Sa 25.01.2025 Fest der Bekehrung des Hl. Apostels Paulus
Mk 16:15-18 Missionsbefehl Jesu
Der Text
Der Vers 15 + 16 ist Sondergut von Markus und kommt nur hier vor. Die Verse 9-20 insgesamt sind erst in späteren Textausgaben.
Als Grundlage für eine ganze Theologie ist er wenig geeignet. Dennoch zählt er zum Kanon.
Ich glaube: Die Zeugen der Kirche bezeugen in vielen Varianten, worum es geht. Das vornehmste Zeugnis ist die Heilige Schrift.
Zu allem kommt das Zeugnis der Hl. Geistes im Gewissen.
Jeder Mensch mit Gewissen hat schon einen Zugang zum Vater. Alles ist ein dynamischer Prozess entlang des Skeletts (Knochen) von Bibel und Dogmatik.
Manch ein Leser wird dies nicht so sehen – probiere es, mit der Bibel in der Hand die Katholische Dogmatik von Gerhard Müller zu lesen.
Glauben
Der Glaube, den der Markustext als Bedingung für Rettung nennt, ist ein existenzieller Glaube. Ein Glaube, der Begründung für das Leben ist.
Ich wurde gefragt, was mir vor 36 Jahren geholfen hat, wieder in meine Ehe zurück zu kehren. Welche Menschen es waren, welche Bibelstellen oder sonstige Hilfen.
Nichts davon – allein der Gehorsam gegen Gott.
Abraham ist aus Gehorsam „hinübergewechselt“ aus Ur, über den Euphrat.
Hebräisch heißt auf Hebräisch Ivrit.
In Genesis 14,13 heißt es: „Und es kam ein Entkommener und berichtete es Abram, dem Hebräer (הָעִבְרִי, ha’Ivri).“
Das Wort עִבְרִי (Ivri, Hebräer) kommt von der hebräischen Wurzel ע-ב-ר (ʿ-B-R), die „überqueren, hinübergehen“ bedeutet.
Wenn jemand „hinübergewechselt“ ist, werden andere ihn Hebräer nennen.
Andere nannten die Gläubigen in Antiochia Christen – nicht sie selbst.
Das Hinüberwechseln ist Gnade und Gehorsam zugleich.
Gnade besonders, wenn der Kairos den Glauben bestätigt.
Wie oft „glaube“ ich und habe im Chronos kein Zeugnis dafür.
Denn der Euphrat ist kein Alltägliches.
Dann erkenne ich nicht, ob ich an meinen Glauben glaube oder an Jesus Christus.
Zeugnis
Gott bezeugt meinen Glauben, indem er mich prüft.
Das ist nichts als Gnade.
In der Prüfung, vermutlich nur in der Prüfung, wird die Echtheit meines Glaubens sichtbar.
Zunächst für Gott und alle Engel des Himmels.
Und wenn Gott will: auch für Menschen – und das nenne ich „bezeugtes Zeuge sein“.
Meine Kirche
Ein Freund hinterfragt mich, ob ich nicht Kirche richte.
Wie wahrhaftig bin ich, in dem, was ich sage und schreibe? Eine wichtige Frage, die mir gestellt werden muss – danke.
Stelle ich mich oben hin?
Mir scheint dennoch:
Meine Kirche (katholisch) jammert (wenn überhaupt, zuweilen konstatiert sie nur) ob der leeren Kirchen. In der Freikirche, in der ich diene, geht man einen anderen Weg. Man sucht durch, zumeist seelische Mittel, eine einladende Atmosphäre zu schaffen. Das ist schön – aber kann ich mich nun zurücklehnen?
Ich fürchte, viele kommen weniger um Christus willen als um der Gemeinschaft willen, des Klönens nach der Kirche und auch wegen mancher Lebenshilfe durch die Predigt. Das ist nicht falsch – kann aber das Eigentliche überwuchern.
Das Eigentliche ist die Anleitung zum Einüben in den ganzen Gehorsam dem Vater gegenüber. Es ist das, was ich prophetischen Dienst nenne. Ich kann nicht einfach „hart“ sein oder „milde“ sein. Es muss möglichst genau zu dem passen, was Gott gerade (prophetisch ist das aktuelle) sagt.
Eine Frage dabei ist, aus welcher Reinheit des Herzens heraus ich handle.
Aus Sorge um „die Schafe“? Oder bin ich (ich meine mich) ein Rechthaber mit geistiger Eitelkeit. Das Buschfeuer der Eitelkeit wird wohl nie ganz aus dem Untergrund meines Herzens gelöscht – aber ich will aufflackernde Brände sofort löschen.
Ich sehe, dass die Kirche – also ich – in Klarheit und Mut hineinwachsen soll. Weniger in Strukturen oder Methoden. Dazu muss ich selbst den Mut haben, so genau wie möglich zu sagen und zu tun, was mein Ohr mir sagt – auch wenn es mich etwas kostet, vielleicht auch unbeliebt macht (und einsam).
Mission
Mir scheint, ich produziere, was ich bin.
Es ist ähnlich dem berühmten Satz aus der Kindererziehung: „Es nützt ohnehin nichts, seine Kinder zu erziehen – sie machen einem ja doch alles nach“.
In dem Sinne ist eine leere Kirche vielleicht auch meine Leere und eine gemütliche Kirche auch meine Gemütlichkeit.
Es nützt wenig, das ändern zu wollen – ich kann nur mich dem erziehenden Gott hinhalten.
PS
Ich erinnere daran, dass ich vom 27.01. bis zum 03.02. in Israel bin. Dort bin ich ganz in eine Gruppe eingebunden und vermutlich nicht lange genug frei für eine längere Andacht.