Di 29.04.2025 48. Hochzeitstag 🪢
Mt 11:25-30 Jesu Lobpreis und Heilandsruf
Der Text
Nach dem Wehruf über die galiläischen Städte. Jesus preist den Vater, dass er es den Unmündigen offenbart und nicht den Weisen und Klugen.
Dann: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid.
Wenn ich noch einmal leben würde.
Hätte ich auf dem Gymnasium besser französisch geübt und hätte mein Abitur machen können. Was hätte ich studiert? Philosophie? Theologie? Psychologie?
Was hätte ich dann für ein Leben geführt?
Vermutlich von oben herab. Vielleicht als Lehrer oder Dozent.
Nun aber habe ich auf dem Hamburger Hauptbahnhof im Schichtdienst Postsäcke aus den Zügen geholt. Ich habe ein Leben voller Fehler gelebt, voller Schwäche und Torheit.
Aber bitte: Ich will es nicht noch einmal leben. Alle Niederlagen, alles Vergebliche – wer wäre ich ohne dem? Hätte mir mehr Klugheit geholfen? Hätte mir wirklich Disziplin geholfen. Es gibt genug disziplinierte Menschen, die ein falsches Leben führen.
Aber doch: Hätte ich mehr geliebt, es wäre ein besseres Leben gewesen. Und die Treue habe ich spät gelernt – ich danke Dir für 48 Jahre Ehe.
Wann redest Du
Wenn ich am Abend vorher schon weiß, was ich am kommenden Morgen schreiben werde, fühle ich mich zugleich beruhigt – und fragend. Ist es aus Deiner Hand?
Wenn es so ist wie heute, und ich bis zum ersten Buchstaben noch nicht weiß, was Du mir sagen willst, was ich notieren soll – dann bin ich ganz in Deiner Hand.
Weniger beruhigend – aber doch besser. Rede Du.
Der andere Kampf
Wenn ich auch kämpfe, ich werde doch nicht gekrönt – ich kämpfe denn Recht (Analog 2. Tim 2:5).
Weder ein Suchen nach Wundern und Heilungen (die galiläischen Städte), noch Klugheit – ja selbst Weisheit nicht. All das hilft mir nicht.
Sondern: Jesus zitiert Psalm 8,3.
“Aus dem Munde von Kindern und Säuglingen (עוֹלָלִים) hast Du eine Macht gegründet.”
Das Wort Olalim ist das analoge Wort zu den Ummündigen aus Vers 25.
Aber es heißt nicht, dass kindisches Schreien nun das neue Ziel ist. Das neue Ziel steht ein paar Verse später: Nehmt auf euch mein Joch …
Der Kampf ist nicht ein Kampf um Erkenntnis oder um Größe –
es ist ein Kampf um das Herz.
Ein Säugling (so kann man Ps 8 lesen) hat genug an der Brust seiner Mutter.
Habe ich genug an Deinem Joch?
Oder will ich mein eigenes Joch tragen, meine eigene Last?
Nur wenn ich meine eigene Last trage, habe ich Grund, stolz zu sein, jemand zu sein, in meinen Augen.
Oder aber ich will das gar nicht mehr.
Ich will Dich.
Dieser Kampf ist groß. So groß, dass ich mir schnell lieber meinen eigenen Kampf suche. Z. B. um Erkenntnis.
Aber ich weiß mehr als genug – es ist Zeit, aus meinem Kampf in Deinen einzutreten.
Praxis
Esse ich das so verführerische Fischstäbchen am Sonntag nicht, weil ich ein Held der Disziplin bin? Oder weil ich es „nicht darf“?
Oder – weil ich unter einem anderen Joch bin. Einem Joch, unter dem ich bleiben möchte. Einem Joch, das hört, ja spürt, wie Du mit mir gehst.
Es ist eine neue Heimat, eine neue Freude.
Ein Joch mit Dir ist doch allemal schöner als jede Freiheit – die doch eigentlich nur ein Joch unter meinem eigenen Ego ist.
Die Jesuiten fragen allezeit: Was dient zur je größeren Ehre Gottes?
Es ist klar: Wenn mein Herz Deinem Joch zustimmt und unter ihm wandelt.