Di 21.01.2025
Mk 2:23-28 Ährenraufen am Sabbat.
Der Text
Die Jünger raufen Ähren am Sabbat. Die Pharisäer stellen Jesus zur Rede. Jesus antwortet ihnen mit der Geschichte von David und Abimelech (Er nennt die Zeit von Abjatar, dessen Sohn). Der Sabbat ist um des Menschen willen, nicht der Mensch um des Sabbat willen. Und: „So ist der Menschensohn auch Herr über den Sabbat.“
Abjatar und Abimelech
Jesus nimmt Abjatar vielleicht als Epoche. Denn es ist Abimelech, der David das Brot (und das Schwert) gibt. Abimelech bezahlt dafür mit seinem Leben – und weitere 88 Priester, am Ende die ganze Stadt Nob, aus der die Priester kamen.
Das wussten die Pharisäer gewiss und spürten auch den Hinweis auf ihre mögliche Rolle. Wo wollt ihr in der Geschichte stehen?
Himmel und Erde
Vor Jesu kommen war der Himmel und die Erde. Das Reich Gottes wirkte vom Himmel auf die Erde. Dafür war der Sabbat ein Symbol. Er war ein Tag Gottes unter den Menschen, ein wenig Heimat des Himmels auf Erden.
Aber: Gott dort droben und wir hier unten. Der Himmel ruft die Menschen, die Menschen versuchen zu Antworten.
Mit Jesu Kommen ist viel mehr anders geworden, als ich früher dachte.
Es ist nicht ein Abstecher Gottes auf die Erde, um uns zu retten.
Es ist sehr viel mehr.
Der Begleittext ist dieses Mal kurz – aber wichtig: Menschensohn und Sabbat
Die KI illustriert meinen Ansatz, dass Jesus den Sabbat nicht nur irgendwie menschlicher macht.
Es geht nicht um „leben und leben lassen“.
Anders:
Überschneidung
Als Bild: Gab es vorher Inseln Gottes bei den Menschen, gibt es mit Jesus jetzt eine leibliche Überschneidung der Menschen mit Gott.
Gott ist in Jesus Mensch geworden. Nicht als Besucher, sondern als Bewohner der Welt der Menschen, Teil von uns.
Und damit sind wir Teil von Gott.
Weil der Mensch so „Gott“ ist, ist er auch Herr über den Sabbat.
Der Sabbat, der vorher nur Gottes war.
Wir nehmen direkt Einfluss auf Gott.
Erst mit der Menschwerdung Gottes kommt die ganze Wucht der Verantwortung in das Leben der Menschen.
Verantwortung für die Welt – aber mehr noch Verantwortung für Gott.
Die Weise, wie ich in die Verantwortung eintrete, entscheidet über die Ehre Gottes.
Hat Gott sich lächerlich gemacht, als Er Mensch wurde?
Hat Er den Menschen viel zu hoch eingeschätzt und gewürdigt.
Denn Gott bleibt Mensch – für immer.
Jesus ist kein Avatar Gottes – Er ist Gott.
Damit ist Gott wirklich ganz Mensch.
Alles Geschaffene ist außerhalb Gottes, ist Objekt Gottes.
Allein dem Menschen hat Er sich verwandt gemacht.
Allein die Tat des Menschen wirkt unmittelbar auf Gott.
Königin Elisabeth II
„Duty first“ (Pflicht zuerst).
Soweit ich weiß, war Königin Elisabeth ganz Königin. Sie lebte ganz in der Verantwortung. Sie hat alles für ihre Aufgabe als Königin getan.
Sie hat nicht gefragt, was bekomme ich von meinem Land für meinen Dienst. Denn alles, was sie bekam, bekam sie für den Dienst oder gab es in den Dienst.
An ihrem 21. Geburtstag (1947) sagte sie:
„Ich erkläre vor euch allen, dass mein ganzes Leben, sei es lang oder kurz, dem Dienst für euch und unser großes kaiserliches Familienreich gewidmet sein soll.“
Was ich tue, tue ich nicht in meinem Namen – ich tue es als einer, der zur Sohnschaft berufen ist. Dem Gott die Welt anvertrauen will, ähnlich wie es schon bei Adam war.
Diesmal aber in der leiblichen Verwandtschaft mit dem Schöpfer von allem.
Diesmal mehr als nur Verwalter: als Liebender, wie Gott ein Liebender ist.
Erschreckend?
In dem Maß, in dem ich im Willen Gottes bin, bin ich in Seiner Kraft und Seiner Freude. Wie ich z. B. in Die Freude ist nicht in mir zeige, brauche ich nicht Kraft, sondern Vertrauen. Wenn ich durch die Tür meines Selbst hinaus zum „Lagerfeuer Gottes“ gehe, ist königliches Leben mein Zuhause.