Der Mensch Gottes

Do, 01.05.2025

Joh 3:31-36 Der Täufer über Jesus

Der Text

Der Täufer unterscheidet klar, dass er, als von der Erde kommend, eine andere Aufgabe hat als Jesus, der der Christus Gottes ist. Er bezeugt: Wer das Zeugnis von oben annimmt, der besiegelt, dass Gott wahrhaftig ist.

Es gibt erneut einen Begleittext. Er führt bis hin zur Plausibilisierung Luzifers.

Eingriff ins Wesen Gottes

Wozu braucht Gott mein Zeugnis?

Mit der Menschwerdung Gottes offenbart Gott Sein Wesen auf unvorstellbare und beunruhigende Weise. Er ist nicht ein Gott im Himmel, ein Gott der Allmacht. Er ist nicht ein Gott, der ein Objekt kreiert und es einfach liebt.

Er ist ein Gott, der Mensch-sein in das Gott-sein, in Sein Gott-sein einbindet.

Gott als Gott ist zunächst sich selbst genug.

Er braucht die Zustimmung des Menschen nicht – Er ist schon Gott.

Nun aber:

Gott wird Mensch. Wesenhaft mit dem Menschen verbunden.

Dass Gott zur Rettung des Menschen selbst Mensch wurde, ist nur plausibel, wenn der Mensch aus Gottes Sicht Teil Seiner selbst ist.

Jesus ist Gott

Im Begleittext steht alles ausführlicher.

Mit Vers 34 offenbart Johannes die Göttlichkeit Jesu. Wer von Gott gesandt ist, wer Gottes Wort redet, wer den Geist ohne Maß hat – der ist Gott.

Niemand hatte je den Geist ohne Maß.

Wer aber den Geist nicht kennt und nicht in Ihm ist, der kann auch Jesus nicht erkennen.

Eine Weile verweist der Mensch, von der Erde genommen, noch auf Den, der von oben ist. Johannes soll es tun – aber er soll abnehmen, das bezeugt er.

Eines Tages gibt es ihn nicht mehr.

Der selbstbezogene Christ

Johannes redet zu Christen.

Und die Wucht der Verantwortung scheint überwältigend zu sein.

Darum kann man den Text auch schnell lesen, ohne ergriffen zu sein. Das Unterbewusstsein schützt mich vor dieser Verantwortung.

Es geht nicht um mich!

Es geht um Gott.

Ich spreche manchmal von „Risiken und Nebenwirkungen von Wundern und Segnungen“.

Sie wollen Gott auf die Erde ziehen.

Sie wollen das Provisorium des Johannes zementieren.

Aber es ist gerade die Ohnmacht, die Ohnmacht Gottes, die vor meiner Tür steht und fragt, ob ich DIESEN Gott will.

Für den Menschen ist es ein Prozess, Abschied zu nehmen von dem „herrlichen Gott“.

Denn der Glanzstern selbst, der Sohn der Morgenröte – er fällt am Ende ganz nach unten (Jesaja 14).

Ich halte nicht Ausschau nach der Herrlichkeit Gottes, jedenfalls der, die das menschliche Wort darunter versteht.

Der dem Starken nicht widersteht – sondern sich beugt, obwohl er stärker ist. Der ist Gott ähnlich.

In unser Männerrunde hatte jemand gerade eine extreme Ungerechtigkeit erlebt (an einem anderen). Alle hatten zunächst den Impuls, der Gerechtigkeit Raum zu verschaffen.

Gott auch?

Auf dem Weg zu Gott durchschreiten wir das Tal der Gerechtigkeit. Der Moral und der Ordnung. Aber es ist das Tal – nicht der Berg der Verklärung.

Auf dem Berg der Verklärung reden Mose und Elia mit Jesus über Golgatha.

Alles hat seine Zeit und der Mensch, der in Christus zunächst seinen eigenen Wert anzunehmen lernt, handelt recht.

Zunächst findet das Passah statt. Das Mahl.

Und der ganz von Gott inszenierte Auszug aus dem alten Leben.

Dann aber die Wüste der Bildung eines Gottesvolkes.

Zur Ehre Gottes – wie Bileam ehrfürchtig bezeugt.

Das Volk wird nicht aus der Sklaverei gerettet, um gerettet zu sein.

Sondern es ist sichtbare Gegenwart Gottes auf Erden.

Bis heute.

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