Wer heiligt die Erde?

Mi 18.12.2024

Mt 1:18-24 Jesu Geburt aus der Perspektive von Josef

Der Text

Jeder kennt den wunderbaren Text von Prophetie, Ehrfurcht, Verheißung.

Ich betrachte besonders Vers 18 a: Maria war schwanger vom Heiligen Geist.

Wichtig ist mir heute auch die ausdrückliche Nennung von Jesaja 7:14: „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebähren, und sie werden Ihm den Namen Immanuel geben, Gott mit uns“.

Jesaja

Vers 9 „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“ – ein Wortspiel im Hebräischen:

אמונה (Glaube, Amonah) und אמן (Amen, Fest sein)

Es geht um den Krieg zwischen Ahas und Ephraim + Aram . Ahas soll ein Zeichen erbitten und lehnt es – gut begründet – ab. Jesaja sagt ihm nun ungefragt diese Sätze, die Matthaus zitiert.

Des Menschen Glaube verbindet den Himmel mit der Erde. Und dieser Glaube hat als Grund dieses Zeichen: Immanuel. Gott mit uns.

Mir scheint, Matthäus führt mich dahin, dass ich Texte mehr als unterschiedliche Erscheinungen derselben Botschaft wahrnehme. Erscheinungen, die auch das Übrige brauchen und sich nicht aus sich selbst erklären.

Ohne Jesaja ist Matthäus nicht hinreichend. Matthäus ist in gewisser Weise Jesaja, wie Johannes Elia ist.

Ruach und Nefesch

In 1. Mo 2,7 steht:

„Da machte der Herr, Gott, den Menschen aus Staub von der Erde und blies den Odem des Lebens in seine Nase; so wurde der Mensch ein lebendiges Wesen.“

Das Wort Odem ist nicht identisch mit dem Heiligen Geist.

Odem: נִשְׁמַת חַיִּים (nischmat chajim).

Aus נִשְׁמָה (nischma) – Atem, Seele oder Lebenshauch. Und חַיִּים chajim, Plural von Leben, existenziellem Leben.

Genauer wieder im Dialog mit der KI: Seele und Geist.

Der Mensch aus Lehm (Natur) und Nefesch (Gott) → Adam

Der Mensch aus Maria und Geist → Jesus.

Die Analyse des Zusammenhanges von Nefesch chajim und Ruach Elohim in dem Text „Seele und Geist“ ist wunderbar (aber nicht von mir).

Jesus ist ganz EIN Mensch

Nicht zusammengesetzt aus Maria und dem Heiligen Geist, also Gott und Mensch. Schon gar nicht ist Maria eine Leihmutter, wie ich es gehört habe.

Unvermischt, unverändert, ungetrennt, ungeteilt (Zwei Naturen Lehre).

Und so ist Jesus auch ganz Christus und umgekehrt.

Das klingt recht theoretisch – ich komme noch auf das Praktische.

Denn Jesus ist Sohn Adams und damit mit Adam eins – und damit auch mit mir. Es ist ein Leib.

In Maria empfängt die Menschheit Gott, Gott wird in gewisser Weise Mensch. Nicht getrennt, in Jesus und dem Vater im Himmel. Jesus und der Vater sind im Heiligen Geist eins.

Und Jesus und die Kirche ist im Heiligen Geist eins.

Praxis

Was ich tue, hat weniger mit mir zu tun, sondern mit der ganzen Welt. Mit der Welt und sogar mit Gott. Also mit dem Universum.

Mit den Menschen, die waren und die sein werden.

Und ich entdecke in der Praxis, dass die Hinwendung zu Anderen mir Kraftquellen gibt, die ich für mich nicht kenne.

Wenn und weil nun mein Leben auch an Jesus Auswirkungen hat, weil die unsichtbare Welt gespannt schaut, ob ich endlich in meinen Platz im Universum eintrete, darum habe ich damit ein neues Leben voller Freude und Kraft.

Einer Frau, die ein Kind in ihrem Leibe trägt, offenbart sich plötzlich, dass der Sinn ihres Lebens viel mehr ist als sie selbst.

Sie hat die Gnade, Anteil zu haben am Herzen Gottes. Am Wesen des „Für-seins“.

Und gerade heute findet eine Abstimmung im Rechtsausschuss des Bundestages statt, die vermutlich eine Entscheidung in der Sache der Abtreibung bringt.

Wird unser Volk das Verständnis dafür behalten, das Abtreibung Schuld ist?

Abtreibung ist ein Schlag ins Gesicht Jesu, in das Wesen von Mensch und Gott, des aufeinander verwiesen seins.

Die Eltern, die ein ungeborenes Kind töten, wenden sich selbst von Gott ab, vom Leben, von der Bezogenheit, von dem Wesen der Liebe.

Maria war ohne Mann schwanger.

Damals sicher ein größeres Problem als eine ungewollte Schwangerschaft heute. Ein Problem auf Leben und Tod, dem Tod der Steinigung. Ich erinnere an den Text gestern, wo es um die Schwangerschaft von Tamar ging.

Wer heiligt nun die Erde?

Jeder Mensch ist ganz Teil Gottes – und damit der Welt. Kein Handeln bleibt nur bei dem Menschen, der dies gerade tut – oder besonders nicht tut.

Das Wesen des Menschen ist es nicht, Objekt Gottes zu sein. Sondern „unteilbares Teil“ Gottes.

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