Mo 31.03.2025
Joh 4:43-54 Heilung für einen königlichen Beamten.
Der Text
Zwei Tage hält sich Jesus in Samaria auf, dann bricht er auf nach Galiläa. Ein Prophet gilt daheim nichts – so sagt Er. Doch dann, bei Kana, kommt ein königlicher Beamter, dessen Sohn krank in Kapernaum liegt. Ein Mann, der Jesus glaubt. Auf dem Weg heim geschieht die Heilung seines Sohnes.
Kein Wunder
Johannes nennt es nicht Wunder – er nennt es Zeichen.
Ein Zeichen ist etwas ganz anderes – es braucht als Inhalt gar kein Wunder – auch wenn es eins gibt.
Im Begleittext schreibe ich mehr über Wundersucht.
Kurz:
Ein Wunder will Glauben erzeugen, ein Zeichen gibt dem Glaubenden Orientierung.
In Kap. 2, Vers 23–24 steht: „Als Er aber am Passahfest in Jerusalem war, glaubten viele an Seinen Namen, da sie die Zeichen sahen, die Er tat. Aber Jesus vertraute sich Ihnen nicht an, denn Er kannte sie alle.“
Ich setze einen Glauben, der durch Wunder kommt, in Anführungszeichen. Er wird nur Glaube genannt.
Viele sagen mir, es tröstet sie, Hinweise und Indizien für ihren Glauben zu finden.
Es tröstet etwa so, wie ein Stück Mohnkuchen mich tröstet, wenn ich einen langweiligen Tag habe.
Für den Glauben sehe ich nur sehr indirekt einen Nutzen, wenn überhaupt.
Auch Israel wurde durch Wunder ernährt (Manna). Aber das hinderte sie nicht, ungläubig zu sein und Gott zu versuchen.
Weiteres siehe Begleittext.
Zeichen
Johannes komponiert sein Evangelium wie eine geniale Fuge von J.S. Bach. Es ist Mathematik, es sind Orte und Wege, Zeiten und Zeichen. Alles als Komposition. Nichts ist Spektakel.
Aber mir fällt auf, dass es nicht nur Raum und Zeit hat – es hat auch Mangel und Schmerz. Es hat Begrenzung und Verlust.
Das fremde Samaria glaubt mehr als das heimische Galiläa. Ein Beamter (vergl. auch den Hauptmann v. Kapernaum) mehr als die Heimatstadt, mehr die religiösen Führer, ja überhaupt Israel.
Ich vergleiche es mit einem großen Haus in Ständerbauweise. Jeder Balken hat seinen Ort – keiner kann einfach so zugefügt werden, keiner darf fehlen.
Das „Material“ auf dem Platz aber ist voller Mängel. Vieles wirst Du verwerfen.
Wie viel „Wald“ wird benutzt – und wie viel ist dann im Gebäude verbaut?
Oder im Bild des Tempels.
Am Ende sieht es so aus, als wenn alles doch wunderbar passt.
Aber welch einen Haufen Schutt wird es gegeben haben? Wie viel Geröll im Steinbruch und wie viel am Ende auf der Baustelle verworfen?
Sicher mehr, als am Ende verbaut wurde.
Zeichen sind Eckpunkte. Sind Wendepunkte und Grenzen.
Sie sind Teil des Bauplanes – eben der Zeichnung.
Sie haben ihren Wert nicht in sich – sie verweisen!
Ein Zeichen kann und wird oft auch äußerlich wie ein Unglück aussehen.
Gestern Abend hatte ich ein Telefonat mit einem, der sich mit meinem Herzen auskennt. Er raubte mir 99 % der Hoffnung, die OP vermeiden zu können.
Wie habe ich mich gefühlt?
Hm. Schlecht?
Schlecht scheint mir ein Zeichen für eine Distanz zu Gott zu sein.
Niemals geht es mir schlecht in Deiner Nähe, Vater.
Und habe ich nicht genau darum gebeten?!
Frei zu werden, von einer Gottesliebe der Bedingungen?
Ja, es ist recht, einen Pfad im Dickicht zu suchen und nicht alle Mühen selbst zu wählen. Es ist recht Dich zu bitten – aber es ist nicht recht, traurig zu sein, wenn Du Deine Nähe in anderer Form geben möchtest.
Eingefügt oder verworfen
Solange der Stein behauen wird, hat er eine Chance, Teil des Tempels zu werden. Möchte ich wirklich davon frei sein – und nur Zuschauer? Statist.
Weiche ich Dir aus, ignoriere ich Dich – wo sollst Du mich dann verwenden.
Das himmlische Jerusalem kommt aus dem Himmel – auf Erden ist davon zuvor nichts zu sehen.
Du kennst mich, in all meiner Schwäche.
Verfüge über mich, mein Vater.