gewartet wird. Und auch, weil die Offenbarung Gottes nicht in Herrlichkeit geschieht, sondern in Niedrigkeit.
Ich glaube, dass Jesus meinen Bruder Israel mit mir in den Glauben rufen will, der das wirkliche Sehen des Messias erbittet, erwartet und glaubt.
Ich sehe den Messias wie in einem Blechspiegel. Erst der gemeinsame Glaube öffnet die Augen auf Dich wahrhaftig.
Das ist der Glaube, den ich habe, Herr. – Komm, öffne unsere Augen.
Die Herrlichkeit Jesu ist die Liebe – die Liebe, die Du zu dem geschlagenen Israel hast, erweckt mein Herz.
Es gibt keinen Himmel außerhalb dieser Liebe.
Zeit, vom individualistischen Glauben weiterzugehen zum: „Nicht ohne dich, Bruder“.