Mi 02.04.2025
Joh 5:17-30 Vollmacht des Sohnes
Der Text
„Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und ich wirke auch.“ Die „Juden“ verstehen das als Gleichsetzung Jesu mit dem Vater.
In diesem Abschnitt entfaltet Johannes die „Rolle“ Jesu. Seine Existenz an einem Ort, den ich nicht zusammenfassend benennen kann. Vielleicht ein anderes Mal dazu mehr.
Sie wollen Ihn töten
Ist die Kirche die Nachfolgerin von Israel (Ersatztheologie)? Ein ganz einfaches „nein“ wäre genauso falsch wie ein einfaches „ja“.
Denn das Opfer von Tieren ist durch das einmalige Opfer Jesu „ersetzt“ worden. Vielleicht besser ausgedrückt mit dem Wort „erfüllt“.
Ebenso problematisch ist die Theologie von den zwei Wegen. Die Juden habe einen eigenen Weg zum Vater und nur wir Heiden brauchen Jesus Christus. So scheint auch mein großer Lehrer Martin Buber gedacht zu haben.
Ich sehe einen eigenen Weg für die Juden – aber keinen ohne Jesus Christus. Es gibt nur einen Messias.
Rosh Ari schreibt mir, Doron Schneider ist „einer der schlimmsten Antisemiten weltweit“. Doron Schneider ist messianischer Jude. Ari begründet seine Aussage ausführlich. Seine Quellen und Argumente – ich kann sie nicht widerlegen. (Siehe: Rosh Ari).
Platz im Herzen
Israels Herz ist Gott. Der Gott vom Sinai. Sie sind Volk, weil sie Gottes Volk sind, ihr Herz ist ganz ausgefüllt von haSchem, von dem, dessen Namen zu heilig ist, um ihn auszusprechen.
Die KI hat mir als Quelle einer Frage einen Text der Mormonen genannt. Ich habe daraufhin die KI angewiesen, keinen Text mehr aus dieser Quelle zu verwenden.
Sie betrachten das Buch Mormon, sowie zwei weitere Bücher, als heilig. Zudem korrigiert Joseph Schmidt die Bibel mit göttlicher Hilfe.
Wenn ein Mormone zum Papst gewählt werden würde – wie würde es mir damit gehen?
Ist es nicht für einen Juden ähnlich? Schließlich gründet Jesus keine neue Religion – Er erklärt den Juden ihre eigene. So als wenn ein Mormone mir meine Religion erklären würde.
Ich spüre etwas von dem brennenden Schmerz, den ein frommer Jude, ein orthodoxer Jude empfinden wird, dem jemand von Jesus als dem Messias erzählt.
Überzeugung
Als ich 18 Jahre alt war, lag ich zu einer Zeit in einem Krankenhaus und neben mir eine Mormone (ich benutze die Abkürzung für „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tag“.) Er erzählte mir von seinem Glauben. Später lud er mich zu einem Gottesdienst ein. Es war in etwa wie bei einem charismatischen Gottesdienst, wie ich ihn zwölf Jahre später erlebt habe. Eine wunderbare Stimmung. Menschen gingen nach vorn, um Zeugnis aus ihrem Leben mit Gott abzulegen. Nichts sah falsch aus, nichts fühlte sich falsch an.
Auch später habe ich Menschen mit anderen religiösen Überzeugungen getroffen, vor allem Zeugen Jehovas. Sie sind dem Judentum näher als wir. Dort fand ich ernsthafte, glaubwürdige Menschen. Unmöglich, ihnen apologetische Leichtfertigkeit vorzuwerfen.
Habe ich einen Vorzug?
Bin ich schlauer oder gläubiger als sie? Habe ich eine Offenbarung, die authentischer ist als ihre? Will ich z. B. den Chassidischen Juden einen falschen, unvollständigen Gott unterstellen?
Oder ist mein Gott dann doch lieber ein privater Gott? Einer, der „mein“ Gott ist?
Nein.
Ich glaube, es ist der Sohn Gottes, so wie Johannes ihn hier beschreibt.
Und ich habe keine theologische Begründung für meinen Anspruch auf die Gültigkeit. Gültig für jeden Menschen – auch für meinen jüdischen Bruder.
Ich sage also mit Joh. 5, 24 und anderen Selbstoffenbarungen Jesu: Er ist Gottes Sohn, Er ist Gott und in keinem anderen ist letztendlich das Heil.
Der Unterschied ist, dass ich nicht möchte, dass mein Bruder ob seines anderen Glaubens stirbt, sondern dass ich bereit werden möchte, um seines Heils willen selbst zu sterben.