Judas die Füße waschen

So 23.02.2025

Lk 6:27-38 Predigt auf dem Feld: Die Feindesliebe

Der Text

Fortsetzung der Predigt auf dem Felde. Jesus redet zu denen, die Ihm zuhören. Liebt eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen. Zwölf Verse lang wird dies entfaltet.

Erwürgen von Shiri (32), Kfir (9 Monate) und Ariel (4)

Einige Wochen nach der Entführung wurde die Mutter mit ihren beiden kleinen Kindern getötet, vermutlich erwürgt. Vorgestern wurden ihre Leichen übergeben.

Ich rede nicht von Israel – ich rede von mir, der ich weit weg bin. Was ist nun mit diesen Worten Jesu? Wohin entwickelt sich mein Herz?

Ähnlich Kibbuz Be’Eri. Ein Kibbuz der Friedensbewegung. Regierungskritische Israelis, die offensiv für palästinensische Anliegen eintraten. Jede Woche holten sie kranke Kinder am Grenzzaun, um sie von israelischen Ärzten behandeln zu lassen. Freunde aus dem Gaza-Streifen arbeiteten zu gleichen Konditionen wie Israelis im Kibbuz.

Sie kamen am 7. Oktober, diese Freunde, als Zivilisten und ermordeten 101 unbewaffnete Menschen auf eine Weise, die ich nicht schreiben möchte.

Seit Tagen denke ich darüber nach, ob es eine Grenze der Feindesliebe gibt.

Was denkt die junge palästinensische Generation, wie es weitergehen kann? Welche Lösung wollen sie? Sie wollen keinen Frieden, sie wolle die völlige Vertreibung der Juden. Was denken Juden von den Palästinensern (gleicher Kanal)? Ich habe gehört und erlebt, dass praktisch kein (kaum ein) Jude Palästinenser hasst.

Ich verstehe nicht, wie Juden so freundlich mit ihren Feinden umgehen können.

Liebet eure Feinde

Dieses Gebot Jesu ist eines der wenigen, die Jesus nicht aus der Thora und sonst irgendwoher zitiert.

Es ist ein ganz neues Gebot.

Liebet eure Feinde ist nicht von Mose – es ist von Jesus.

Ein normaler Jude hat dieses Gebot nur indirekt und abgeschwächt. Zwar gibt es das Liebesgebot für Fremde (im Land) und das Hilfsgebot für „den Ochsen des Feindes“. Aber keine zwölf Verse wie diese.

Dennoch lebt Israel es. Mir scheint, Israel lebt es mehr als wir Christen es je gelebt haben.

Wenn Israel heute schon heiliger lebt als wir – was wird sein, wenn sich Jeshua, ihr Messias, ihnen offenbaren wird!

Ist die Feindesliebe nicht „zu viel“?

Mir scheint, ja, wenn ich menschlich denke.

Die Feindesliebe in Be’Eri war Mitursache für das Gemetzel. Die „Freunde“ waren auch Spione.

Die Liebe hat unter menschlichen Regeln eine Grenze. Sonst ist sie unnatürlich.

Nicht alles, was Jesus uns bringt, ist dafür da, ein besseres, richtiges Leben zu führen. Nicht alles ist Ethik und Weisheit.

Manches ist anders.

Um Gottes willen

Eine abgenutzte Phrase, kaum hörbar.

In Geh weg von mir Satan ist schon dieses Überschreiten des Menschlichen. Auch dort, wo Jesus Judas die Füße wäscht. Nichts erkennbar Gutes wächst daraus. Menschlich ist es: umsonst.

Aber nicht um Gottes willen.

Gott IST Liebe und Liebe ist kein Instrument für irgendetwas. Liebe hat keinen Zweck – sie ist der „Zweck“, besser: Sie ist in sich vollkommen.

Sie will die Frucht – macht sie aber an keiner Stelle zur Bedingung.

So hat die Liebe ihre Grenze nicht i n der Fruchtlosigkeit. Ja, sie hat ihre Grenze auch nicht am Menschen allein.

Sie umfasst Gott und Mensch – unabhängig davon, was sie Gott oder Mensch kosten mag.

Gebet

Einige Christen empfehlen, dafür zu beten, dass Hamas-Mitglieder Jesus kennenlernen. Das ist gut.

Ich bin noch vor dem Berg, bedingungslos zu lieben. Auch jemand, der Jesus nicht annimmt. Eben ganz unabhängig von allem – weil ich Gott zustimmen möchte in diesem Seinen Wesen.

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