Einheit und Scheidung

Do 06.02.2025

Mk 6:7-13. Die Aussendung der Zwölf.

Der Text

Nach der Verwerfung in Nazareth wandert Jesus zunächst umher und lehrt. Nun aber gibt Er den Zwölf Jüngern Vollmacht über unreine Geister. Er sendet sie zu zweien ohne Vorrat und Tasche hinaus. Bleibt in dem Haus, das euch aufnimmt – und schüttelt den Staub von den Füßen, wo man euch nicht aufnimmt.

Was nicht der Fall ist

Mir scheint, die Erzählung ist kein Vorbild für Missionstätigkeit. Mission gründet Gemeinde – das ist hier nicht so.

Israel ist schon Gemeinde, war es immer und wird es immer sein. Israel ist eins; als Volk berufen.

Den Staub von den Füßen abzuschütteln – ist das Verwerfung?

Ich vermute noch nicht – denn es heißt: „Ihnen zum Zeugnis“.

Man muss niemandem Zeugnis seiner Verwerfung geben, für den man nicht doch hofft.

Ich möchte auf die innerjüdische Welt schauen – was sehe ich, was lerne ich da.

Heimat

In Israel ist Gott schon zu Hause. Es ist Sein Volk. Israel weiß von der Teschuwa, der Rückkehr oder Umkehr. Johannes predigt: „Bringt Frucht hervor, die der Umkehr würdig ist“. Es ist nicht Mission, es ist Umkehr zu schon vorhandenem.

Gott hat Sein Volk aus Ägypten geboren und in der Wüste geformt. Die Situation in diesem Text passt also besser zu der bestehenden Kirche als zur Mission.

Bekehre dich zu dem, was du schon weißt – aber nicht lebst.

In Israel sprechen orthodoxe Juden Menschen auf der Straße oder in der Bahn an, um ihnen genau das zu sagen, was ich hier lese. Kehre um zu dem Glauben der Väter. Halte die Gebote. Es ist die Rückführung der Juden zu ihrer Religion.

Das Volk Gottes wird erneuert. Finden sich genug?

Es geht nicht um das Heil des Einzelnen – es geht um Identität und Zugehörigkeit.

Der Leib braucht Erneuerung – nicht Erschaffung.

Das Zeugnis an die, die in Abwehr bleiben, zeigt ihnen die Verantwortung, die sie nicht wahrnehmen.

Die Kirche steht an ebendieser Stelle

Mehr als neue Mitglieder braucht die Kirche Umkehr und Erneuerung. Nicht um des Heils des Einzelnen willen.

Sondern: Es gibt ein Maß. Wenn dieses Maß voll ist, werden auch solche betroffen sein, die selbst recht leben.

Die Geiselsituation in Israel zeigt deutlich und vorbildlich: Ich (Israel) kann nicht glücklich leben, wenn Angehörige meiner Familie und meines Volkes in Geiselhaft sind. Niemand kann für sich selbst gerettet werden. Tränen um jene sind Perlen vor Gott.

Die Kirche leide (soll leiden) für die, die getauft sind und doch kein Leben der Umkehr leben. Wer die Kirche verlässt, verlässt eben diese in ihrer Not. Um selbst gut dazustehen?

Das geht nicht. Die Liebe kann den Schwachen nicht lassen. Den irrenden und den verirrten.

Buße

Nach jüdischem Denken ist die Teschuwa:

  • Verlassen der Sünde (sofort damit aufhören).
  • Reue, die nicht aus der Angst kommt.
  • Bekenntnis. Vor Gott und bei zwischenmenschlicher Verfehlung vor dem anderen.
  • Der feste Entschluss, die Sünde nicht zu wiederholen.

Ich rufe wie die Jünger die Klage Jesu an mich und meine Kirche.

  • Verlasse die Gemeinschaft nicht – du verlässt sonst die Liebe.
  • Weine um die Kinder, die im Mutterleib getötet werden.
  • Tröste das Volk Gottes, tröste Israel.
  • Suche Gott von ganzem Herzen und lass nichts wichtiger sein.

Das sind die Dinge, die ich besonders spüre.

Die Gemeinschaft ist besonders die Ehe und die Menschen, zu denen ich Du sage. Ebenso die Kirche.

Ich will aus meinen Andachten lernen. Denn sie sprechen zu mir.

Darum will ich auch gastfreundlich sein, damit Du nicht an mir vorbeigehst. Gastfreundschaft ist leben der Leiblichkeit der Kirche.

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