Sa 14.06.2025
Mt 5:33-37 Vom Schwören
Der Text
33 Wieder habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt wurde:
Du sollst keinen falschen Eid schwören, sondern dem Herrn deine Eide erfüllen.
34 Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht – weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron,
35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel Seiner Füße,
noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs.
36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, denn du kannst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
37 Eure Rede sei vielmehr: Ja – ja, Nein – nein.
Was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.
Einer sein
Beteure ich die Wahrheit gibt es mich auch als jemand, der mal wahrhaftig ist und mal nicht. Nur dann ergibt das Beteuern einen Sinn.
Sobald ich mich auf Gott beziehe – oder sonst etwas – nutze ich Gott für mich. Gottes Autorität für meine Zwecke.
Vielleicht will ich auch Gottes Kind sein – aber nur, wenn es mir nützt. Ich ziehe Gott in meine Angelegenheiten.
Vom Bösen
Nur als Sohn vom Vater der Lüge gibt es einen Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge. Ein Wort zu viel oder ein Wort zu wenig. Das ist nicht eine Schwäche, nicht ein Ausdruck der Welt.
Denn die Natur lügt nicht. Schwach sein hieße zurückfallen.
Nicht vollständig wahrhaftig zu sein, ist dagegen eine Zustimmung zu jemand anderem.
Das Wahre ist Licht
Es spricht für sich selbst. Gehöre ich zum Licht, muss, ja darf ich keine Macht mit Worten ausüben.
Zwar kann es sein, dass ich, als in der Welt lebender, auch mit Macht wirke. In der physischen Tat.
Meine Worte aber sind Zeugnis – keine Machtmittel.
Sie zeugen von dem, der mein Herr ist.
Wer ist mein Herr?
Wer ist es, von dem gesagt ist:
„Das geknickte Rohr zerbricht Er nicht und den glimmenden Docht löscht Er nicht aus. Wahrhaftig trägt Er das Recht hinaus.“ (Jesaja 42,2)?
Ich rede zu mir selbst, da wir gleich auf dem Markt in Buchholz für Israel stehen. Wen werde ich da vertreten? Mich, mit meiner „Meinung“?
Was kann ich wirklich bezeugen und habe nicht nur eine Meinung dazu?
Ich will nicht ein Flackerlicht zu anderen Stellen.
Ich will nicht überzeugen – sondern Zeuge sein.
Zeuge meiner Zugehörigkeit sein. Denn ich bezeuge nicht etwas, was ich nur gesehen habe:
Ich bezeuge meinen Vater als meinen Vater.
Die Rückseite
Ich will immer Dein Zeuge sein – nicht meiner.
Und so wundere ich mich nicht, dass Du immer da bist, immer mit mir.
Das Evangelium von heute passt zu dem Auftrag – ich habe es nicht gesucht, Du hast es mir gegeben.
Zwar freue ich mich darüber und danke Dir – aber ich wundere mich nicht. Du bist auch einer. Du bist immer mein Gott. Ich brauche Dich nicht in irgendwelchen Erweisen zu suchen.
Nicht: Schau mal, da hat Gott ein Wunder getan und da etwas schön gefügt.
Das würde heißen, dass das nicht immer passiert.
Du bist nicht mal da und mal nicht – auch wenn ich Dich nicht immer erkenne.
Denn auch Dein Ja ist ein Ja und Dein Nein ist ein Nein – immer und überall. Und Du bist mein Vater und bezeugst mich als zu Dir gehörend.
Ein Kommentar zu „Zeugen“