Was ist Schalom?

Di, 20.05.2025

Joh 14:27-31a Der Friede Christi

Der Text

„Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“ „Hättet ihr mich lieb, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe. Denn der Vater ist größer als ich. Der Fürst der Welt hat keiner Macht über mich. Die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und tue, wie mir der Vater geboten hat.“ (gekürzt, nur zur Erinnerung).

Die Begleittexte werden kaum genutzt, soll ich sie weglassen? Schalom

Frieden

Bekanntlich ist Frieden nicht die Abwesenheit von Krieg. So wie meine Regel sagt:

Das Gegenteil von etwas Falschen ist zumeist nicht das Richtige.

Aus dem Falschen lerne ich nicht, was richtig ist, sondern was falsch ist. Viel mehr lerne ich nicht. Das betone ich, weil es so oft anders gehandhabt wird.

Häufig kommt aus dem Gegenteil sogar etwas, was noch schlechter ist, als das, von dem es befreien wollte.

Z. B. der Friede der Welt.

Friede ohne Wahrheit ist kein Friede. Ich zitiere Le0 XIV:

„Wirklich friedliche Beziehungen können nicht ohne Wahrheit aufgebaut werden, auch nicht innerhalb der internationalen Gemeinschaft.“

Eine lesenswerte Rede: Leo XIV am 16.05.25

Denn Frieden ist immer etwas Seiendes, oder es ist nichts.

Ich kann nur etwas oder jemanden lieben. Nicht das Nichts.

Ich kämpfe also nicht gegen etwas, sondern für etwas.

Und kämpfen heißt: Schauen, suchen, ringen.

Ich beschreibe Frieden mit Beheimatung in Gott.

Mein Papst

Meine evangelische Prägung werde ich kaum ganz ablegen können, auch als Konvertit nicht. Aber es gibt immer wieder Schritte, die ich tue.

Vom Papst zu lernen, gehörte bisher nicht zu diesen Schritten.

Dass aber Leo das gesagt hat, was ich oben zitiere, ermutigt mich zu einer gewissen Verlagerung meines Schwerpunktes.

Früher habe ich eher extreme Positionen vertreten. Dann aber brannte mein Herz für das Bauen von Brücken zwischen Menschen. Ich höre jeder Seite zu und suche das Gute in jenem Herzen. Als Seelsorger für Paare eine unverzichtbare Grundlage.

Wahrheit öffentlich zu benennen führt jedoch in der Regel zur Polarisierung, zum Unfrieden, zur Distanz. Wann und wie nun gilt es zu bekennen?

Leo sagt: Die Wahrheit ist jedoch niemals von der Nächstenliebe zu trennen.

Ich ergänze: Die Nächstenliebe ist niemals von der Wahrheit zu trennen.

Wahrheit ist dabei nicht ein Satz oder ein Gebot oder ein „griechisches Ding“. Es ist die Person Jesus Christus.

Es ist das Geborgen-Sein in der Heimat des Himmels.

Wie soll ich sagen, was Heimat ist? Immer nur aktuell und lebendig. Denn Heimat besteht aus lebendigen Menschen und sich wandelnden Orten.

Was Gott sagt, steht nicht in der Bibel – denn ein lebendiger Gott benutzt zwar die Bibel – aber nicht ohne Propheten, nicht ohne den Geist, nicht als totes Wort.

Die Bibel ist ein Brief Gottes – nicht Gott selbst. Du aber, Vater, bist da, hier und jetzt.

Praxis

Ich bekenne mich zu Jesus Christus, Gott von Gott, ganz Sohn, ganz Gott.

Ich bekenne mich dazu, katholisch zu sein – inkl. Papst.

Ich bekenne mich zu Israel, dem Augapfel Gottes.

Und ich bleibe dabei, alle Menschen anzunehmen und allen zuzuhören. In allem, mich belehren zu lassen und zu prüfen, wo ich Wahrheit als Konstrukt falsch handhabe.

Um dann und jetzt aktiv und deutlich auch zu zeigen, wofür ich Zeuge bin.

Christus, Kirche, Israel.

Demnächst auf dem Markt in Buchholz.

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