Do 30.01.2025, Jerusalem
Mk 4:21-25 Das Verborgene wird offenbar werden
Der Text
In dem Abschnitt davor geht es um den vierfachen Acker.
Das Licht soll nicht unter den Scheffel gestellt werden. Alles Geheime kommt an den Tag. Mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch zugeteilt.
Und der geheimnisvolle Satz: Wer Ohren hat zu hören, der höre.
Im Abschnitt danach wird gesagt, der Acker bringt über Nacht Frucht, niemand sieht, wie es wächst.
Vorsichtig
Sicher ist es keine Aufforderung nach dem Motto: „Tue Gutes und sprich darüber.“
Es geht auch nicht darum, Dinge aufzudecken, wie ein Reporter der Washington Post.
Es geht insgesamt weniger darum, was ich tue oder lasse. Sondern wie ich bin und wer ich werde.
Mir scheint, es geht um die verborgenen Regungen meines Herzens, genauer um meinen Umgang mit meinem Hören.
Wer Ohren hat zu hören
Gedanken sind verborgene Worte.
Früher fast nur, und auch heute noch zu oft, lasse ich meine Gedanken einfach laufen.
Als wenn sie meine Herren wären.
Aber das ist nicht so. Mein Ich ist nicht, was ich denke.
Ich nenne zwei Quellen auf die ich hören kann:
Meine Gefühle, meine bisherigen Gedanken und Ähnliches in mir.
Und: Die Ohren meines Herzens, die in meinem Gewissen Dich hören, Herr Heiliger Geist. Die Worte der Liebe des Vaters zu den Menschen.
Beispiel
Von den 48 Teilnehmern dieser Israelreise kenne ich fast niemanden. Meine Gefühle geben mir Anregungen, wie ich die Menschen wahrnehme. Angenehm, schwierig, verwirrend, anstrengend usw.
Es sagt mir, was ich von ihnen habe, was sie für mich sind.
Du aber fragst mich, wer ich für sie sein will. Der, der Gedanken des Segens hat? Der, der ihnen einen Blick der Sympathie schenkt? Der, der hört und sich einfühlt?
Offenbar
Mir scheinen meine Gedanken zunächst verborgen.
Du aber sagst mir heute: Alle deine Gedanken werden offenbar werden.
Ich werde dich auf einen Leuchter setzen.
Wirst du dann nach Mir aussehen – oder was wird dein Erscheinen sein?
Wird die Welt bezeugen, dass du ein Christ bist, weil du für die Menschen wie Christus bist?
Ich bin dann ein Christ, wenn ich „ganz Ohr“ bin. Ein Ohr, das hört, wie Du es heute sagst. Ein Ohr das hört.
Und es ist nicht der Anteil, der über mich kommt, und ich weiß nicht, wie. Den gibt die Gnade auch. Mir wird mehr gegeben, als ich je geben kann.
Dieser Überfluss hängt daran, was mein Ich entschieden hat. Auf wen ich höre.
Auf Dich in meinem Gewissen, in Deinem Reden?
Oder auf meine Gefühle. Meine Gefühle, die mich zwar über vieles aufklären und mir so helfen – die aber nicht Herr sein sollen.