Sa 15.02.2025
Mk 8:1-10 Die Speisung der 4.000
Der Text
Jesus ist auf einem langen Weg zurück von der Syrophönizierin und war im Land der zehn Städte, nahe Galiläa. Einem gemischten, aber zumeist heidnischem Gebiet.
Die Speisung der 5.000 ist noch nahe, zwei Kapitel davor. Hier geht es um den Unterschied zu jener Speisung.
War die Speisung der 5.000 mit den zwölf Körben ein Bild für Israel, ist diese Speisung mit den 4.000 (alle Enden der Welt) und den sieben Körben ein Symbol für die Heiden.
Verwoben: Israel und wir Heiden
Es gibt dieses Mal einen sehr langen Begleittext, siehe: Sieben Völker der Heiden. Er behandelt den Unterschied der beiden Speisungen, die Bedeutung der sieben Körbe, den tieferen Grund der Verwobenheit von Israel und den Völkern. Auch die Frage, warum Gott Völker vertreibt und vernichtet, betrachte ich dort. Ebenso die Frage, was es mit den Kinderopfern auf sich hat.
Ich setze das Verständnis des Zusammenhanges der Speisungen also voraus.
Hazor
Ich war vor genau 14 Tagen in Tel Hazor.
Hazor ist eine der sieben Städte, um die es geht (siehe 5. Mo 7:1, Apg 13:19!). Hazor war die größte und stärkste Stadt der Kanaaniter (größer auch als Jerusalem). Ihr König Jabin verbündete sich mit vielen Völker gegen Josua. Hazor war die dritte Stadt, die Josua bei der Landname Kanaans einnahm.
Im Begleittext wird deutlich: Hazor war mächtig – und es drehte sich fast alles um sexuelle Dinge. Historisch gesichert ist der Kult, Kinder rituell zu verbrennen. Siehe Text.
Schon lange bewegt mich eine große Sorge: Die Kinderopfer findet sicher jeder schrecklich. Dabei haben die Kanaaniter gute Argumente gehabt. Sie gaben das Beste als Opfer, was sie hatten. Und sie opferten die Unschuld für ihren Gott – sie wussten um Schuld.
Über 100.000 Kinder töten wir in unserem Land jedes Jahr.
Und die Motive scheinen mir schlechter als die der Kanaaniter.
Um uns zu verstehen, muss man die Kette betrachten, die ich in Was aus dem Herzen kommt, erläutere.
Weiter hinten in der Kette ist es kaum noch möglich, zu verstehen, was man eigentlich tut. Bei der Unzucht (Nr. 2) höre ich noch mein Gewissen – mir fehlt aber die Kraft.
Bei den Ausschweifungen (Nr. 9) habe ich mein Gewissen so lange betäubt, dass das Über-Ich, das „man“, lauter ist – vielleicht so laut, dass ich im Alltag nichts anderes mehr höre. Dazu kommt das „Es“, wie Freud es nennt – die Lust im allgemeinen Sinne.
Hazor unter der Asche
Hazor wurde von Josua verbrannt.
Das wird von anderen eroberten Städten nicht gesagt. (Die Ascheschicht wurde gefunden.)
Salomon hat Hazor aufgebaut und als befestigte Stadt nach Norden hin genutzt. Aber „Zu den Tagen Pekachs, des Königs von Israel, kam Tiglath-Pileser, der König von Assyrien, und nahm Ijon und Abel-Bet-Maacha und Janoach und Kedesch und Hazor und Gilead und Galiläa, das ganze Land Naftali, und führte sie nach Assyrien hinweg.“ (2. Kön 15,29)
Jesus Christus speist die Heiden mit dem Brot der Kinder – wir leben von Israel. Wenn wir uns von Juda abwenden, wie die Stämme des Nordreiches, steht es nicht gut um uns.
Wenn die Gnade unendlich wäre, gäbe es keine Würde des Menschen mehr. So ist die Gnade Gnade in der Zeit. Unendlich tief – aber nicht unendlich lange.