Herzuntersuchung

Ich liege im Krankenhaus auf der Überwachungsstation.

Mein Herz ist voll Freude und Glückseligkeit.

Ich möchte kurz sagen, wie es dazu kam.

Vor etwa einem Jahr hab ich bemerkt, dass ich kurzatmig beim spazieren gehen werde. Als Laie kann ich nicht einschätzen, wie schwerwiegend das ist. Mein Hausarzt hat es nicht sehr ernst genommen.

Kurz bevor ich nach Israel fahren wollte, bin ich noch zum Chiropraktor Sören Thalmann gegangen, weil ich anhaltende Schulterschmerzen hatte.

Sören hat eine Anamnese gemacht. Als er von allem gehört hat, hat er eine Behandlung abgelehnt. Er hat sofort seinen Hausarzt angerufen und das Risiko für das Herz prüfen zu lassen.

Letztendlich ist das Ganze der Grund, warum ich hier im Krankenhaus bin.

Vor wenigen Stunden hat der Arzt versucht, eine Sonde durch das Handgelenk zum Herzen zu bewegen. Das ist auf schmerzhafte Weise missglückt. Er zog seinen Chefarzt zu Rate der, eine weitere Sonde durch die Leiste legte.

Damit kam er bis ins Herz, nur um festzustellen, das es zwecklos ist.

Es gibt so viele Engstellen, dass eine Katheterbehandlung mit Stents nicht empfehlenswert sind.

Die Koronargefäße sind an vielen Stellen hoffnungslos verengt. Er sprach von einer Sanduhr, und er könne gar nichts verstehen, wie dadurch noch Blut fließen könne. Eigentlich wollte er wohl sagen, er versteht nicht, warum ich noch lebe.

Ich hatte das in keinster Weise erwartet.

Diese Herzuntersuchung ist schädlich für meine Nieren, die angeschlagen sind.

Ein angezeigter, chirurgische Eingriff wird meine Niere weiter belasten.

Als sie mich wieder auf den Flur geschoben haben, flossen ein paar Tränen über meine Wangen. Oft habe ich mir vorgestellt, dass die verbleibende Zeit nicht mehr so lange ist, aber irgendwie nicht wirklich geglaubt.

Ob es wirklich so schlimm ist, ist noch nicht ganz sicher, aber zumindest deutlich schlimmer als erwartet.

Jetzt liege ich hier und es geht mir ausgesprochen gut. Ich habe überlegt warum.

Es ist nicht ein Dennoch und es ist auch keine Hoffnung auf Gesundung oder ein Gebet um Gesundung.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl von Freiheit, ja von überwältigender Freiheit.

Was auch immer geschieht und was auch immer geschehen ist, es trennt mich überhaupt nicht von meiner großen Liebe, im Gegenteil, es verbindet mich mit ihr, mit Ihm

Der Pfleger hat mich in ein Einzelzimmer geschoben, direkt ans Fenster. Ein idealer Ort und Psalmodierte Loblieder zu singen.

Ich schreibe das hauptsächlich als Zeugnis für all meine Freunde, von denen ich befürchte, dass sie immer denken, meine Version des Lebens mit Jesus wäre irgendwie zu streng oder zu wenig attraktiv.

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