Karsamstag, 19.04.2025
Lk 24:1-12 Die Frauen am Grab
Der Text
„Am ersten Tag der Woche, sehr früh, kamen die Frauen zum Grab und trugen bei sich die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten“.
Dort erfahren sie von der Auferstehung Jesu. Und sie „gedachten Seiner Worte“. Die Frauen werden mit Namen genannt. Aber ihre Botschaft an „die Apostel“ trifft bei diesen auf spöttelnde Ablehnung.
Es gibt einen längeren Begleittext:Der andere König ist auferstanden
Außerdem verweise ich auf die Andacht vom 11.04.2023: Weg der Frauen – Weg der Strategen.
Heute ist Karsamstag
Es ist gut, jetzt noch nicht zu sehr an die Auferstehung zu denken.
Und damit bin ich sehr nahe am Kern: Schon am Ende des Kapitel 23 wird von den Frauen berichtet, die Jesus folgten. Bis dicht ans Grab. Von dem bereiten von wohlriechenden Ölen und Salben. Und dann, sehr früh, kommen sie zum Grab. Zu allem, was von Jesus noch auf der Welt ist. Der Körper Jesu ist ihnen noch Leib Jesu.
Nicht wie solche, die den Toten mehr lieben als den Lebenden – das gibt es gerade in der Kirche viel.
Im Begleittext schreibe ich: Eine Frau hat den unsichtbaren Jesus, den unwirksamen Jesus, in ihrem Leib in die Welt getragen. Frauen tragen den Leib Jesu auch wieder aus der Welt hinaus.
Sie können vollkommen zwecklos lieben – und sie tun es.
Ich beuge mich vor Ihnen!
Warum sind Apostel Männer?
Lukas betont es sehr: Die Männer sind die Apostel. Allesamt.
Sollte das große Programm des Reiches Gottes nicht bei ihnen anfangen? Die Auferstehung als ein herrliches Eintreten Jesu in ihre Mitte?
Aber es kommt von Frauen. Und sie sehen als „lēros“, als leeres Geschwätz, wie von Fieberkranken (siehe Begleittext).
Die Schwestern Marta und Maria waren der Grund für die Auferweckung des Lazarus. Maria hat Jesu Füße mit Narde gesalbt. Was hat ein Mann je für Jesu getan, als Er auf Erde gewandelt ist? Leuchtende Ausnahme – aber erst nach dem Tod: Nikodemus gibt Ihm sein Grab.
Ein Freund nennt mich „christlicher Feminist“.
Bin ich das? Mögen mich Menschen nennen, wie sie wollen.
Es war kein Kompromiss an den Zeitgeist von damals, wenn Jesus nur Männer Apostel nennt.
Die Männer, die den heldenhaften Davids-Sohn erwartet haben. Gerade sie sollen erkennen und lernen: Nein, es ist der Schmerzens-Sohn der gekommen ist. Der schwache, der geschlagene – der ganz andere König.
Gott als der schwache Gott, der sich beugt, der den glimmenden Docht nicht löscht und das geknickte Rohr nicht bricht.
Nicht Frauen verkünden das „alternative, feministische Reich“. Sondern Männer lassen sich brechen, hinein in die Schwachheit Jesu.
Es ist kein alternatives Reich, es ist das Reich der Wandlung.
Ich, der Mann
Ich bin nicht der sowieso schon Liebende. Meine Struktur ist nach außen gerichtet – ich will die Welt erkennen und mehr. Ich habe Gott auch immer als das je größere gesucht. Als das Geheimnis hinter allen Geheimnissen.
Als ich Ihn antraf, offenbarte Er sich mir als der Freund. Der, der mich kennt, ganz kennt, und dennoch annimmt.
Ich wusste nicht, dass ich das suche.
Inzwischen erkenne ich mich als so geborgen, dass das abgründige Geheimnis der Frau mir keine Angst macht. Ich muss es nicht beherrschen – noch nicht einmal verstehen. Sondern dieses Geheimnis erfüllt mich mit Dankbarkeit. Mit den Ruf, ihm zu dienen. Als Mann – nichts weniger.
Ich verdanke mich zumeist zweier Frauen. Meiner Mutter und meiner Ehefrau.
Danke.