Do, 29.05.2025, Jesu Himmelfahrt
Lk 24:46-53
Der Text
Die Himmelfahrt selbst ist bekannt. Ich lese die drei Verse am Anfang des Abschnittes, darum geht es mir heute.
46 Und Er sprach zu ihnen: So steht geschrieben, dass der Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tag,
47 und dass in Seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden allen Nationen, angefangen von Jerusalem.
48 Ihr seid Zeugen hiervon.
49 Und siehe, Ich sende die Verheißung Meines Vaters auf euch. Ihr aber bleibt in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe.
Jesus sagt: „So steht geschrieben“. Allein Hosea 6,2 redet von der Auferstehung von den Toten nach drei Tagen:
Hos 6:2 „Er wird uns nach zwei Tagen wieder lebendig machen, am dritten Tag uns aufrichten, und wir werden vor Ihm leben.“
Ich benutze den Begriff „Typos“. Es ist ein Abdruck, eine Form, ein Vorbild. Genauer im Begleittext: Typos Israelit.
Buße zur Vergebung der Sünden
Unser Denken von Sünde ist sehr von dem Griechischen her geprägt. Dort ist es eine Übertretung oder Missachtung von moralisch-ethischen Regeln und Werten.
So denken wir auch, Jesus würde uns davon befreien. Wir beichten – wenn wir überhaupt beichten – Schuld. Aber nicht Zielverfehlung.
Und da manch einer moralisch vielleicht recht gut lebt, und außerdem für das andere eine gute Ausrede hat, weil es ja ein geerbtes psychisches Problem ist, weiß man nicht mehr recht, was Sünde sein soll.
Höchstens die Sünde des anderen, von Putin oder Trump z. B.
Aber Hebräisch ist es anders.
Und in Jesus Christus ist es noch einmal anders.
Sünde im Hebräischen
Israel ist das Bundesvolk. Eine Sünde ist ein Bruch dieses Bundes, dieser Beziehung zu Gott und dem eigenen Volk.
Viele Menschen denken, zumindest die Zehn Gebote würden sie schon weitestgehend beachten.
Wer aber beachtet allein das erste Gebot:
„Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt hat. Du sollst keine anderen Götter neben Mir haben.“
Ich erlebe in der Seelsorge: Jedermanns Gott ist er selbst.
Vielleicht zahlt man einen Tribut an den Gott, an den zu glauben mir Frieden gibt – aber ihn Gott, also Herr sein zu lassen?
Sünde bei Jesus
Schon im Hebräischen grundgelegt:
Psalm 51,6 (V. 4): „Gegen dich allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen.“
Gegen Gott allein.
Ja, ich sündige auch gegen den Bruder oder gegen meinen eigenen Körper.
Aber darum geht es hier nicht.
Es geht darum, wozu ich eigentlich bin!
In Christus reicht Gott mir die Hand, das erste Gebot zu erfüllen. Ganz Gott Gott sein zu lassen.
Dazu muss ich von den Toten auferstehen!
Wie passt Hosea
Hosea redet nicht vom Messias, er redet von Israel.
Wieso bezieht sich Jesus hier für sich selbst auf ihn?
Weil er vom „Typos“ Israelit ist. Er ist der neue Jude, der den alten trägt.
Und dann auch im zweiten Schritt: Er ist der neue Adam.
Erst wenn ich bin wie Er, dann gilt die Verheißung aus Hosea.
Darin wird deutlich, was der Begriff „Buße“ in Jesu Denken meint. Weit mehr als ein „sorry“.
Buße, hebräisch תְּשׁוּבָה – teschuva, ist eine existenzielle Umkehr der ganzen Person. Nicht ein Umblättern einer verschriebenen Seite des Lebens.
(siehe Begleittext).
Praxis
Eine gewisse Lehre ist mir mein neues Essen, ein „typos“.
Früher aß ich, was ich wollte und mochte.
Heute esse ich, was ich soll – egal ob ich es will oder mag.
Zunächst befremdlich und ich staune, wie festgefahren ich bin.
Nun aber befreiend. Ich kann essen, was ich soll, und nicht essen, was ich nicht soll.