Fr 31.01.2025 Jerusalem
Mk 4:26-34 Gleichnis vom Samen, Gleichnis vom Senfkorn
Der Text
Zwei Gleichnisse zum Reich Gottes
Ein Samen keimt über Nacht, und der Mann weiß nicht wie. Und weiter: Das Reich Gottes ist wie ein Senfkorn. Aus dem ganz Kleinen wird etwas Großes.
Passivität?
Es klingt, als wenn von meiner Seite kaum etwas zu tun ist. Das Saatkorn ist klein. Ist es das Wort – oder eher der Glaube. Im Blick auf andere Textstellen denke ich an den Glauben.
Scheinbar ist eine bestimmte Art Glauben mit einer eigenen Dynamik verbunden. Was aber soll ich tun?
Wie wächst Glaube?
Von Gott her
Mein Glaube ist Antwort. Zwar gibt es Dinge, die ich tue – aber zumeist als Antwort auf das Handeln Gottes an mir. Geistiges Wachstum war bisher regelmäßiges Gießen, besonders Zeiten des Gebets. Dann aber Gehorsam gegen Gott. Besonders und zumeist in den scheinbar kleinen Dingen.
Heute z. B. schien mir der Moment, keine Zeit für diesen Text zu haben. Die Reise ist sehr anstrengend und es gibt kaum freie Zeit, es mangelt an Schlaf.
Aber es gab eine leise Stimme – steh auf, ich warte auf Dich.
Ein kleiner Schritt nur, aber ein Tropfen Wasser.
Was daraus wird und wie, ist nicht in meiner Hand. Wachsen ist unsichtbar.
Viel mehr
Kleinheit fordert Geduld. Und das Tägliche scheint unbedeutend. Ich lebe schnell den Tag und er kommt mir wie ein Blatt im Wind vor.
Von Gott her ist es anders. Ich bin in Seinem Reich wichtiger als ich denke und fühle. Der Tag ist wichtig. Er ergänzt, was war zu dem, was wird. Er verbindet die Saat von gestern mit dem Baum von morgen.
Meine Bewertung von Tag und Augenblick ist ein nicht Wissen. Ich verstehe den Augenblick nicht – aber ich lebe ihn im Gehorsam zur Frucht hin – oder, ohne hörende Ohren, wie ein langsam vertrocknender Baum.
Hier in Israel geht es sehr viel um Wasser. Quellen und Kanäle früher, Entsalzung und Tröpfchenbewässerung heute.
Leben braucht Wasser von woanders her.
Tropfen für Tropfen.
Es wässert die Wurzel.
Mir scheint ein Bild für jedes Wort aus dem Munde Gottes, Tag für Tag. Nur wenn ich es aufnehme, wachse ich – zu mehr als ich denke und sehe, an diesem Tag.