Geh weg von mir, Satan!

Do 20.02.2025

Mk 8:27-33 Bekenntnis des Petrus und Leiden Jesu

Der Text

Jesus fragt die Jünger, was die Leute sagen, wer Er sein: der Täufer, Elia, ein Prophet. Was sagt ihr? Petrus sagt: Du bist der Christus.

Nachdem Jesus nun von Seinem kommenden Leiden spricht, versucht Petrus Ihn zu hindern. Nun die harten Worte Jesu: Geh weg von mir, Satan!

Ein König kann viel Gutes tun

Petrus nahm Jesus beiseite. Er kannte die davidische Messias-Verheißung. Als König wird der Messias viel bewirken. Der gerechte König, die Sammlung aller Juden, ende aller Unterdrückung, kein Krieg mehr – ja das Lamm wird beim Löwen weiden.

Das war das, was Petrus kannte und wollte.

Und ist das nicht herrlich? Wäre es nicht gut, wenn Jesus das verwirklichen würde? Ein Friedensreich auf Erden? Alle Schwerter zu Pflugscharen? Die Erde erfüllt mit der Erkenntnis des Herrn (Jesaja 11 und andere).

Ist es nicht das, was alle ersehen? Ich auch.

Warum nennt Jesus Petrus nun Satan?

Gott ist schon Menschensohn

Gott hat sich in Maria mit dem Menschen verbunden. Endgültig, leiblich, im Staub der Erde. Gott ist Mensch geworden.

Aber der Mensch ist Mensch, wie er war.

Der Verlust der Gottesbildlichkeit des Menschen ist weiter gültig.

Kein Segen, kein Heil, kein Wunder und überhaupt keine Macht kann das ändern.

Gott aber hat die Erde geschaffen, um sich selbst ein Gegenüber zu schaffen. Ein Gegenüber mit der Würde, die bis dahin nur Gott hatte.

Die Würde ist in der existenziellen Entscheidung für oder gegen DIESEN Gott.

Auch für die Ehre Gottes!

Denn Gott ist Mensch – wenn der Mensch nicht Gott wird, ist diese Menschwerdung eine lächerliche Übertreibung Gottes. Kein Wesen ist es Wert, dass Gott sich ihm gleich macht – außer dieses Wesen ist Gott gleich.

Satan möchte etwas anderes

Dass der Mensch Mensch ist, und Gott Gott.

Und wenn Gott schon Mensch geworden ist – dann soll er es auch bleiben. Und nicht sich und die Menschen zu Gott machen.

Die Ansprache Jesu an Petrus ist nicht eine verständnisvolle Erklärung. Verstehe doch, lieber Petrus, es muss sein.

Nein. Jesus fährt Petrus an.

epetimesen, anfahren. Nur in diesem Kontext kommt es vor (Jesus fährt Petrus an). Niemals anderswo ist Jesus so scharf.

Gott ist alles in allem, vor aller Zeit und über jedes Maß. Gott ist unvorstellbar.

Hier aber gibt es eine Stelle Gottes, in der Er als Gott scheitern könnte.

Er hat sich so sehr auf den Menschen eingelassen, besonders durch Seine Menschwerdung, dass es kein Zurück gibt.

Wird der Mensch die Würde nicht wiedererlangen, um deren willen es ihn gibt, wäre Gott als Gott gescheitert. Was sollte Er dann mit Seinem Menschsein noch anfangen?

Gott erweist Seine Liebe

Das tut er grundsätzlich am Kreuz. Nur das ist existenzielle Liebe. Nur dort ist sie Gottes würdig – im „Ganz“.

Mit diesem Erweis ist die Geschichte nicht zu Ende.

Denn es ist nur ein Angebot.

Jesus erlöst die Menschen nicht in der Weise, dass alles fertig ist.

Sondern Er erlöst mich zur Freiheit Ihm zu vertrauen. Damit bin ich nun nicht mehr an mein altes Adam-sein gebunden und ich sehe, wer Gott ist: alles in allem für mich, für den Menschen.

Ich KANN nun zustimmen und mein altes Menschsein aufgeben.

Jesus Kreuz braucht meine Antwort – dann erst ist die Ehre Gottes wieder hergestellt.

Zu viel?

Für jeden Menschen ist dies zu viel. Selbst für Petrus. So scheint es und so ist es im Alltag. Menschen wollen Erlösung, wollen Gesundheit und Segen, wollen Freude – aber wollen sie Gott die Antwort geben, nach der Er fragt?

Die Ehre, die Gott mir gibt, dass ich Ihm Antwort sein kann, ist stark genug – nehme ich sie an?

Im weiteren Verlauf bei Markus wird die Nachfolge beschrieben. Sie mündet immer, immer, immer in der Hingabe des Lebens.

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